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Eichel bleibt im Dauertief Schröder gewinnt an Ansehen

Die Diskussion um die Agenda 2010 und die Reform der Sozialsysteme hilft Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seiner rot-grüne Bundesregierung weiterhin, aus ihrem Ansehenstief in der deutschen Wirtschaft herauszukommen.
  • Maximilian Steinbeis
Bundeskanzler Gerhard Schröder. Foto: dpa

Bundeskanzler Gerhard Schröder. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Nach einer repräsentative Umfrage unter Führungskräften der Wirtschaft durch das Psephos-Institut im Auftrag des Handelsblatts setzt sich die Erholung des Ansehens der Bundesregierung auch im Juni fort. Zwar sind immer noch 68 % der Befragten der Meinung, die Bundesregierung arbeite „schlecht“ oder „sehr schlecht“ – aber im Mai waren noch vier Prozent mehr dieser Ansicht, im Dezember 2002 sogar insgesamt 90 %.

Auch Schröder selbst legte im Juni leicht zu: 42 % hielten seine Arbeit für „gut“ oder „befriedigend“, im Vormonat waren es noch 37 %. Auf dem Tiefpunkt seines Ansehens im Februar hatten ihm nur 9 % gute oder befriedigende Arbeit attestiert. Dabei hat Schröder vor allem unter den Älteren Freunde: Bei den über 60-Jährigen geben ihm 45 % positive Noten, bei den unter 40-Jährigen sind es nur 30 %. Auch regional gibt es Unterschiede: Im Osten sehen 49 % Schröders Arbeit positiv, im Süden 46 %. Im Norden und Westen sind es dagegen nur 37 bzw. 38 %.

Bundesarbeits- und -wirtschaftsminister Wolfgang Clement kann ebenso wie Außenminister Joschka Fischer seine Position als Hoffnungsträger im Kabinett behaupten: Clements Arbeit hielten 65 % für positiv, Fischers Job sogar 71 %. Nur Bundesfinanzminister Hans Eichel, einst wegen seines Konsolidierungskurses der Liebling der Wirtschaft in Schröders Kabinett, scheint den Respekt der Topmanager dauerhaft verloren zu haben: Nach wie vor bewerten ihn die Befragten zu 79 % mit „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Um diesen Wert pendelt er seit November 2002.

Wenig begeistert sind die Entscheider in Deutschlands Führungsetagen indessen auch von der CDU/CSU-Opposition. Die schwelenden Führungskonflikte in der Unionsspitze haben Spuren hinterlassen: 45 % fanden die Arbeit der Union in den letzten Wochen negativ (Mai: 40 %). Auch CDU-Chefin Angela Merkel unterliegt dem gleichen Trend: Ihre Negativ-Bewertungen stiegen von 43 % im Mai auf 47 %.

Noch schlechter schneidet die FDP ab. 66 % gaben ihr im Juni die Noten „schlecht“ oder „sehr schlecht“, im Mai waren es noch 59 % gewesen. Überraschend dabei: Vor allem in Großunternehmen hält man von den Liberalen wenig: 73 % senken dort den Daumen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es nur 65 bzw. 67 %. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle teilt das Schicksal seiner Partei: 24 % halten ihn für „sehr schlecht“ (Mai: 18 %), 43 % für „schlecht“ (Mai: 49 %).Dabei kommt Westerwelle offenbar vor allem bei den Jungen schlecht an: Bei den unter 40-Jährigen geben ihm 76 % schlechte Noten, bei den über 60-Jährigen sind es 64 %.

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