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ZDF-Talk Zur Euro-Krise fällt Maybrit Illner wenig Neues ein

Maybrit Illner wird immer besser darin, Diskussionen in dem Moment abzuwürgen, wenn sie spannend werden können. Immerhin waren ihre Gäste zum Thema Griechenland-Krise diesmal überdurchschnittlich gut gecastet.
14.10.2011 - 09:25 Uhr 37 Kommentare
Nicht das erste Mal ging es bei Maybrit Illner um die Euro-Rettung. Quelle: Screenshot ZDF

Nicht das erste Mal ging es bei Maybrit Illner um die Euro-Rettung.

(Foto: Screenshot ZDF)

Berlin Die Themen Banken, Griechenland, Staatsbürgschaften wurden bekanntlich schon einige dutzend Male im deutschen Fernsehen diskutiert, ohne dass das anderen als den Talkshow-Produzenten geholfen hätte. Maybrit Illners gestrige ZDF-Talkshow mit dem Titel "Griechen pleite, Banken in Not - Wer rettet den Steuerzahler?" jedoch war zumindest bestens gecastet: neben dem Standard & Poor's-Deutschlandchef Torsten Hinrichs trat Wolfram Siener auf, der am Wochenende die US-amerikanische "Occupy Wall Street"-Bewegung nach Deutschland importieren möchte ("Occupy Frankfurt"). Dazu kamen telegene Talk-Koryphäen wie Dirk Müller ("Mister DAX") und die stellvertretende Linkspartei-Vorsitzende Sahra Wagenknecht. Was könnte ein solch spektakulär besetzte Sendung daran hindern, hochspannend zu verlaufen?

Was sie hindern könnte, wurde schon bei der Vorstellung der weiteren Gäste deutlich: Es war erstens deren Vielzahl und zweitens der Umstand, dass eben Maybrit Illner moderierte. Außerdem im Studio saßen der FDP-Finanzpolitiker Volker Wissing (als Gegengewicht zu Wagenknecht), der routinierte Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer (als Gegengewicht zu Müller), sowie der noch routiniertere Moral- beziehungsweise Alles-Mögliche-Experte Ulrich Wickert, dessen neuestes Buch "Redet Geld, schweigt die Welt" heißt. Das Talent der Moderatorin, sich unter ihren Gästen entwickelnde Diskussionen in dem Moment resolut abzuwürgen, in dem sie spannend werden könnten, nimmt inzwischen besorgniserregende Ausmaße an. Und Wickert assistierte ihr dabei ganz gut.

Nicht nur einmal unterbrach Illner Erkenntnis versprechende Kontroversen zwischen dem pointensicheren Müller ("Die Bürger müssen die Politik zwingen, Grenzen zu setzen, die Politik kann das nicht mehr") und dem bedächtigen Bankenlobbyisten Kemmer, indem sie ältere Aussagen Josef Ackermanns oder Angela Merkels in die Runde warf. Und als sie gegen Ende endlich den Ratingagenturen-Vertreter Hinrichs in die Diskussionsrunde geholt hatte, den sie zuvor im Einzelinterview mit der Lehman-Pleite 2008 nicht hatte aus der Ruhe bringen können, übernahm wiederum Müller diesen Job, und zwar kräftig. Als "private amerikanische Unternehmen" würden die Ratingagenturen ja auch die geostrategischen Interessen Washingtons mit durchsetzen, sagte er.

Hinrichs begann, mit Hinweisen auf die S&P-Mitarbeiter in Frankfurt, Paris und anderswo zu kontern. Illner sagte, dass der DGB-Chef Michael Sommer (der nicht im Studio saß und von dem zuvor überhaupt nicht die Rede gewesen ist) ja auch gerade gesagt hätte, die wirkungsvollsten Waffen der USA seien die Ratingagenturen - damit war auch dieses Gesprächsthema abgehakt.

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    37 Kommentare zu "ZDF-Talk: Zur Euro-Krise fällt Maybrit Illner wenig Neues ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Jaja, die Welt ist sehr sozialsistisch geworden... .

      Unternehmens- und Reichensteuern runter, Löhne runter, Lohnquote runter, Arbeitslosigkeit hoch, Gewinne hoch, Rentenalter rauf, 17 neue Milliardäre allein in DE... .

      Sozialistsich...ich lach mich tot.

    • @nutzauchnix

      Hohe Lohnabschlüsse tat nicht viel zur Sache.
      Gerne behauptet, aber falsch

    • Herr M. Kemmer war überflüssig in diser Sendung.
      Die BayernLB mit den Laien der CSU an die Wand gefahren, ging mit vollen Taschen und nun
      Hauptgeschäftsführer und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes deutscher Banken.

    • Stimmt genau!

    • Mein Bravo Kommentar bezieht sich auf den anonymen Schreiber: Problem_Geldsystem.

    • Stimmt!

    • Bravo für diesen wirklich wahren Beitrag! Und Danke.

    • Gebe Ihnen recht. Die Sendung war ausgezeichnet. Hab mir in ZDF-Mediathek angeschaut. Der Kommentar des Typen, der den Artikel geschrieben hat, ist absoluter Schrott.
      Die Argumente bekamen ausreichend Zeit. Der Zuschauer konnte sehr gut verstehen worum es geht. Die dümmlichen Argumente der Bankenvertreter und dessen Lobbyvertreter von der FDP wurde jedem klar. Die Menschen durchschauen das falsche Spiel der FDP. Seit sie in Berlin erheblich verloren hat, ist mein Glaube an die Intuitive Intelligenz der Menschen größer geworden. Mit anderen Worten: Die Bevölkerung lässt sich nicht mehr verarschen. Es ist wirklich Zeit, dass die Menschen protestieren, und die von Lobbyismus verseuchten Parteien nicht mehr wählen.

    • >>> Für frischen Wind sorgte der "Occupy Frankfurt" Aktivist Wolfram Siener.<<<

      Naja, wenn man unterschlägt, dass er sich nicht vorstellen kann, auch wohlhabende Viertel zu besetzen, dann könnte man das meinen.
      Aber auch der junge Mann wird sehen/lernen, dass friedliche Wischi-Waschi-Proteste nix bringen außer kalte Füße und ein müdes Lächeln der Bankster, wenn man sich die Option "DESTROY-Wallstr./-Bankfurt/-etc." nicht offen hält.

      "Macht kaputt was Euch kaputt macht" war nie so notwendig wie heute.
      Spieß umdrehen und Ängste zurück an Absender...

    • Die Eigenkapitalrenditeforderung von 25% ist nicht per se böse, sondern eine Folge des niedrigen EK der Banken. Insofern stimme ich mit Ihnen überein, dass die Banken ihre EK-Quoten erhöhen müssen. Danach würde automatisch die EK-Rendite sinken und sich der von Nicht-Finanzunternehmen annähern. Übrigens ist die Gesamtkapitalrendite dt. Banken relativ niedrig - sie sind renditeschwach.
      Was die Regulierung anbetrifft, so kann man ja hier und da noch nachjustieren, aber bitte nicht mit solch unsinnigen Instrumenten wie der Finanzmarkttransaktionssteuer, die vielleicht ein paar Mrd. einbringt, aber sofort auf die Kunden umgelegt würde - eine versteckte Steuererhöhung.

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