Zwei Jahre nach der Annexion Ernüchterung auf der Krim

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Armut und Verzweiflung

In Armjansk haben die Menschen mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, die hinter den Schlagzeilen über das Kräftemessen der Staaten zu verschwinden drohen. Bei einem Besuch der Krim im Mai dieses Jahres wurde der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew vor laufenden Kameras von einer verzweifelten Pensionärin angesprochen: „Mit der Rente kann man nicht überleben, die Preise sind verrückt“, klagte sie. Die Antwort Medwedews verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer: „Wir haben einfach kein Geld. Halten Sie durch.“

Mit ihren Hotels entlang der malerischen Küste am Schwarzen Meer zog die Krim zuletzt sechs Millionen Touristen pro Jahr an, viele von ihnen Ukrainer, die mit dem Zug anreisen konnten. Seit der Annexion der Halbinsel sind die Besucherzahlen massiv eingebrochen. Ukrainische Touristen bleiben fern und russische Urlauber, die mit dem Flugzeug anreisen müssen, können den Rückgang nicht kompensieren.

Super-Putin rockt die Russen
Das Putin-Handy
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Manche schmücken ihre Handyhülle mit Glitzer, Bildern von Dumbo oder auch einem persönlichen Foto. Hauptsache süß oder lustig. „Da pass ich gut rein“, muss sich der russische Präsident Wladimir Putin gedacht haben und hat sich prompt selbst als Hülle vervielfältigen lassen.

Das Putin-Feuerzeug
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Wer schon immer mal einen Präsidenten in der Pfeife rauchen wollte – mit Wladimir Putin kann man die Pfeife (oder die Zigarette) wenigstens anzünden. Vielleicht als Vorstufe zum Putin-Tabak.

Putin-Kaffeekopf
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Am Tag werden weltweit rund zweieinhalb Milliarden Tassen Kaffee getrunken. Wie viele davon schon zu Bruch gegangen sind, weil sich jemand erschreckt hat, dass ihn sein Kaffee mit dem Gesicht eines Diktators angeglotzt hat – das steht in keiner Statistik.

Putin-Plakat
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Charmant zwinkert Putin in der Shoppingmall den Besuchern zu. „Kommt rein in diesen Laden“, scheint er zu sagen. „Ich weiß, was ihr kaufen wollt. Ihr könnt mir voll und ganz vertrauen.“

Putin-ShirDabei
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Dabei wissen wir doch eigentlich spätestens seit dem Dschungelbuch, dass auf den Satz „Vertrau mir“ niemals etwas Gutes folgt. Dann endet man nämlich ehe man sich versieht...

Putin-Sport
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...als Putin-Werbefläche. Und zwar verschwitzt, ausgepowert und mit abgerissenen Ärmeln.

Putin-Preis
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Aber ohne Geld. Denn wenn man schon die Ehre hat, Litfaßsäule auf Beinen für den russischen Präsidenten zu spielen – dann kann man da ruhig selbst ein bisschen was für springen lassen.

„Als wir noch zur Ukraine gehörten, kamen viel mehr Leute“, sagt ein Kellner des Restaurants „Europa“ im beliebten Strandort Jewpatorija. „Man konnte sich kaum einen Weg durch die Menschenmenge bahnen.“ Jetzt lässt der junge Mann den Blick sorgenvoll über die fast leere Terrasse des Lokals schweifen.

Auch Natalia, ebenfalls Kellnerin in einem Restaurant in Jewpatorija bemerkt die negativen Folgen der Annexion. "Die Leute geben weniger Geld aus. Sie bestellen kaum etwas und wir bekommen weniger Trinkgeld", erzählt sie. „Viele Russen sind schockiert von den hohen Preisen. Wir sind ja selbst schockiert.“

  • rtr
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