Bundesbank-Präsident Weidmann sorgt sich wegen Niedrigzins

Die aktuelle Niedrigzinspolitik könnte einige Gefahren mit sich bringen, meint Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Strukturreformen könnten unterlassen werden und Banken und Unternehmen länger als sonst möglich überleben.
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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagt, die EZB hat nach wie vor Handlungsspielräume. Quelle: dpa

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagt, die EZB hat nach wie vor Handlungsspielräume.

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BerlinBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor negativen Nebeneffekten durch die aktuelle Niedrigzinsphase in der Euro-Zone gewarnt. „Es besteht die Gefahr, dass sich Staat und Private an das billige Geld gewöhnen, Strukturreformen unterlassen, Banken und Unternehmen ohne tragfähiges Geschäftsmodell am Leben erhalten“, sagte Weidmann der „Wirtschaftswoche“ in einem am Freitag vorab veröffentlichten Interview. Es bestehe die Gefahr, dass „mit den Niedrigzinsen auch Risiken und Nebenwirkungen verbunden sind, die mit der Dauer der lockeren Geldpolitik zunehmen“.

Die EZB habe aber nach wie vor Handlungsspielräume. „Unsere Botschaft ist: Die EZB ist bereit zu handeln, wenn dies nötig ist“, sagte Weidmann, der dem EZB-Rat angehört. Allerdings seien die traditionellen Instrumente an der Null-Zins-Grenze weniger wirksam. Nicht auszuschließen sei, dass Banken die mit negativen Einlagensätzen verbundenen Kosten über höhere Zinsen auf ihre Kreditnehmer überwälzten. Deflationsgefahren im Euro-Raum sieht Weidmann kaum. Das Risiko einer Deflation sei bei einer Gesamtbetrachtung sehr begrenzt, formulierte er.

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4 Kommentare zu "Bundesbank-Präsident: Weidmann sorgt sich wegen Niedrigzins"

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  • Sehr gut. Besser kann man es nicht ausdrücken. Aber, warum haben soviel Millionen Deutsche den Raubzug an ihren Altersvorsorgen gewählt? Das ist einfach bitter und unverständlich. Im Wahlkampf und im neuen Koalitionsvertrag wurde dieses Thema verschwiegen, total verschwiegen. Wie blöd sind die deutschen Wähler? Nach Pisa sicherlich saublöd.

  • Die Bundesregierung sollte sich alsbald mit den Folgen der EZB-Politik beschäftigen und klären, wie sie den angerichteten Schaden wieder ausmerzt.

    Es war die Bundesregierung, die die EZB als Gegenspieler der Deutschen Bundesbank initialisiert und ihr die Kompetenz zur Zerstörung der privaten Altersvorsorge der Deutschen ermöglicht hat.

    Es ist ja nicht so, als wäre hier der Gleichheitsgrundsatz beachtet worden, sondern es wurden und werden die jernigen bestraft, die in keine alternative Einkommen flüchten können.

    So wurde die Altersvorsorge der Arbeitnehmer und derer, die eine private Altersvorsorge in Form der Bildung von Sparkapital enteignet, während die Pensionen an Beamte und Politiker unangetastet blieben. Das fehlende Einkommen ist nichts anderes als eine verkappte Steuer für eine selektive Gruppe.

    Das ist weder sozial und noch im Einklang mit dem Geist des Grundgesetzes.

  • ...der Kleinanleger merkt doch sowieso nichts mehr ! Ist mir auch vollkommen egal, schließlich unterstützt die große Masse diesen Unsinn. Ich kann gut damit leben, dass der Kleinanleger sein Erspartes verlieren wird. Da Guthaben (die scheinbare Altersvorsorge) gleichzeitig Schulden sind (Anleihebubble), kann in einem ungedeckten Geldsystem diese Rechnung nicht aufgehen. Fazit: kap. gedeckte Altersvorsorge löst sich in den nächsten Jahren auf und die staatlichen Versprechen (Renten) sind in Zukunft nicht bezahlbar. De Masse wird max. die Grundsicherung erhalten.

  • Das gesamte System aus Staaten, Unternehmen, Banken und Anlegern hat sich bereits weitestgehend an das Nullzinsumfeld angepasst. Die Zeche zahlen Kleinanleger und Halter von Versicherungen, deren Sparpläne über den Haufen geworfen wurden. Da letztere keine starke Lobby haben, wird sich auch sobald nichts an den niedrigen Zinsen ändern. Die EZB lässt Weidmann weiter den einsamen Rufer spielen, um die Deutschen zu beruhigen.

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