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Angst vor Rezession Spekulationen um nächste EZB-Zinssenkung im Dezember

EZB-Ratsmitglied Yves Mersch warnt vor einer Rezession. Die Wirtschaft in der Euro-Zone sei „im freien Fall“. Experten halten es für wahrscheinlich, dass die EZB den Geldhahn im Dezember erneut stärker aufdreht.
04.11.2011 - 10:18 Uhr 2 Kommentare
EZB-Tower in Frankfurt. Quelle: dpa

EZB-Tower in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Brüssel Nach der Zinswende der EZB hat Ratsmitglied Yves Mersch mit einem düsteren Konjunkturausblick Spekulationen über eine weitere geldpolitische Lockerung genährt. „Noch vor einigen Monaten veranschlagten wir die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall in die Rezession bei weniger als zehn Prozent, jetzt liegt sie bei mehr als 50 Prozent“, warnte der luxemburgische Notenbankchef in einem Rundfunk-Interview am Donnerstagabend. Die Wirtschaft in der Euro-Zone befinde sich praktisch „im freien Fall“.

Auch der neue EZB-Chef Mario Draghi hatte nach der überraschenden Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent gesagt, zum Jahresende drohe womöglich eine „milde Rezession“. Von Reuters befragte Experten sehen die Chancen für eine weitere Zinssenkung im Dezember bei 50 Prozent. 25 von 51 Fachleuten erwarten, dass die Zentralbank den Schlüsselzins zum Jahresende auf 1,0 Prozent kappen wird. Damit wäre wieder das Niveau vom Frühjahr 2011 erreicht, bevor die EZB im Kampf gegen die anziehende Inflation mit zwei Zinserhöhungen im April und Juli gegensteuerte.

Mittlerweile liegt die Inflationsrate zwar mit 3,0 Prozent noch immer weit über der Zielmarke der EZB von knapp zwei Prozent. Doch geht Draghi davon aus, dass der Preisdruck im nächsten Jahr kräftig nachlassen wird. 24 der von Reuters befragten Experten rechnen damit, dass sich die Zentralbank noch bis zum ersten Quartal 2012 mit einer weiteren Zinssenkung Zeit lassen wird. Nur zwei EZB-Beobachter gehen davon aus, dass sich vorerst nichts mehr an der Zinsfront tun wird.

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    • rtr
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    2 Kommentare zu "Angst vor Rezession : Spekulationen um nächste EZB-Zinssenkung im Dezember"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist nicht unwahrscheinlich, daß wir in der Eurozone auf eine Stagflation zusteuern.

      Die Geldpolitik der EZB wird den Preisauftrieb noch befördern, ohne daß das reale BIP angeregt wird.

    • Wenn die Deutschen den Inflationsschub spüren, werden Merkels Umfragewerte in den Keller sacken. Warum bezieht die Bundesregierung nicht eindeutig gegen die derzeitige EZB Politik Stellung? Jetzt ist die Politik gefragt, nicht wenn es darum geht ausländische Regierungen zu stürzen.

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