Zweifel an Vorwürfen 1000 Türken könnten aus Haft entlassen werden

Die türkische Staatsanwaltschaft bezweifelt in Rund 1000 Fällen die Vorwürfe gegen inhaftierte mutmaßliche Gülen-Anhänger. Jetzt wird die Freilassung der Betroffenen erwogen.
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Der Geistliche lebt im Exil, seine Anhänger werden in der Türkei rechtlich verfolgt. Quelle: dpa
Fethullah Gülen

Der Geistliche lebt im Exil, seine Anhänger werden in der Türkei rechtlich verfolgt.

(Foto: dpa)

AnkaraRund 1000 Menschen in der Türkei könnten nach Einschätzung des Chefanklägers von Ankara fälschlicherweise wegen Verbindungen zu dem im Exil lebenden Geistlichen Fethullah Gülen beschuldigt worden sein. Sie könnten aus dem Gefängnis entlassen werden, sagte Staatsanwalt Yüksel Kocaman am Mittwoch. Die türkische Regierung macht Gülen und seine Bewegung für den Putschversuch vom Sommer 2016 verantwortlich.

Gülens Bewegung habe offenbar ein Programm entwickelt, das es so erscheinen lasse, als nutzten Unschuldige eine bestimmte verschlüsselte Messenger-App, sagte Kocaman. Diese wurde laut Staatsanwaltschaft von Anhängern Gülens genutzt, um heimlich miteinander zu kommunizieren.

Die Anklage betrachtete die Verwendung der Bylock-App als Beweis für eine Mitgliedschaft in Gülens Netzwerk. Kocaman sagte jetzt, das Netzwerk habe das Programm entwickelt, um es den Behörden zu erschweren, echte Bylock-Nutzer aufzuspüren.

Gülen hat eine Verwicklung in den Putschversuch zurückgewiesen. Seit dem vereitelten Coup wurden in der Türkei rund 50 000 Menschen festgenommen, 110 000 weitere verloren ihren Job im öffentlichen Dienst.

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