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Ziel Deutschland und Österreich Flüchtlinge dürfen einreisen

Für hunderte Flüchtlinge hat ihr Elend in Ungarn ein Ende. Um eine humanitäre Katastrophe zu vermeiden, dürfen sie ausreisen.
04.09.2015 Update: 05.09.2015 - 01:26 Uhr
Rund 300 Flüchtlinge sind in Ungarn aus einem Lager geflohen – so schlimm sind die Zustände. Quelle: ap
Auf der Fucht

Rund 300 Flüchtlinge sind in Ungarn aus einem Lager geflohen – so schlimm sind die Zustände.

(Foto: ap)

Budapest Die aus Ungarn kommenden Flüchtlinge können nach Österreich und Deutschland einreisen. Wie der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann am späten Freitagabend nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA erklärte, sei die Entscheidung mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel abgestimmt. Zuvor hatte sich die Lage in Ungarn immer weiter zugespitzt.

Jede Hilfe kam zu spät: In der ungarischen Stadt Bicske ist am Freitag ein pakistanischer Flüchtling leblos neben Bahngleisen aufgefunden worden. Rettungskräfte sagten der Nachrichtenagentur MTI, sie hätten 50 Minuten lang versucht, den 51-Jährigen wiederzubeleben. Die Bemühungen seien vergebens gewesen. Er gehörte zu einer Gruppe von Menschen, die seit Donnerstag in einem Zug nahe Bicske festsaßen. Die Polizei erklärte, sie könne zur Todesursache noch keine Angaben machen. Aber angesichts der dramatischen Verhältnisse wuchs die Angst vor weiteren schweren Zwischenfällen.

Budapest im Ausnahmezustand. Vor den verschmutzten Toiletten stehen die Menschen Schlange. Um die wenigen Wasserhähne im Untergeschoss des Budapester Keleti-Bahnhofes drängen sich die Flüchtlinge. Nebenan wäschst eine Mutter in schmutzigem braunem Wasser auf dem Granitboden ein paar Kleidungsstücke ihrer Kinder. Von kirchlichen oder staatlichen Organisationen fehlt jede Spur. Selbst das kleine Hilfsbüro der privaten ungarischen „Migration Aid“ ist geschlossen.

In der Transitzone des Ostbahnhofes herrschen hygienische Bedingungen, die bislang in Europa nicht üblich waren. Die Migranten schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Wird Europa, wird Deutschland sie aus ihrer miserablen Lage befreien? Ziellos schlendern ein paar Rechtsextremisten durch den Bahnhof und verschenken verächtliche Blicke an Migranten. Aus Ungarn wollen alle nur noch weg. Das beteuern die Flüchtlinge am Keleti-Bahnhof unisono. Ihre Hoffnung heißt Deutschland. In diese Richtung machten sich nun mehrere hundert Menschen – vor allem Syrer – zu Fuß auf den Weg. Bis zur österreichischen Grenze ist dies ein Marsch von mehreren Tagen. Immer wieder waren „Deutschland“- und „Germany“-Rufe zu hören.

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    Die Flüchtlingswelle auf Europas Schienen
    Hunderte Flüchtlinge in den Zügen nach Österreich und Deutschland
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    Seit Montag sind Hunderte Flüchtlinge in Zügen unterwegs von Ungarn nach Österreich und Deutschland. Nach den gemeinsamen EU-Asylregeln ist Ungarn verpflichtet, alle Einwanderer zu registrieren. Viele Flüchtlinge wollen aber gleich nach Österreich oder Deutschland weiterreisen. Ungarn hatte ihnen am Montag die Weiterreise erlaubt.

    (Foto: dpa)
    Die Reise beginnt in Griechenland
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    Für viele Flüchtlinge beginnt die Reise durch Europa in Griechenland. Wie hier in Idomeni, nahe dem Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien, warten sie auf Züge, die sie über den Balkan nach Westeuropa bringen.

    (Foto: dpa)
    Auf dem Weg nach Budapest
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    Diejenigen, die es über Mazedonien und Serbien nach Ungarn geschafft haben, machen sich auf den Weg in die Hauptstadt Budapest, um von dort nach Österreich und Deutschland weiterzureisen.

    (Foto: dpa)
    Ungarn gibt Züge frei
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    Ungarns Polizei ließ die Flüchtlinge am Montag zu hunderten am Keleti-Bahnhof in Budapest Züge Richtung Österreich besteigen. Bis zu 2000 Menschen hatten seit Tagen in provisorischen Lagern in der ungarischen Hauptstadt ausgeharrt. Am Montag waren keine Sicherheitskräfte mehr zu sehen, die sie aufhielten.

    (Foto: dpa)
    Chaotische Zustände an der Grenze
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    An der ungarisch-österreichischen Grenze (wie hier in Hegyeshalom) kam es in der Folge zu teils chaotischen Zuständen, die Züge wurden am Nachmittag für Kontrollen vorübergehend gestoppt und mussten in der Hitze warten.

    (Foto: dpa)
    Angekommen in München
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    In München und Rosenheim kamen am Montagabend fast 1000 Menschen an. Deren Personalien wurden zum Teil noch am Hauptbahnhof erfasst, zum Teil wurden sie aber direkt mit von der Regierung von Oberbayern eingesetzten Bussen in Flüchtlingsunterkünfte in ganz Bayern gebracht.

    (Foto: dpa)
    Noch mehr Menschen erwartet
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    Voraussichtlich werden in den kommenden Tagen noch viele weiter Flüchtlinge in Bayern ankommen. In den Flüchtlingszügen aus Ungarn sind nach Polizeiangaben allein am Montagabend 3650 Asylsuchende in Wien angekommen. Ein Großteil davon habe sich auf die Weiterreise nach Deutschland begeben, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei am Dienstagmorgen.

    (Foto: dpa)

    „I want to go to Germany. Please, Angela“, hat ein Flüchtling auf die schwarze Wand in der sogenannten Transitzone geschrieben. Ein anderer formuliert seinen Wunsch ganz kurz: „SOS“. Eine Reihe von Europa-Abgeordneten, darunter auch Rebecca Harms, Fraktionschefin der Grünen im EU-Parlament, können den Flüchtlingen nichts versprechen. Denn eine Lösung des Flüchtlingsproblems in Ungarn ist noch immer unklar. Ungarn Premier Viktor Orbán will die Migranten so schnell wie möglich loswerden.

    „Orbán hat ein neues Kapitel gegen die EU eröffnet“, sagt Harms. „Das vernünftige Europa wie Deutschland, Frankreich, Benelux oder Schweden wird dafür Sorge tragen, dass die Flüchtlinge aus Ungarn wegkommen können.“ Wie Harms hoffen ähnlich wie viele Politiker in Westeuropa auf eine verbindliche Quote zu Aufnahme von Flüchtlingen in der gesamten EU.

    Ungarn hat seine Bahnverbindungen in den Westen weiterhin gekappt. Auf den Anzeigentafeln des Budapester Ostbahnhofs werden Flüchtlinge und Reisende informiert, dass alle Zugverbindungen nach Westeuropa weiter gekappt sind. Die Migranten sitzen somit in der Falle. Zu den ungarischen Behörden haben sie ohnehin das letzte Vertrauen verloren. Viele hundert Menschen saßen am Freitag weiterhin in den Zug in Bicske fest, knapp 40 Kilometer von Budapest entfernt.

    „Viele Ungarn hassen Flüchtlinge“
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