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Zoff vor Ministertreffen Frankreich will mehr Euro-Rettungsmilliarden

Der neue Euro-Rettungsschirm soll ausgeweitet werden. Doch über die Höhe dürfte noch gestritten werden. Frankreichs Finanzminister Baroin vergleicht indes den Zweck des Schutzschirms mit dem einer Atombombe.
Update: 29.03.2012 - 21:09 Uhr 33 Kommentare
Frankreich will den künftigen Rettungsschirm auf die Summe von einer Billion Euro ausweiten. Quelle: dapd

Frankreich will den künftigen Rettungsschirm auf die Summe von einer Billion Euro ausweiten.

(Foto: dapd)

Paris/Berlin/Rom Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung der Euro-Finanzminister über den künftigen Rettungsschirm hat Frankreich die Bundesregierung mit einer Eine-Billion-Euro-Forderung verärgert. Der französische Finanzminister François Baroin sprach sich am Donnerstag für eine massive Erhöhung der Kredithilfen auf die Summe von einer Billion Euro aus, wie das zuvor auch die OECD getan hatte. „Das ist die Position, die ich im Namen Frankreichs verteidige“, sagte Baroin am Donnerstag im TV-Sender BFM Business.

Der neue Euro-Schutzwall soll nach Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rund 800 Milliarden Euro groß werden. Diese Zahl nannte Schäuble am Abend während einer Diskussionsveranstaltung in der Kopenhagener Universität. Es werde eine neue Institution geschaffen mit 500 Milliarden Euro an verfügbaren Mitteln. Dazu kämen noch die laufenden Programme für Portugal, Irland und Griechenland sowie EU-Mittel. „800 Milliarden, um Ansteckung zu bekämpfen und unsere Stabilität zu schützen und das weltweite Wachstum abzusichern“, sagte Schäuble. „Das ist überzeugend, das reicht aus.“ Zuvor sagte Schäuble sagte der „Bild“-Zeitung (Freitag) als Reaktion auf Baroins Forderungen: „Ich halte gar nichts davon, die Märkte mit immer neuen Beträgen zu verunsichern.“ Mit Spekulationen über eine weitere Ausweitung der Rettungsschirme würden „die Menschen verunsichert“. Da mache er nicht mit.

Die Euro-Finanzminister kommen an diesem Freitag in Kopenhagen zusammen, um die Rettungsschirme für finanzschwache Mitgliedstaaten zu vergrößern. Sie wollen damit Forderungen internationaler Partner wie der USA entsprechen, die höhere Schutzwälle gegen die Schuldenkrise fordern. Die genaue Höhe ist jedoch Interpretationssache - je nach dem, was dazugezählt wird. Zu den ohnehin schwierigen Abstimmungsprozessen kommt noch hinzu, dass Frankreich derzeit mitten im Wahlkampf steckt.

Baroin meinte, der Zweck des Schutzschirms sei vergleichbar mit dem der Atombombe: „Er wurde geschaffen, um nie eingesetzt zu werden - das nennt man Abschreckung.“ Je höher der Schutzschirm sei, umso geringer das Risiko einer Spekulanten-Attacke auf schwache Länder. Auch die von Industrieländern getragene Wirtschaftsorganisation OECD hatte eine Ausweitung des Rettungsschirms auf mindestens eine Billion Euro gefordert.

Bisher zeichnet sich ab, dass der dauerhafte Rettungsschirm ESM und die verplanten Nothilfen des vorläufigen Krisenfonds EFSF an Irland, Portugal und Griechenland eine Zeit lang parallel laufen. Dies bedeutet, dass das Kreditvolumen in einer Übergangszeit auf 700 Milliarden Euro steigt. Hinzu kämen laut Bundesfinanzministerium noch 49 Milliarden Euro aus dem EU-Krisenfonds EFSM. Unterm Strich stehen damit bis zu 750 Milliarden Euro zur Verfügung. Die deutsche Haftung könnte bis zum Sommer 2013 auf 280 Milliarden Euro klettern.

Schäuble verteidigte eine zeitweise Ausweitung des Rettungsschirms
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33 Kommentare zu "Zoff vor Ministertreffen: Frankreich will mehr Euro-Rettungsmilliarden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Na wenn Sie so dafür sind, können Sie sich ja dann 100 % zum Abarbeiten der zu erwartenden Verbindlichkeiten einsetzen, zusammen mit ihren Urenkeln und den dazwischenliegenden Generationen.
    Und wenn man weiss, was für Lichter in der OECD sitzen wie z.B. Yves Leterme - hinterlassene Bürgschaftssumme von 413 Mrd. € für Dexia, dann hat er sich abgesetzt nach Frankreich - honi soit qui mal Y pense, dann weiss man auch, was man von deren Anbefehlungen zuhalten hat.

    Man wird sich mit einem Berg Zahlungsverpflichtungen gegenübersehen, die die Zukunft für die nächsten Jahrzehnte überschatten. Es sind genau diese Leute, die alles kaputtmachen. Auch ein Christdemokrat.

  • Alle hier abgefassten Kommentare haben irgendwo Recht.
    Nur was nützt dies alles? Die Politiker, besonders die Deutschen sind Lernresistent.Diese werden dieses Wahnsinnsmonster " EURO " bis zum bitteren Ende verteidigen,egal was es kostet.Nur wir Bürger haben die Wahl, dies zu ändern.Nicht durch Wahlen,denn da unterscheiden sich die Parteien in keiner Weise.Nur durch zivilen Ungehorsam und Widerstand wo nur möglich, wird den notwendigen Druck auf unsere Politiker ausüben. Aber, leider, ist dies mit den Deutschen nicht zu machen.Der deutsche Michel wacht halt immer erst auf, wenn es zu spät ist!Deshalb,sein Geld ausserhalb des Euro anlegen und abwarten,bis der ganze Wahnsinn sich selbst elemeniert hat.

  • nach der bazooka kommt nun also die atombombe. mal sehen, wer am lautesten schreit, wenn mal ne echte bombe in europa hochgeht. wir stehen kurz vor dem menschheitsvernichtungskrieg. also alle noch mal frvelhaftes leben genießen. bald ists vorbei.

  • Frankreich kann doch liebend gern für 1.000.000.000.000 € haften und sehen, wie dann ihr Staatshaushalt explodiert.
    Ich würde Herrn Barroin gern vonweg marschieren lassen und zusehen. Spätestens bei Waterloo ist dann wohl Schluß.
    Forderungen sind leicht gestellt.

  • "Es gibt eine Möglichkeit. Das Verfassungsgericht hebt den ESM teilweise oder ganz auf"

    Aber wo ist der Ankläger?

  • In Luft auflösen, so ist es wohl gewollt.

    An Dummheit unserer Politiker sind wir wohl nicht zu übertreffen, das lehrt uns schon unsere Geschichte,aber wenn man das klar sieht, das Volk stand immer dahinter, was man ihm vorgaukelte, sich später entschuldigend, man habe nichts gewußt. Das gilt auch heutzutage :WIE AUCH? Flattert die Information, die es verstehet auf den Abendbrottisch?

    Und so wird es auch retrospektiv später sein, wenn die Nachfolgenden sich fragen, wie konnte das nur geschehen, wie verblendet war man damals, man hat alles verspielt, was man sich für uns nachfolgend angedacht hat.

    Denn so wie wir noch heute das dritte Reich abarbeiten müssen, was unser Denken geprägt hat, werden SIE sich dann auch zur Verantwortung stellen müssen, aber auch die haben nichts gewußt, die Politiker schon mehr oder weniger..

    Die kritische Größe ist das Volksbewußtsein in voller Aufklärung der Situation und das findet auch in der Demokratie nicht statt.

  • Der Vergleich paßt.

    Nur hinterfrage man: wer beabsichtige ein schwaches Europa samt seiner aufoktruierten EURO-Währung, was der Tribut unserer Wiedervereinigung war, im Besonderen eine Schwächung Deutschlands, in einer Union des Aderlasses auf unbestimmte Zeit?

    Mir ist die Antwort klar. Spätestens, als die ölproduzierenden Staaten den damals noch starken EURO bevorzugen wollten, da ging der Wirtschaftskrieg los, denn das hatte man sich ja so nicht vorgestellt. Das wollte man ja gerade verhindern,aber nun haben wir das Problem selbst erledigt, Deutschland krepiert an Forderungen gegenüber seiner Schicksalsgemeinschaft und unsere Politiker basteln noch weiter daran.

    Aus dem starken EURO wurde eine Weichwährung, deren Bestand heute in Frage steht. Und je besser wir durch unsere Wirtschaftsleistung dem entgegen zu steuern versuchen, um so mehr werden wir angezapft.

    Weiß man, wie das Label "Made in Germany" entstanden ist? Damals schottete sich England gegen deutsche Produkte ab, manchmal auch Foreign genannt, negativ belastet.

    Später war das "Made in Germany" ein Qualitätssiegel, fast bis heute, obwohl vieles gar nicht mehr bei uns hhergestellt wird, daran bastelt Brüssel, das auch abzuschaffen.

  • FORTSETZUNG

    Man befindet sich in der Situation - so geht es mir jedenfalls - daß man aus Überzeugung zZt wahrlich KEINE PARTEI mehr wählen kann. Alle meinen aber, sie tun das Richtige.Außer Wahlzettel üngültig machen, fällt mir dazu nichts ein.

    Bei alledem darf man nicht unterschätzen, welch immenser Druck auch aus USA auf uns ausgeübt wird, selbst ein Joschka Fischer - letztens erlebt bei einem Spiegel Gespräch - der fast windelweich gespühlt worden ist aus USA, mit kleinen Ausnahmen, wo er meint, er habe jetzt keine offizielle pol.Position mehr und könne freier reden.

    Man schaue sich nur an, wie Merkel laviert, heute striktes Nein, morgen alles schon wieder von gestern.

    Die ganze Zeit stand Griechenland im Fokus, jetzt drängt sich Spanien auf,oh Schreck, gleichzeitig wird schon wieder erwogen, daß Griechenland noch einen zweiten Schuldenschnitt braucht.

    Profit over People. Neoliberalismus und globale Weltordnung: Noam Chomsky, Michael Haupt
    aus 2000, ist immer noch gültig, sollte wirklich jeder lesen.

    NUR: was können WIR ändern? Haben wir als Volk die Macht, wenn die etablierten Parteien nicht mehr wählbar sind, um Einfluß zu nehmen? Das ist die Begrenzung der Demokratie, daß sich die Einsicht konfrontativ in so nicht zu lösenden Problemen nicht über eine Partei darstellen läßt.

    Lassen wir die Piraten mal außen vor - die sind noch zu unerfahren, können zu vielen wichtigen Problemfeldern nichts sagen- , das ist reiner Protest der Bürger, der sich zunehmend etabliert, hoffentlich.

  • Viele Menschen, ja die überwiegende Zahl, hat keine Ahnung. Deshalb wehren sie sich auch nicht, es geht über ihren Horizont, es sei denn, sie sind direkt spürbar betroffen. Von polit. Entscheidungen und deren Tragweite wissen oder ahnen sehr wenige. Ökonomen, mahnend rechtzeitig, werden auch nicht gehört. Historisch sind eh die Wenigsten bewandert, vielleicht auch noch zu jung, haben leider nicht die Erfahrung, wie man ein Volk verschaukeln kann.

    Abgesehen davon: es ist erwiesen, daß in demokratischen Parlamenten die Mehrheit nicht versteht, über was sie abstimmen - selbst bei der ESF Abstimmung war da eine große Leerrate unserer Abgeordneten, im TV dokumentiert -, man fügt sich der Parteiraison.
    Oft haben sie auch gar keine Gelegenheit sich zu informieren, weil ihnen die Unterlagen zu kurzfristig vorgelegt werden, oder sie würden es ohnehin nicht verstehen, denn es ist nicht ihr Fachgebiet, falls sie überhaupt eines haben, außer das Parteiprogramm populistisch zu verkünden.
    Aber DIE entscheieden über unser Wohl und Wehe!

  • Klar, daß Frankreich das will. Die frz. Banken sind sehr stark in Spanien engagiert, und Spanien wir wohl der nächste Kandidat auf der Rettungsliste sein. Das ärgert sogar die Italiener, die ihr Geld ihrem eigenen Staat geliehen haben und damit weniger betroffen sind.

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