Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zusammenhang mit Fall Litwinenko? Polizei weitet Untersuchung zu russischem Ex-Premier aus

Nach der mysteriösen Erkrankung des russischen Ex-Ministerpräsidenten Jegor Gaidar untersucht die irische Polizei einen möglichen Zusammenhang mit dem tödlichen Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko. Noch immer ist völlig offen, aus welchem Grund Gaidar bei einem Vortrag in Irland plötzlich zusammenbrach.
Der frühere russische Ministerpräsident Jegor Gaidar auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2005. Foto. ap Quelle: ap

Der frühere russische Ministerpräsident Jegor Gaidar auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2005. Foto. ap

(Foto: ap)

HB DUBLIN. Gaidar war in der vergangenen Woche bei einem Vortrag an der Universität von Irland in Maynooth bei Dublin plötzlich zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Gaidars Tochter Maria hatte sich am Donnerstag überzeugt davon geäußert, dass ihr Vater ebenfalls Opfer eines Giftanschlags wurde.

Die irische Polizei schaltete nach eigenen Angaben das Krankenhaus und die Ärzte in die Ermittlungen ein. Alle Bewegungen Gaidars in Irland würden überprüft. Auch über diplomatische Kanäle bemühe man sich um Aufklärung. „Die öffentliche Gesundheit und Sicherheit sind von größter Bedeutung“, hieß es in der Polizeimitteilung vom Donnerstag. Es gebe derzeit jedoch keine Erkenntnis über eine Gefährdung der Öffentlichkeit. Gaidar liegt derzeit in einer Moskauer Klinik und befindet sich nach Angaben von Angehörigen mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

In London soll am heutigen Freitag Litwinenkos Leichnam obduziert werden. Die britischen Ermittler erhoffen sich von der Untersuchung Aufschluss darüber, wie die radioaktive Substanz Polonium 210 in den Körper des Kreml-Kritikers gelangen konnte. Das Ergebnis wird erst in einigen Tagen erwartet. Litwinenko war vor einer Woche gestorben.

Die Affäre sorgt inzwischen in ganz Europa für Aufregung. Nach der Entdeckung von radioaktiven Spuren in zwei Passagierflugzeugen bat die Fluggesellschaft British Airways mehr als 30 000 Fluggäste, sich zu melden. Betroffen sind auch bis zu 3 500 Passagiere, die seit Ende Oktober auf den Verbindungen London-Düsseldorf und London-Frankfurt unterwegs waren. Am Donnerstag meldeten sich mehr als 5 000 beunruhigte Fluggäste. Die Gefahr einer Verstrahlung ist nach offiziellen Angaben aber sehr gering.

Eines der beiden Flugzeuge wurde am Donnerstagabend wieder freigegeben, wie die BBC berichtete. Die Behörden gehen davon aus, dass die Passagiere an Bord der Maschine nicht gefährdet waren. Das zweite Flugzeug wurde weiter untersucht, während eine dritte Maschine zu Tests aus Moskau zurückkehren sollte. Die Untersuchung zweier Boeing-Flugzeuge der russischen Gesellschaft Transaero in Moskau ergab keine erhöhten Strahlenwerte. Das berichtete die russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf die Behörden.

Startseite
Serviceangebote