2,8 Millionen Arbeitslose Jobaufschwung trotz steigender Arbeitslosigkeit

Wenn die Temperaturen fallen, steigen die Arbeitslosenzahlen - auch zum Jahresende 2011 war das nach Einschätzung von Experten nicht anders. Trotzdem sind sie optimistisch.
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Das Logo der Agentur für Arbeit. Quelle: dapd

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(Foto: dapd)

Berlin/NürnbergTrotz steigender Arbeitslosigkeit hat der Jobaufschwung nach Experteneinschätzung auch im Dezember kaum an Fahrt verloren. Zwar sei die Zahl Erwerbslosen am Jahresende um rund 90 000 auf 2,8 Millionen gestiegen.

Dies sei aber hauptsächlich dem Winterwetter geschuldet, das alljährlich auf dem Bau, in der Landwirtschaft, in Gärtnereien und der Gastronomie vorübergehend zu einem Jobabbau führt. Nach Abzug jahreszeitlicher Effekte sei die Arbeitslosigkeit zum Jahresende aber sogar leicht gesunken - und zwar um 10 000 bis 20 000, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer dpa-Umfrage.

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit an diesem Dienstag (3. Januar) in Nürnberg bekanntgeben. BA-Chef Frank-Jürgen Weise will dabei zugleich die Arbeitsmarktbilanz für 2011 vorlegen. Bestärkt sahen sich Volkswirte von den jüngsten Daten der Bundesagentur zur Entwicklung bei den offenen Stellen. Danach hat es in Deutschland so viele freie Stellen wie nie zuvor seit dem Wiedervereinigungsboom gegeben.

Die unverändert starke Nachfrage nach Arbeitskräften hat damit sogar das Rekordniveau vom November noch einmal übertroffen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg. Der von ihr monatlich veröffentlichte Stellenindex BA-X lag im Dezember mit 180 Zählern einen Punkt über dem Novemberwert. Im Vergleich zum Dezember 2010 entspricht dies einem Zuwachs von 24 Punkten, berichtete die BA einen Tag vor Bekanntgabe der Dezember-Arbeitslosenzahlen. Ursache dafür sei vor allem die gute wirtschaftliche Entwicklung.

Den größten Arbeitskräftebedarf meldete nach Bundesagentur-Angaben weiterhin die Zeitarbeit; inzwischen stamme jede dritte Stelle aus dieser Branche. Darüber hinaus suchen nach BA-Erkenntnissen auch Unternehmen des Groß- und Einzelhandels, Baufirmen und die Gastronomie neue Mitarbeiter. Eine größere Arbeitskräftenachfrage gebe es darüber hinaus im Gesundheits- und Sozialwesen.

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15 Kommentare zu "2,8 Millionen Arbeitslose: Jobaufschwung trotz steigender Arbeitslosigkeit"

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  • Den Unterhalt des Chefs kann er sich mit einem zumutbarem Billiglohn verdienen. Den Rest holt er sich dann vom Amt.
    Geht doch.

    Schönen Tag noch.

  • @Renee
    Unsinn, allein die 1 Mio zeitrabeiter könnte einen höheren Lohn bekommen ohne das die Entleiher pleite gehen: wenn nämlich das als Lohn gezahlt würde, was der Entleiher der Leihfa. zahlt.

  • Der Staat finanziert nicht (nie) über die Ausgaben für Aufstocker und Ein-Euro-Jobber eine besser bezahlte und menschenwürdige Arbeit, sondern hilft den Unternehmern auf Kosten der Steuerzahler ihre Profite zu maximieren! Aus der Perspektive können es wohl einige noch nicht sehen?

  • Fakt ist, dass die Einkommen aus Kapitalerträgen, die Summe der insgesamt ausbezahlten Renten und Pensionen sowie die Transfers in das Ausland ( =“ Exportnation“) in den letzten Jahren deutlich stärker und schneller in Deutschland gestiegen sind als die Löhne.

    Nur zur Klarstellung: Nicht die einzelne Rente pro Kopf ist gestiegen, die Summe aller Renten!

    Die Leute sind heute qualifiziert! Diese Ausbildung haben die Beschäftigten in der Regel selbst bezahlt. Vor 30 Jahren war die Quote der Beschäftigten mit Studium viel geringer.

    Heute geht „Arbeit über Alles“: Zeitarbeit boomt trotz vermeidlicher „Übernahmequoten“ oder „Klebeeffekte“. Praktika und Befristungen sind üblich. Solo-Selbständigkeit ist der sichere Weg in die Altersarmut.

    Wichtig ist Transparenz: Die Löhne in der Zeitarbeit liegen deutlich unter denen der Industrie. Aufstiegsmöglichkeiten sind in der Zeitarbeit quasi nicht gegeben. Arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten und besondere Sozialleistungen: Fehlanzeige. Zeitkonten führen dazu, dass trotz Arbeit in einem Monat die Lohnauszahlung in bestimmten Monaten gegen Null gehen kann…..

  • Fakt ist, dass die Einkommen aus Kapitalerträgen, die Summe der insgesamt ausbezahlten Renten und Pensionen sowie die Transfers in das Ausland ( =“ Exportnation“) in den letzten Jahren deutlich stärker und schneller in Deutschland gestiegen sind als die Löhne.

    Nur zur Klarstellung: Nicht die einzelne Rente pro Kopf ist gestiegen, die Summe aller Renten!

    Die Leute sind heute qualifiziert! Diese Ausbildung haben die Beschäftigten in der Regel selbst bezahlt. Vor 30 Jahren war die Quote der Beschäftigten mit Studium viel geringer.

    Heute geht „Arbeit über Alles“: Zeitarbeit boomt trotz vermeidlicher „Übernahmequoten“ oder „Klebeeffekte“. Praktika und Befristungen sind üblich. Solo-Selbständigkeit ist der sichere Weg in die Altersarmut.

    Wichtig ist Transparenz: Die Löhne in der Zeitarbeit liegen deutlich unter denen der Industrie. Aufstiegsmöglichkeiten sind in der Zeitarbeit quasi nicht gegeben. Arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten und besondere Sozialleistungen: Fehlanzeige. Zeitkonten führen dazu, dass trotz Arbeit in einem Monat die Lohnauszahlung in bestimmten Monaten gegen Null gehen kann…..

  • Dann ziehen Sie doch die Zahlen der ILO oder von Eurostat zu Rate. Dort steht Deutschland sogar noch besser da als in den Zahlen der BA.

  • Die website "Deutschland-aktuell" berichtet zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Dezember vorab um 9 Uhr 02:

    Nürnberg
    Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist im Dezember überraschend auf 2.684 Mio Arbeitslose gesunken.Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum November um 30.000. Volkswirte hatten demgegenüber mit einem saisonalen Anstieg von 50000 - 90000 gerechnet.
    Das teilte Bundesarbeitsministerin von der Leyen vorab mit.
    Selbst sie sei von dieser Entwicklung vollkommen überrascht."
    (ZITAT)

  • "prekär" ist populistisch.

    Wenn die USA den Import dt. Autos mit Zöllen belegt, daraufhin der Arbeitnehmer bei VW seinen Job verliert, war dieser dann "prekär"?

  • Gäbe es diese Jobs nicht, müßte der Steuerzahler den gesamten Unterhalt dieser Person zahlen, und falls es Mindestlöhne gibt und das Unternehmen daran scheitern, den Unterhalt des Chefs gleich mit.

  • Und so subventionieren die Steuerzahler mit Aufstockung für die unglückseligen Arbeitssklaven die Gewinne der Reichen.

    Verlogene Propaganda. Was läßt sich an 5Mio Arbeitslosen schönreden. Hinzukommen Millionen prekärer Arbeitsverhältnisse.

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