Zweites Kreditpaket Juncker setzt Griechenland die Pistole auf die Brust

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker knüpft weitere Griechenland-Hilfen an eine klare Bedingung. Die führenden Parteien müssten ein nationales Reformbündnis schließen - ansonsten soll es kein zweites Kreditpaket geben.
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Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker. Quelle: dpa

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker.

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BrüsselDer Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, hat die führenden Parteien Griechenlands aufgefordert, erneut ein nationales Reformbündnis zu schließen. „Die Chefs der drei führenden Parteien müssen wieder eine Reformvereinbarung unterschreiben“, sagte Juncker dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Dies sei zwingende Voraussetzung dafür, dass die Euro-Zone ein zweites Kreditpaket für Griechenland beschließe

Juncker zeigte sich enttäuscht von den bisherigen griechischen Reformen. „Die Regierung strengt sich zwar an, doch die Strukturreformen kommen zu langsam voran. Erst am Montag ist ein wichtiges Reformgesetz im Parlament gescheitert. Vereinzelte Lobbys sind immer stärker als denkbare parlamentarische Mehrheiten. Das wirft einen Schatten auf Griechenland“, sagte der Eurogruppen-Chef. Er warnte Griechenland davor, sich noch länger den Reformanforderungen der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu widersetzen: „Kein Land hält es aus, pausenlos am Pranger zu stehen“, sagte Juncker

Basisdaten Griechenland

Quelle: Eurostat
*Schätzung

Gleichwohl glaubt er nicht daran, dass Griechenland die Währungsunion verlassen wird. Vielmehr werde die Euro-Zone dem Land länger als bisher absehbar helfen müssen. Zehn Jahre würden dafür nicht genügen. „Ich glaube nicht, dass dieser Zeitraum ausreicht“, sagte Juncker

Der Premierminister schloss nicht aus, dass neben den privaten Gläubigern auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Euro-Staaten Griechenland Schulden erlassen müssen. Solche Lösungsvorschläge halte er „nicht für völlig absurd. Es wäre aber absurd, sie jetzt öffentlich zu kommentieren“, sagte Juncker.

Die Eurogruppe will Juncker nur noch bis Mitte dieses Jahres leiten. Dann läuft seine Amtszeit aus, und eine Verlängerung strebt er nicht an. „Es liegt nicht im Spektrum meiner Ambitionen, dieses Amt weiterzuführen. Aber man muss jemanden finden, der es machen kann und will.“

 

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41 Kommentare zu "Zweites Kreditpaket: Juncker setzt Griechenland die Pistole auf die Brust"

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  • Das letzte mal als sich fremde Staaten in die Innenpolitik eines souveränen europäischen Staates eingemischt haben war grade der 2. Weltkrtieg beendet und die Siegermächte bestimmten wie es in Deutschland weitergeht.

  • Das ist Juncker mit seiner EU:

    “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

    EU-Kommissar Jean-Claude Juncker
    [Der Spiegel, Nr. 52/1999]

  • "Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker knüpft weitere Griechenland-Hilfen an eine klare Bedingung."

    Will Juncker damit bekannt machen, dass die Milliarden, die nach Griechenland bereits geflossen sind, nicht an klare Bedingungen geknüpft waren?

    Das sollen Treuhänder unserer Steuermilliarden sein?

  • Hurra! Also wir muessen das gluecklichste Volk der welt sein. Seit 2.5 jahren sind wir schon 15 mal gerettet worden. Wir wollen nicht mehr, Danke. (Mein Gott)

  • asch ja - Herr Juncker kommt auch langsam drauf, daß Griechenland nicht zu halten ist, nachdem er jahrelang für Transfer- und Rettungszahlungen im Brustton der Überzeugung eingetreten ist. Ein Konkursverschlepper ersten Ranges plötzlich als gewandelter Paulus - extrem unglaubwürdiges Schmierentheater.

  • Ich habe das Gefühl, Chinesen oder Amis würden sich nicht so an der Nase herumführen lassen.

  • @Brain58
    Ja, pro Kopf zahlt Luxemburg mehr. Aber wenn es ins Verhältnis zum pro-Kopf-Einkommen gerechnet wird, dann bezahlen die Luxemburger viel weniger. Da müssten sie pro Kopf 4x so viel bezahlen. Also irreführend. Die Deutschen werden ausgebeutet, die Luxemburger nicht!

  • es ist nur noch eine Show fuer die dummen Massen. Besonders der deutsche Buerger wird Arbeit und Schweiss dafuer bezahlen.
    Ich verwette meine letzte Hose dafuer, dass spaetestens im September das unser AAA+ Geschichte ist.
    Dann werden wir jedes Jahr zig Milliarden zusaetzlich an Zinsen bezahlen.
    Aber die Renten der Politiker sind gesichert.

  • Juncker und Überzeugungen?? Seine einzige Überzeugung scheint zu sein, möglichst schnell eine EudssR einzuführen, bei der der Steuermichel bis auf die Knochen abgenagt wird.

  • Kein Problem, die Griechen unterschreiben JEDE Reformvereinbarung denn sie wissen dass die EURO-Wahnsinnigen auch wissen dass JEDE Vereinbarung mit Griechen das Papier nicht wert ist.

    Ganz einfach - Griechenland raus aus dem Euro-Club auch wenns uns was kostet. Am besten Griechenland auch raus aus der EU.

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