Zweiter Weltkrieg Polen will Rechtsweg für Reparationen von Deutschland prüfen

Deutschland hat polnische Forderungen auf Reparationszahlungen für den Zweiten Weltkrieg stets zurückgewiesen. Nun prüft Polen den Rechtsweg.
5 Kommentare
Der polnische Außenminister fordert eine Kompensation der Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg. Quelle: dpa
Jacek Czaputowicz

Der polnische Außenminister fordert eine Kompensation der Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg.

(Foto: dpa)

WarschauPolen will dieses Jahr Möglichkeiten ausloten, um von Deutschland Reparationen für die Zerstörung des Landes im Zweiten Weltkrieg zu erhalten. „Wir werden über die Notwendigkeit einer Kompensation der Polen für die Schäden reden, die das Land während des Zweiten Weltkrieges erlitten hat“, kündigte Außenminister Jacek Czaputowicz am Mittwoch im Parlament in Warschau an.

„Wir werden dazu juristische, politische und finanzielle Wege prüfen“, sagte Czaputowicz. Die Bundesregierung vertritt dagegen die Position, dass Polen keinen Anspruch mehr auf Reparationszahlungen hat.

Polen hatte zuletzt erklärt, es erwäge eine Klage in den USA, um von Deutschland Reparationszahlungen wegen Schäden im Zweiten Weltkrieg zu erzwingen. Polen hatte in jüngster Zeit wiederholt Reparationsforderungen gestellt. Die Bundesrepublik hat sie stets zurückgewiesen mit dem Argument, Polen habe 1953 auf Forderungen verzichtet.

Spätestens mit dem Abschluss des Zwei-Plus-Vier-Vertrages von 1990 seien etwaige Reparationsansprüche untergegangen. Polnische Rechtsexperten kamen dagegen im September zu dem Ergebnis, dass Polen Forderungen stellen könne. Der Verzicht Polens von 1953 sei verfassungswidrig und ungültig, heißt es in ihrem Gutachten. Die polnische Regierung habe damals auf Druck der Sowjetunion gehandelt, Polen sei zu dem Zeitpunkt kein souveräner Staat gewesen.

  • rtr
Startseite

5 Kommentare zu "Zweiter Weltkrieg: Polen will Rechtsweg für Reparationen von Deutschland prüfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Frank-Michael Roediger,

    mit Abstand der treffendste Kommentar des heutigen Tages zur Sache.

  • Hallo Herr Metz,

    Herr Send hat völlig recht. Über die Zollrechte verfügt ausschließlich Brüssel.

    Noch ein Wort zur ökonomischen Betrachtung der „Volltrottel“

    Stellen Sie doch mal einen Vergleich mit dem ökonomischen Wert des seit 2015 laufenden „Konjunkturprogramms“ an.

    Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die „Umverteilungspolitik“ sondern vor Allem die Arbeitssicherung. Sie erkennen dann vielleicht den Versuch von extrem Hochbegabten „das Perpeteuum mobile“ endlich wahr werden zu lassen.

  • Wo und wie etwas zu holen ist, das weiß Polen schon. Andernfalls würden der polnische Staat nämlich auch an Russland entsprechende Forderungen wegen Kriegsschäden und geraubter Gebiete stellen. Schließlich hat die SU keine andere Rolle beim Beginn des 2. WK als Deutschland gespielt – ohne dass das eine Kriegserklärung Englands und Frankreichs zur Folge gehabt hätte.

    Aber die polnische Regierung lebt in der Realität und weiß, dass Forderungen gegen der Rechtsnachfolger der SU sinnlos sind.

    Meine Meinung ist, dass wir es mit einer sehe gefährlichen polnischen Regierung zu tun haben, die damit eine perfide, leider aber immer schon erfolgreiche Methode anwendet.

    Sollten die mit der Forderung ganz oder teilweise durchkommen, können die bei ihren Wählern „glänzen“. Wenn nicht, zum stigmatisieren Deutschlands reicht das Thema aber auch.

  • Ja ich bin für Reparationszahlungen, aber von Polen. Mir gehört als Erbe noch ein Haus aus dem mein Opa vertrieben und meine Oma ermordet wurde. Dies will ich im Falle von Reparationszahlung von deutscher Seite von den Polen samt Entschädigungen zurück.

    In der EU verlange ich, dass Polen als Netto-Zahlungsempfänger ab sofort kein Geld mehr erhält, da es dies ja aus Deutschland als Nettozahler erhält.
    Polen soll bitte als souveräner Staat aus der EU austreten dann können sie machen was sie wollen. Aber was hat mir schon vor jahren ein Ingenieur aus Polen gesagt: "seine Landsleute könnten beten, streiken und die Hand aufhalten". Wenn ich Polen so die letzten Jahre sehe muß ich sagen das trift auf die Bevölkerung nicht zu, aber die jetzige Regierung ist ein korrupter faschistischer Haufen der nur Zwietracht säen will.

    Sollte Polen so eine Klage einreichen erwarte ich dass Deutschland die Grenze aufgrund dieses unfreundlichen Akts schließt und die Arbeitnehmer und Niederlassung Freizügigkeit für Polen sofort außer Kraft setzt. In der NATO muß Deutschland sofort erklären, dass der Beistandspakt für Polen für Deutschland nicht mehr gilt.

    Wer uns angreift den müssen wir nicht auch noch füttern und schützen.

  • Ich denke, dass eine Klärung der Reparationsfrage im Sinne Deutschlands sehr wünschenswert ist.

    Mit dem Ende des WKII hat Polen mehr als 100.000 Km2 deutschen Bodens in Besitz genommen und > 10 Mio. Deutsche "befreit"/"umgesiedelt*". Allein aus Privatbesitz kamen Millionen Wohnhäuser, Bauernhöfe mit landwirtschaftlichen Flächen, Gewerbe, Industriebetriebe, Kohlebergwerke...in polnische "Verwaltung". Wenn man deren Immobilienwert, Miete/Pacht über die vergangenen 70 Jahre addiert, erhält man einen Billionenbetrag.


    *politisch korrekter Ausdruck im Sinne des deutschen Politiksystems. Befreiung inkludiert töten, vergewaltigen, brandschatzen, enteignen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%