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Deutsche Wirtschaft Exporte nach Südeuropa brechen ein

Trotz Euro-Krise sind die deutschen Exporte im ersten Quartal gewachsen, Ausfuhren in Nicht-EU-Länder sogar zweistellig. Einzige Ausnahme: die Euro-Krisenländer. Besonders Portugal führt weniger deutsche Waren ein.
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Die deutschen Exporte sind im ersten Quartal leicht angestiegen. Einzig die Ausfuhr in Euro-Krisenländer brach ein. Quelle: dpa

Die deutschen Exporte sind im ersten Quartal leicht angestiegen. Einzig die Ausfuhr in Euro-Krisenländer brach ein.

(Foto: dpa)

Wiesbaden Die deutschen Ausfuhren in die südlichen Euro-Länder sind im ersten Quartal eingebrochen. Insgesamt lieferten Unternehmen aus der Bundesrepublik zwar Waren im Wert von 276,0 Milliarden Euro ins Ausland, was ein Plus von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Vor allem die Ausfuhren in die Euro-Krisenländer Italien, Spanien, Portugal und Griechenland seien aber deutlich zurückgegangen.

Die Exporte nach Italien verringerten sich demnach um 7,6 Prozent auf rund 15 Milliarden Euro. Die Ausfuhren nach Spanien seien um 7,8 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurückgegangen, die nach Portugal um 14 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die Exporte nach Griechenland erreichten laut Statistik mit 1,2 Milliarden Euro einen Wert um 9,8 Prozent unter dem des Vorjahresquartals.

Insgesamt seien die Ausfuhren in die Euro-Länder aber noch leicht um 0,9 Prozent auf 107,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Lieferungen in die 26 EU-Staaten hätten um 2,2 Prozent auf 161,2 Milliarden Euro zugelegt.

Deutlich besser liefen die Geschäfte dem Bundesamt zufolge in Staaten außerhalb der Europäischen Union. Die Exporte in Nicht-EU-Länder nahmen demnach um rund elf Prozent zu und erreichten einen Wert von knapp 115 Milliarden Euro. Wichtigster Handelspartner seien dabei die USA gewesen: Dorthin hätten deutsche Betriebe Waren im Wert von 21,4 Milliarden Euro geliefert, ein Plus um mehr als ein Fünftel.

Neben den Ausfuhren nahmen den Zahlen zufolge auch Einfuhren nach Deutschland im ersten Quartal zu: Die Gesamtimporte stiegen um 4,7 Prozent auf 230,5 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich positiv hätten sich dabei die Lieferungen aus den Niederlanden, Italien und dem Vereinigten Königreich entwickelt. Auch die Importe aus den Erdöl- und Erdgaslieferländern Russland, Nigeria, Norwegen und Kasachstan hätten merklich zugelegt.

Deutlich unter dem Durchschnitt blieben dagegen die Einfuhren aus Frankreich und Spanien. Auch chinesische Betriebe lieferten im ersten Quartal kaum mehr Waren nach Deutschland als ein Jahr zuvor.

  • afp
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9 Kommentare zu "Deutsche Wirtschaft: Exporte nach Südeuropa brechen ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Deutschland hat geringere Sparguthaben pro Kopf als Italien, Frankreich oder Irland und viel niedrigere als Holland oder Dänemark. Die Zahl der Eigenheimbesitzer ist ebenfalls geringer als in diesen Ländern. Den Exportüberschüsse muss man Tourismusbilanz und Dienstleistungsbilanz gegenüberstellen wo Deutschland jeweils ein kräftiges Minus hat. Dazu kommen die EU-Nettozahlungen denen keine Gegenleistung gegenübersteht. Beim Export werden ja Waren geliefert, die hart erarbeitet werden. Die EU-Nettozahlungen fressen etwaige Gewinne wieder auf. Mit Konsum hat der Exportüberschuss übrigens gar nichts zu tun, Deutschland hat Exportüberschüsse vor allem bei Industriegütern. Tourismus z.B. ist Konsum. Ebenfalls berücksichtigen muss man Einwanderung. Deutschland hat fast vier mal so viele Einwanderer pro Jahr als Frankreich, aber rund fünf mal so viele gering gebildete. Alle machen die Schotten dicht, nur Deutschland darf nicht, auch wenn das viele gerne hätten. Wie viele von den 800000 Einwanderern pro Jahr sind den "Fachkräfte", wenn man fragen darf? (Ok das ist ein Tabuthema.) Es hat schon seinen Grund warum Deutschland keinen Mindestlohn hat, weil sonst die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch wäre. Frankreich hat z.B. 9 Euro Mindestlohn, Irland 8,5 Euro pro Stunde. Wenn man alles zählt hat Deutschland keinen Überschuss. Im Verhältnis zu fast allen westlichen Nachbarländern sind die Deutschen eher ärmer als reicher. Eines zeigen diese Zahlen aber auf: Die Zukunft liegt bei den Nicht-EU-Ländern. Auf diese Karte muss auch Deutschland setzen. Die Nicht-EU-Länder sind oft auch deutschfreundlicher. Wie viele negative Kommentare gegenüber Deutschland gibt es aus Moskau, Seoul, Peking oder Tokyo und wie viele aus Rom, Athen oder Paris oder vom EU-Aspiranten Türkei?

  • EUROKRISE:Es brechen nicht nur die Exporte nach Südeuropa ein, sondern unsere Kanzlerin bereitet sich darauf vor unsere eigenständigen Interessen nach Brüssel abzugeben. Der Startschuß sind die Fiskalpakete und Merkels Öffnung für die Bankenunion.
    Eine Bestätigung, wie Merkels Vertragsbrüche Deutschland Schaden zufügen u. wenn noch der ESM abgesegnet wird, sind es die "bösen" Anderen die in unsere Wirschafts-und Fiskalpolitik vertraglich (ESM) eingreifen dürfen und auch werden, weil wir dann zahlen müssen!!
    Egal was wir wählen, der geplante, eingeführte Sozialismus wird von Merkel noch gefestigt u. die CDU Wähler glauben noch an das Exportmärchen, welches schon seit geraumer Zeit von der Kanzlerin nicht mehr erzählt wird.
    Die Geister die ich rief, ich werd sie nicht mehr los, hat Goethe in seinem Zauberlehrling damals schon erkannt!

  • Bei den Erfolgsmeldungen über die Steigerung der Ausfuhren sollte man immer hinzudenken, dass derjenige, der weniger verbraucht als er produziert „unter seinen Verhältnissen“ lebt. Auch wenn die Exporte nach Südeuropa angesichts des mit dem Austeritätskurs zwingend verbundenen Verlusts an Kaufkraft in diesen Ländern einbrechen, besteht zu diesen Ländern nach wie vor ein Exportüberschuss, d.h. Deutschland verteidigt seine Exportüberschüsse und zwingt als Gläubiger gleichzeitig den Schuldnerländern harte Restriktionen auf. Die Frage wie diese Länder die Schulden bei dennoch zunehmenden Defiziten zurückzahlen sollen, wird gar nicht erst gestellt.
    Nicht nur in Europa sondern auch global können chronische Defizitländer Auslandsschulden auf Dauer nicht verkraften und werden früher oder später zum Objekt der Spekulanten.
    Im Übrigen sind ja auch die Absatzhoffnungen in die „Schwellenstaaten“ mehr und mehr Luftbuchungen, denn auch China, Indien oder Brasilien sind vom globalen Abschwung erfasst.
    Im Übrigen, wenn ein Land in einer Währungsunion seine Weltmarktposition gegenüber den Währungspartnern ausbaut, dann heißt das immer auch, dass dies auf Kosten des Exports dieser Partner geht. Man konkurriert also nicht nur die Währungspartner aus, sondern nimmt ihnen auch noch Exportchancen und schwächt damit deren Wachstum zusätzlich.
    Wir haben eine geradezu paradoxe Situation: aufgrund der Euro-Krise sinkt der Wert des Euros gegenüber der „Weltwährung“ Dollar. Deutschland verbessert damit sogar noch seine preisliche Wettbewerbsfähigkeit und gleichzeitig seine Exportchancen auf dem Weltmarkt.
    In jedem Falle baut Deutschland durch die Exportüberschüsse seine Gläubigerposition gegenüber der gesamten Welt aus, was aber die steigenden Forderungen gegenüber den Schuldnerländern Wert sind, wenn auch die Weltkonjunktur einbrechen sollte, das können wir derzeit mit der Euro-Krise erleben.

  • wir brauchen dringend 3 Millionen Facharbeiter aus dem Ausland!
    sonst sind wir nicht mehr Wettbewerbsfähig, um das alles zu Stemmen, was da auf uns zu kommt..

  • Sorry, aber man kann alles schlecht reden... Die Exporte stiegen um 5,8 Prozent auf 276 Milliarden € - und allesamt jammern über den Einbruch der Exporte in die Krisenstaaten, deren Anteil so klein ist, dass er offenbar (!) ausgeglichen werden konnte durch Wachstum anderswo. Und was für eine Überraschung, dass die Portugiesen und Griechen weniger deutsche Produkte importieren... Surprise!!!

  • Die Weimarer Republik kommt immer näher und immr schneller

  • Genau so ist es.
    Die Exporte, die vielgepriesenen zahlen wir doch letztendlich selbst
    Unser ganzes System it mittlerweile auf Lügen aufgebaut und offenbar eine einzige große Luftblase

  • Nun, etwas weniger target2 und nicht zurückzahlbare Kredite.
    Da Deutschland seinen Export in die Krisenstaaten selbst bezahlt, kann man diesen Artikel positiv sehen.

  • Na, wenn die Exporte schon einbrechen, dann gibt's erst längst kein Argument mehr für den Euro für Deutschland.
    Deutschland sollte sofort diese Todeszone verlassen!