BIP-Zahlen Deutschland und Frankreich drücken Wachstum der Euro-Zone

Spanien und Portugal sind die neuen Wachstumsstars der Euro-Zone. Unterm Strich jedoch stagnierte die Wirtschaft im Euroraum im zweiten Quartal. Das lag vor allem an den drei größten Volkswirtschaften.
Update: 14.08.2014 - 09:05 Uhr 9 Kommentare
Containerschiffe im Hamburger Hafen: Die Euro-Industrie schrumpft. Quelle: dpa

Containerschiffe im Hamburger Hafen: Die Euro-Industrie schrumpft.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Wirtschaft in der Euro-Zone hat im Frühjahr überraschend nur stagniert. Vor allem eine Flaute in den drei größten Volkswirtschaften sorgte dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt im Währungsraum zwischen April und Juni auf dem Niveau des Vorquartals verharrte, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. In Deutschland schrumpfte die Wirtschaft überraschend um 0,2 Prozent und damit so stark wie seit gut einem Jahr nicht mehr.

Das Statistische Bundesamt wandte dabei erstmals die Regeln des „Europäischen System der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung“ (ESVG) von 2010 an. Insgesamt ist dadurch das BIP-Niveau um etwa 80 Milliarden Euro gestiegen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorquartal erklärt sich dadurch, dass alle BIP-Zahlen bis 1991 nach oben revidiert und auf die neue Berechnungsmethode umgestellt wurden.  

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um (revidiert) 0,7 Prozent gewachsen und hatte vor allem am Bau vom milden Winter profitiert.

„Der Rückgang war etwas deutlicher als erwartet“, sagte Holger Sandte von Nordea. „Auch für das dritte Quartal sieht es derzeit nicht nach viel Schwung aus.“ Das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung (DIW) warnte. „Die wohl rückläufigen Ausrüstungsinvestitionen weisen auf erste Bremsspuren aufgrund der geopolitischen Krisen hin“, sagte DIW-Experte Simon Junker.

Da die Exporte weniger stark stiegen als die Importe, dämpfte der Außenhandel insgesamt die Konjunktur, wie die Statistiker erklärten. „Daneben gingen die Investitionen insbesondere in Bauten deutlich zurück.“ Dagegen hätten die privaten Verbraucher und die öffentlichen Haushalte ihren Konsum jeweils etwas gesteigert. Für Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer ist der Rückgang des BIP im Wesentlichen ein Baueffekt. „Wegen des milden Winters wurden große Teile der Bauproduktion ins erste Quartal vorgezogen, zulasten das zweiten Quartals“, so Krämer in einer ersten Analyse.

Ohne diesen Effekt hätte es im Frühjahr ein Wachstum von 0,2 Prozent gegeben. „Ich sehe keine Rezessionsgefahr. Der Leitzins ist viel zu niedrig für Deutschland, das entfacht das Wachstum“, sagte Krämer. „Das ist nur eine Delle.“

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9 Kommentare zu "BIP-Zahlen: Deutschland und Frankreich drücken Wachstum der Euro-Zone "

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  • Was sogar im Ausland diskutiert wird, wird hier verschwiegen. Die Industrie-Investitionen sind zurückgegangen, weil die Unternehmen keine sichere Energieversorgung in Deutschland sehen. In D gehen z.Z. nur 17% des BIPs in Investitionen, üblich (und im Ausland aktuell auch gemessen) sind 21%. Man investiert nicht mehr in neue Fabriken, da die bei der nächsten Flaute eh abgestellt werden müssen. Also geht man nach USA, vielleicht auch nach Polen. Und das macht sich zunächst subtil, aber bald deutlich stärker merkbar im gesamten BIP bemerkbar.
    Und so was steht nicht in einer Wirtschaftszeitung!?
    Gute Nacht, Deutschland!

  • Da müssen sich dann in Zukunft Frankreich und Deutschland noch mehr an die Öko-Sozialistische Marschroute Prostituieren und auf den Kriminellen Weg der sog. Erneuerbaren Energiemafia (Energiewende per perfiden und asozialen EEG) aufspringen. Damit auch morgen das Abzocken der Gesellschaft und die Vernichtung der wertschöpfenden Industrie (Kraftwerks) Arbeitsplätze weitergehen kann. Die Schmuggler des EE-Virus einer Grün-Sozialistsichen Ideologie werden schon dafür sorgen, dass Europa weiter verarmt und in sozialen Unruhen endet.

  • D ist für alle Hochqualifizierten ein Paradies.
    Das Geld liegt auf der Staße ... man muss sich dazu allerdings bücken, was bei Fettleibigkeit nicht möglich ist. Diese lassen sich das Geld dann von der Arge bringen.

  • Jaja sicher wieder alle anderen Schuld dadran.
    Dann müssen halt noch mehr Sachen nach Asien exportiert
    werden und die Löhne noch weiter gedrückt werden.
    Haben Sie sich mal nicht so immerihn ist nur das Export-
    barometer und das BIP wichtig.

    Lustig das vor der BIP-Erhöhung durch neue Berechnungs-
    grundlagen das BIP gesunken ist laut alter Methode.

    Sollen hier etwa die ganzen illegalen Sachen verschleiert
    werden die man zu lässt um dieses wankende Land stabil zu
    halten?

    Sicher nicht nein hier geht alles ganz korrekt zu.

  • Wir sind auf einem guten Weg.

    Könnten jetzt bitte der alte Mann im Rollstuhl und seine Gouvernante Merkel diese Durchhalteparole wieder zum Besten geben, damit Familie Gewöhnlich morgen beim Zeitunglesen am Frühstückstisch weiß, dass letztlich alles in Ordnung ist.

  • Nein! Die Wirtschaftsleistung ist stark gestiegen. Man muss nur die Berechnung ändern. Dann ist es nicht einmal eine Statistikfälschung. Das haben unsere EU-Kommunisten von Obama gelernt. Was nicht passt wird passend gerechnet. Mal schauen, ob das bei meiner Bank des Vertrauens auch funktioniert.

  • Volle Zustimmung von mir, obwohl ich kein Ökonomiestudium absolviert habe.

    Die Liste der Brems- und sogar Letalfaktoren, die die Politik zur Zerstörung der Wirtschaftskraft Deutschlands geschaffen hat, ist ja in Wahrheit noch sehr viel länger, als es die von Ihnen stichwortartig angesprochenen Punkte erkennen lassen.

    Man müsste zumindest die Russlandsanktionen, die finanzielle Represion, die ständig steigende Steuer- und Abgabenlast (aktuell: Merkel spricht sich für eine Beibehaltung des Soli aus), die Energiewende insgesamt und die Ruinierung der Staatsfinanzen durch die ständige Geldverbrennung auf dem Altar der "Eurorettung" hinzufügen.

    Dies alles und noch vieles mehr dürfte dazu führen, dass die deutsche Wirtschaft nicht nur in eine zyklische Rezession schlittert, sondern in einen langfristigen Abwärtstrend eintaucht.

    Unsere Kinder und Enkelkinder werden es schwer haben, sich in diesem Land noch eine befriedigende wirtschaftliche Existenz zu erarbeiten.

  • Sie haben auch den Einfluss der demographischen Entwicklung vergessen und der wirtschaftschädliche Mindestlohn und die Renten- Gesundheitspolitik die bald zu höheren Beiträgen und Lohnebekosten führen werden. Deutschland sollte chinesische Wachstumsrate haben wenn wir nur eine vernünftigere Politik hätten
    Das Wachstum soll von dem in Deutschland exportorientierten hochentwickelten Mittelstand kommen aber wie lange hält es die ständigen Belastungen der Politik?

  • Wo solls auch herkommen? Steigend Löhne verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit, v.a. ggü. China, Indien und Südamerika. Exportverbote und Sanktionen behindern den Außenhandel. Produktionsverbote (bpsw. Fracking) und höhere Auflagen (Mietpreisbremse und Energetische Sanierung, Abschaltung Atomkraftwerke) behindern inländische Investitionen.
    Und alles total überraschend.
    Es müsste ein Zwangsökonomiestudium für alle von unseren Steuern schmarotzende Politiker geben!

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