Zoll-Drohungen EU-Kommission warnt Trump vor Eskalation im Handelsstreit

Der Ton im Handelskonflikt wird rauer. US-Präsident Trump will nun mit der EU über niedrigere Zölle auf amerikanischen Produkte verhandeln.
Update: 12.03.2018 - 17:47 Uhr 1 Kommentar
EU-Kommission warnt Trump vor Eskalation im Handelsstreit Quelle: Reuters
Donald Trump

Der amerikanische Präsident hat auf einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner in Pennsylvania Importautos als ein großes Problem bezeichnet.

(Foto: Reuters)

BrüsselNach den Zoll-Drohungen gegen deutsche Autobauer hat die EU-Kommission US-Präsident Donald Trump vor einer weiteren Eskalation des Handelsstreits gewarnt. „Bevor jemand damit anfängt, mit Steinen zu werfen, sollte er besser vorher schauen, dass er nicht in einem Glashaus sitzt“, sagte ein Sprecher am Montag in Brüssel.

Es sei zwar richtig, dass die US-Zölle auf europäische Autos niedriger seien als die EU-Zölle auf Autos aus den USA. Gleichzeitig gebe es aber Bereiche, in denen die USA höhere Zölle erhöben. So liege der US-Einfuhrzoll für Lastwagen und Pick-ups beispielsweise bei 25 Prozent, während andersherum nur ein Satz von 14 Prozent gelte.

Auch im Kreis der Euro-Finanzminister haben beschlossenen US-Schutzzölle Unruhe ausgelöst. Sollte es zu einem Handelskrieg kommen, gäbe es nur Verlierer, sagte Frankreichs Ressortchef Bruno Le Maire bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen am Montag in Brüssel. „Niemand wird einen Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der EU gewinnen.“

Der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU) meinte: „Wir wollen einen freien und offenen Welthandel, weil es für die Verbraucherinnen und Verbraucher, Bürgerinnen und Bürger die beste Situation ist. Deshalb wollen wir einen Handelskrieg wenn möglich vermeiden.“ Ähnlich äußerte sich sein österreichischer Kollege Hartwig Löger: „Trump hat leider Gottes mit seiner Unterschrift die Basis gelegt, wir werden als Europa nachlegen. Aber ich denke, es wird trotzdem in einer vernünftigen Form sich entwickeln lassen.“

Damit reagierten die europäischen Politiker auf Äußerungen von Trump vom Wochenende. Dieser hatte auf einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner in Pennsylvania Importautos als ein großes Problem bezeichnet und gesagt: „Wir werden Mercedes Benz mit Zöllen belegen, wir werden BMW mit Zöllen belegen.“

Trump spielte damit offensichtlich darauf an, dass die Abgaben auf in die USA eingeführte Autos derzeit niedriger sind als EU-Importzölle auf in den USA gebaute Autos. So verlangt die EU etwa 10 Prozent, in den USA sind es dagegen lediglich 2,5 Prozent. Trump hat nun Verhandlungen mit der EU über niedrigere Zölle auf amerikanische Produkte angekündigt. Die Gespräche mit EU-Vertretern werde Handelsminister Wilbur Ross führen, erklärte Trump auf Montag auf Twitter. Thema dabei seien auch andere Handelsschranken. Diese seien „für unsere Bauern und Produzenten nicht fair“.

Die EU-Kommission wies am Montag darauf hin, dass auf Importe in die EU im Schnitt lediglich 3 Prozent Abgaben fällig werden, in den USA seien es mit 2,4 Prozent nicht viel weniger.

Ein Krisengespräch von EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer über von Trump bereits beschlossene Zölle auf Stahl und Aluminium hatte am Samstag keine konkreten Ergebnisse gebracht. Man erwarte, dass es weitere Kontakte geben werde, hieß es von EU-Seite. Der Frage, ob die EU zu einer Diskussion über Zollsenkungen bereit sei, wich die für Handelsfragen zuständige EU-Kommission am Montag aus.


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  • dpa
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1 Kommentar zu "Zoll-Drohungen: EU-Kommission warnt Trump vor Eskalation im Handelsstreit"

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  • Wie schrecklich, keine Erdnussbutter mehr und auch die Chlor-Hühner werden gefühlt fehlen , was soll nur werden ?

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