Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zeremonie D-Day-Gedenken: Macron redet Trump ins Gewissen

1944 landeten Zehntausende Soldaten der Alliierten in der Normandie, um Europa von den Nazis zu befreien. Zum Gedenken daran ist auch Trump gekommen.
Kommentieren
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner Ansprache. Quelle: AFP
D-Day-Gedenken

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner Ansprache.

(Foto: AFP)

Bayeux/Caen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat beim Gedenken an den D-Day US-Präsident Donald Trump an seine historische Verantwortung erinnert. „Amerika, lieber Präsident Trump, ist immer dann am größten, wenn es für die Freiheit der anderen gekämpft hat“, sagte der 41-Jährige am Donnerstag auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux.

Bei der Zeremonie zur Erinnerung an die Landung der Alliierten in der Normandie vor 75 Jahren würdigten Macron und Trump den Einsatz der D-Day-Kämpfer als heroischen Akt für die Freiheit.

„Wir dürfen niemals aufhören, das Bündnis der freien Völker mit Leben zu erfüllen“, mahnte Macron. Sein Verhältnis zu Trump gilt als kühl – auch weil der unberechenbare US-Präsident sein Land aus internationalen Abkommen zurückgezogen hat. Am D-Day-Jahrestag bemühten sich beide aber ausdrücklich um ein Signal der Harmonie.

An der Zeremonie in der Normandie nahmen rund 12.000 Besucher teil, mehr als 160 US-Veteranen waren auf der Tribüne vertreten. Für sie gab es mehrfach Applaus – Trump und Macron bedankten sich bei ihnen für ihren Einsatz. Auf dem Friedhof in Colleville gibt es 9380 amerikanische Soldatengräber.

Die Soldaten der Alliierten waren vor genau 75 Jahren, am 6. Juni 1944, an den Stränden der Normandie gelandet. Der sogenannte D-Day markiert den Auftakt der Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Deutschland vom Westen her. Er steht aber auch für ein unmenschliches Blutvergießen, Zehntausende Tote und Verwundete.

Trump würdigte die Landung der alliierten Truppen in der Normandie als heldenhaften Einsatz für die Freiheit. Zehntausende Männer hätten ihr Blut vergossen. „Tausende haben ihr Leben geopfert – für ihre Brüder, für ihre Länder und für das Überleben der Freiheit“, sagte er.

Die Soldaten damals hätten nicht nur eine Schlacht oder einen Krieg gewonnen, sondern das Überleben der Zivilisation gesichert. „Sie haben unsere Lebensweise für viele Jahrhunderte verteidigt.“

US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit einem Weltkriegsveteran. Quelle: AP
Macron und Trump

US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit einem Weltkriegsveteran.

(Foto: AP)

Trump und Macron wurden von ihren Ehefrauen Melania und Brigitte begleitet. Die beiden Paare schauten sich im Anschluss an die Zeremonie gemeinsam einen Kunstflug der Patrouille de France auf dem Friedhof in unmittelbarer Nähe des US-Landebereiches Omaha Beach an. Die Kunstflieger zeichneten eine Trikolore in den Himmel.

Macron beschwor in seiner Rede auch die Verbundenheit Frankreichs mit den USA. „Es lebe die Freundschaft zwischen unseren beiden Nationen“, sagte er. Er erinnerte in einer emotionalen Rede an die Opfer Zehntausender Soldaten, die damals in der Normandie an Land gegangen waren. „Wir wissen, was wir Euch Veteranen zu verdanken haben“, sagte er auf Englisch. „Im Namen meiner Nation möchte ich Danke sagen.“ Er zeichnete fünf US-Veteranen mit dem Orden der Ehrenlegion aus.

Trump legte Macron nach dessen Rede die Hand auf die Schulter – Macron tat es ihm gleich. An die Adresse der Nationen, die damals zusammen gegen die Nationalsozialisten kämpften, sagte Trump, das gemeinsame Bündnis sei in der Hitze des Kampfes geschmiedet, im Krieg geprüft worden und habe sich in den Segnungen des Friedens bewiesen. „Unser Bündnis ist unzerbrechlich.“

Am D-Day-Jahrestag bemühten sich beide Staatsmänner ausdrücklich um ein Signal der Harmonie. Quelle: AP
Umarmung

Am D-Day-Jahrestag bemühten sich beide Staatsmänner ausdrücklich um ein Signal der Harmonie.

(Foto: AP)

Am Rande der Gedenkfeiern kamen Trump und Macron in Caen zu einem bilateralen Treffen zusammen. Macron würdigte vor dem Gespräch die „unzerbrechlichen Verbindungen“ beider Nationen. Trump nannte sein Verhältnis zu Macron und die Beziehungen zwischen Frankreich und den USA „hervorragend“. Auch die militärische Kooperation habe große Erfolge gebracht, etwa beim Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien.

Trump und Macron mühten sich insgesamt, Gemeinsamkeiten statt Differenzen nach vorne zu stellen – etwa auch beim Thema Iran. Gemeinsames Ziel sei, dass Teheran keine Atomwaffen besitze, betonten sie. Über den richtigen Weg dahin sind sich die USA und die Europäer allerdings uneins. Die USA waren vor gut einem Jahr im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen – was in Europa viel Kritik auslöste.

Flugshow während der Zeremonie auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer. Quelle: dpa
D-Day-Gedenken in der Normandie

Flugshow während der Zeremonie auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer.

(Foto: dpa)

Der D-Day-Zeremonie auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer waren diverse andere Feierlichkeiten vorausgegangen. Am Morgen hatte Macron mit der scheidenden britischen Premierministerin Theresa May den Grundstein für eine britische Gedenkstätte in der Normandie gelegt.

Gemeinsam legten die beiden einen Kranz nieder und zeigten sich sichtlich gerührt bei der Gedenkzeremonie in Ver-sur-Mer. Es sei unglaublich bewegend, an diesem Ort zu sein, sagte May. Sie besuchte anschließend mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles und dessen Gattin Camilla einen Gottesdienst in der Stadt Bayeux.

Bereits am Mittwoch hatte es in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth eine große D-Day-Gedenkveranstaltung gegeben – unter anderem mit Macron, Trump, May und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Von Portsmouth aus hatte sich damals ein Großteil der Streitkräfte auf den Weg über den Ärmelkanal Richtung Normandie gemacht.

Mehr: Der US-Präsident ist anlässlich des 75. Jahrestags des D-Day in der Normandie. Einer Rockwell-Ausstellung im Weltkriegs-Memorial von Caen bleibt er aber fern.

Treffen von Trump und Macron zur Gedenkfeier in der Normandie
Emmanuel Macron
1 von 23

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat beim Gedenken an den D-Day US-Präsident Donald Trump an seine historische Verantwortung erinnert. „Amerika, lieber Präsident Trump, ist immer dann am größten, wenn es für die Freiheit der anderen gekämpft hat“, sagte der 41-Jährige am Donnerstag auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux. „Wir dürfen niemals aufhören, das Bündnis der freien Völker mit Leben zu erfüllen“, so Macron weiter.

(Foto: AP)
Fliegerspekatkel zum Gedenken an den D-Day
2 von 23

US-Präsident Trump, seine Frau Melania, Frankreichs Präsident Macron und seine Frau Brigitte schauen hoch zu den Fliegern.

(Foto: AP)
Donald Trump
3 von 23

Trump zählte die an der Landung beteiligten rund 130.000 US-Soldaten zu den „allergrößten Amerikanern, die je gelebt haben“. Ihre außergewöhnliche Kampfkraft sei auf ihren einzigartigen Mut zurückzuführen. Die Soldaten seien Bürger freier und unabhängiger Nationen gewesen, die die Pflicht gegenüber ihren Landsleuten und ihren noch ungeborenen Nachkommen zusammengeführt habe.

(Foto: AFP)
Justin Trudeau
4 von 23

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte, die Landung sei ein unvergleichliches Wagnis gewesen. Die dabei gefallenen Soldaten seien „für Dich und mich gestorben“.

(Foto: AFP)
Gespräche am Rande der Feierlichkeiten
5 von 23

Der französische Premierminister Edouard Philippe (links) und der kanadische Premierminister Justin Trudeau sprechen sich noch kurz vor der Rede von Trudeau.

(Foto: AFP)
Donald Trump und Emmanuel Macron
6 von 23

US-Präsident Donald Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßen Veteranen des zweiten Weltkriegs auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer in unmittelbarer Nähe des US-Landebereichs Omaha Beach.

(Foto: Reuters)
Donald und Melania Trump
7 von 23

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania sind für die Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Landung der alliierten Truppen in der Normandie vor 75 Jahren in Frankreich eingetroffen. Auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux nehmen sie gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und anderen Staats- und Regierungschefs an der Gedenkfeier zum Jahrestag des D-Day teil.

(Foto: AP)
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Zeremonie - D-Day-Gedenken: Macron redet Trump ins Gewissen

0 Kommentare zu "Zeremonie: D-Day-Gedenken: Macron redet Trump ins Gewissen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote