Zurück aus Nordkorea Witwe von Südkoreas Ex-Präsident in der Heimat

Es war eine Reise, die Hoffnung weckte: Die 92-jährige Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten machte sich auf nach Nordkorea. Doch offizielle Kontakte gab es offenbar nicht.
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Sie fühle sich nach der Reise bestärkt in der Ansicht, dass die beiden Koreas „den Schmerz der Teilung nicht an die nächste Generation weiter geben dürfen“. Quelle: ap
Lee Hee Ho in Seoul

Sie fühle sich nach der Reise bestärkt in der Ansicht, dass die beiden Koreas „den Schmerz der Teilung nicht an die nächste Generation weiter geben dürfen“.

(Foto: ap)

SeoulDie Witwe des südkoreanischen Expräsidenten Kim Dae Jung hat ihre viertägige Nordkoreareise ohne ein Treffen mit Machthaber Kim Jong Un beendet. Die 92-Jährige Lee Hee Ho sagte am Samstag nach ihrer Rückkehr nach Seoul, sie habe keine offizielle Mission im Namen Südkoreas gehabt. Ein Mitglied ihrer Delegation bestätigte, dass es keinen Kontakt zu Kim Jong Un gegeben habe.

Die Reise hatte in Südkorea Hoffnungen auf einen Abbau der Spannungen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten geweckt. In dem Zusammenhang hatte es Spekulationen über mögliche Kontakte zur nordkoreanischen Regierung gegeben. Auf dem offiziell verbreiteten Reiseplan stand dies allerdings nicht. Vorgesehen waren unter anderem Termine in einer Geburtsstation, einem Waisenhaus und einem Kinderkrankenhaus.

Lee sagte, ihre Treffen mit Kindern in Einrichtungen in Pjöngjang seien sehr emotional gewesen. Sie fühle sich bestärkt in der Ansicht, dass die beiden Koreas „den Schmerz der Teilung nicht an die nächste Generation weiter geben dürfen“.

Grausamer Gipfelstürmer
Der höchste Berg Nordkoreas
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Nach Berichten von Staatsmedien hat der kommunistische Diktator Nordkoreas, Kim Jong-Un, am Wochenende den höchsten Berg Nordkoreas erklommen. Der Paektusan ist ein rund 2750 Meter hoher aktiver Vulkan. Er liegt an der Grenze zu China in der Mandschurei. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1903, seitdem gilt der Vulkan als ruhend.

„Kräftiger als alle Atomwaffen“
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Der nordkoreanische Diktator ließ sich dabei von Kampfpiloten der Volksarmee begleiten. „Den Paektu zu besteigen, liefert kostbare Geistesnahrung, die kräftiger ist als alle Atomwaffen“, wird Kim Jong-Un von den nordkoreanischen Staatsmedien zitiert. Seit 2012 bezeichnet sich das Land selbst als „Atommacht“. Insgesamt drei Atomwaffentests soll Nordkorea seit 2006 durchgeführt haben. Gleichzeitig gilt die Bevölkerung als dramatisch unterernährt.

Heiliger Berg
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Der Paektusan hat in Nordkorea eine mythologische Bedeutung. Von hier aus soll Staatsgründer Kim Il-Sung den militärischen Unabhängigkeitskampf gegen Japan organisiert haben. In der nordkoreanischen Propaganda wird der Berg darum als „heiliger Berg“ stilisiert – im Ausland ist der Gründungsmythos jedoch umstritten.. Auf seinem Weg auf den Gipfel des Paektusan besuchte Diktator Kim auch historische Schlachtfelder.

Verrückter Personenkult
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Um die Familie Kim herrscht in Nordkorea ein fast religiöser Personenkult. Kim Jong-Uns Vater Kim Jong-Il wurden nahezu übermenschliche Kräfte nachgesagt. So soll er Kampfflugzeuge gesteuert und Opern komponiert haben. Bei seiner ersten Partie Golf sollen ihm gleich fünf Hole-In-Ones hintereinander gelungen sein, so die Legende – das ist bisher noch niemandem gelungen.

Auf den Spuren des Vaters
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Nach nordkoreanischer „Sage“ war die Reise auf den Gipfel des Paektusan auch so etwas wie Ahnenforschung: Glaubt man der Staatspropaganda, wurde Kims Vater Kim Jong-Il am Fuße des Bergs geboren, wo sich nach seiner Geburt angeblich unmittelbar ein Stern sowie ein doppelter Regenbogen am Himmel bildeten.

Eigentlich aus Sibirien
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Westliche Quellen gehen allerdings davon aus, dass die Geschichte weit weniger spektakulär ablief. Demzufolge sei Kim Jong-Il in einem sowjetischen Ausbildungslager in Sibirien geboren worden, von wo aus sein Vater Kim Il-Sung den Kampf um die Unabhängigkeit Koreas vom Japanischen Kaiserreich während des Zweiten Weltkriegs führte.

Der jüngste Staatschef der Welt
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Auch Kim Jong-Un werden immer wieder bedeutende sportliche Erfolge nachgesagt – allerdings nur in Nordkorea. Im Rest der Welt wird der Diktator häufig verspottet. Ende 2014 wurde die Terrorherrschaft des Despoten in der Hollywood-Komödie „The Interview“ parodiert. Außerdem wählte das amerikanische Satiremagazin „The Onion“ Kim Jong-Un zum „Sexiest Man Alive“ – woraufhin chinesische Medien dem Diktator gratulierten. Kim Jong-Un ist mit vermutlich 32 Jahren der jüngste Staatschef der Welt.

Das Land ist seit Ende des Zweiten Weltkriegs gespalten. Nach Ende des Koreakriegs 1953 gab es keinen Friedensvertrag, sondern nur einen Waffenstillstand.

Lees im Jahr 2009 verstorbener Mann Kim galt als starker Verfechter einer Annäherung an Pjöngjang. 2000 führte er historische Gipfelgespräche mit dem damaligen nordkoreanischen Führer Kim Jong Il, dem Vater des aktuellen Machthabers Kim Jong Un. Im selben Jahr wurde Kim Dae Jung für seine Bemühungen um Aussöhnung der Friedensnobelpreis zugesprochen.

Im vergangenen Jahr lud Kim Jong Un Kims Witwe zu einem Besuch ein, nachdem sie ihm anlässlich des dritten Jahrestags des Todes seines Vaters Blumen geschickt hatte.

  • ap
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