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Einzelhandel Chinas Wirtschaftsmotor kühlt ab

Der kleinste Umsatzanstieg im Einzelhandel seit mehr als einem Jahr signalisiert eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. Die Zentralbank reagiert und will die Geldpolitik weiter lockern.
11.06.2012 - 10:21 Uhr Kommentieren
Die Abwertung des Yuan beflügelt die chinesischen Exporte. Quelle: Reuters

Die Abwertung des Yuan beflügelt die chinesischen Exporte.

(Foto: Reuters)

Peking Die Einnahmen legten im Mai um 13,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, teilte die Statistikbehörde am Montag in Peking mit. Einen geringeren Zuwachs gab es zuletzt im Februar 2011. Auch die Industrie blieb hinter den Erwartungen zurück: Deren Produktion zog um 9,6 Prozent an, während Ökonomen mit 9,9 Prozent gerechnet hatten.

Die Entwicklung der Produzentenpreise beobachten Ökonomen ebenfalls mit Sorge: Sie fielen um 1,4 Prozent und damit den dritten Monat in Folge. "Das deutet auf eine beträchtliche Flaute der heimischen Produktion hin", sagte Xianfang Ren von IHS Global in Peking.

„Geldpolitik weiter lockern“

Chinas Wirtschaft wird Prognosen zufolge in diesem Jahr mit 8,2 Prozent so langsam wachsen wie seit 1999 nicht mehr. Die Zentralbank senkte vorigen Woche erstmals seit der weltweiten Finanzkrise vor vier Jahren ihren Leitzins, um mit billigerem Geld neue Konjunkturimpulse zu setzen. Spielraum für weitere Schritte eröffnet die sinkende Inflation: Die Teuerungsrate fiel im Mai mit 3,0 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Mitte 2010. "Die Geldpolitik sollte weiter gelockert werden", sagte Ökonom Wang Jun von der Denkfabrik China Center for International Economic Exchange.

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    Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist nicht das einzige Schwellenland, das gegen eine Konjunkturabkühlung kämpft. Indiens Bruttoinlandsprodukt wuchs zuletzt so langsam wie seit neun Jahren nicht mehr, Brasiliens Wirtschaft stagnierte nahezu. Das weckt Zweifel daran, dass die Schwellenländer der unter der Schuldenkrise in Europa leidenden Weltwirtschaft neue Impulse verleihen können.

    Große Rabatte

    Es gibt aber auch Hoffnungszeichen: Trotz der schwachen Nachfrage in Europa legten die chinesischen Exporte im Mai mit 15,3 Prozent mehr als doppelt so stark zu wie erwartet. Dazu trug auch die Abwertung des Yuan bei, dessen Kurs so stark nachgab wie noch nie in einem Monat. Die Exporteure gewähren ihren Kunden inzwischen enorme Rabatte für Vorbestellungen, um das Geschäft zu beleben.

     

    • rtr
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