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„Ergebnisse viel zu positiv“ Top-Ökonomen uneins über Deutung der Banken-Stresstests

Den europäischen Banken-Stresstest haben fast alle 14 geprüften deutschen Geldinstitute bestanden. Als einziges patzte die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE). Experten warnen daher vor verfrühter Euphorie. Doch es gibt auch Stimmen, die den Tests durchaus etwas Positives abgewinnen können.
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DIW-Präsident Zimmermann:

DIW-Präsident Zimmermann: "Es gibt keinerlei Grund, sich auf nicht verdienten Lorbeeren auszuruhen."

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Die Erwartungen an den europaweiten Bankenstresstest waren hoch: Erstmals überhaupt sollten die Geldhäuser darlegen, wie ihr Kapital unter Krisenbedingungen zusammenschmilzt und welche Puffer sie im Notfall haben. Am Ende, so die Hoffnung des europäischen Aufsichtsgremiums CEBS, sollte damit das Vertrauen in die krisengebeutelte Finanzbranche wiederhergestellt werden. Doch das Ziel scheint verfehlt, da die Testkriterien nach Ansicht vieler Analysten und Börsianer zu lax waren. Selbst die Aufseher gießen Wasser in den Wein. "Das ist nur eine Operation zur Beruhigung der Märkte", räumte etwa Bafin-Chef Jochen Sanio ein, der nach eigenem Bekunden aus den Ergebnissen keine neuen Erkenntnisse gewinnen konnte.

Der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, riet dazu, die Testergebnisse nicht überzubewerten. "Sie sind nämlich eine Momentaufnahme basierend auf den Bilanzen des Jahres 2009. Schon jetzt können sich die Bilanzen geändert haben, und in einem halben Jahr kann schon wieder alles anders aussehen", sagte Carstensen Handelsblatt Online. "Dennoch bin ich grundsätzlich der Meinung, dass die Veröffentlichung der Ergebnisse - bei aller Vorsicht, was die Interpretation angeht - positiv zu bewerten ist."

So teile er nicht die Kritik, dass das Extremszenario nicht hart genug gewesen sei, erklärte Carstensen. Natürlich könne man sich härtere Marktbedingungen vorstellen. "Aber anhand der Ergebnisse dieses Stresstests kann man sich ungefähr ausrechnen, welche Bank dann zusätzlich in Schwierigkeiten käme", erläuterte der Ökonom. Nämlich all jene, die im vorliegenden Stressszenario nur wenig über der Kernkapitalquote-Grenze von sechs Prozent liegen. "Insofern haben die Ergebnisse des Stresstests für etwas mehr Transparenz gesorgt."

Carstensen warb dafür, die Stresstests als das zu verstehen, was sie aus seiner Sicht sind: eine Darstellung der zu erwartenden Auswirkungen bestimmter Risikoszenarien auf die Bilanzen der wichtigsten europäischen Banken. "Ein Szenario ist aber niemals realistisch in dem Sinn, dass es genau so auch eintreten wird", gab der Ifo-Experte zu bedenken. "Aber es hilft, die Auswirkungen adverser Marktbewegungen auf einzelne Banken abzuschätzen und die Frage zu beantworten: Ist eine Bank eher gut oder eher schlecht kapitalisiert?"

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, warnte indes vor verfrühtem Optimismus. Die Stresstests seien zwar ein Anfang für mehr Transparenz und sie förderten auch die Debatte um die nötige Stärkung des Eigenkapitals. "Sollte das aber die Politik und die Regulatoren beruhigen, dann bestünde durchaus Anlass zur Beunruhigung", sagte Zimmermann Handelsblatt Online. "Die Märkte kann das nicht einfach ruhigstellen, denn die nötigen europäischen Finanzmarktreformen sind im Gegensatz zu den USA ja noch nicht einmal zu Ende diskutiert, geschweige denn beschlossen und eingeführt."

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5 Kommentare zu "„Ergebnisse viel zu positiv“: Top-Ökonomen uneins über Deutung der Banken-Stresstests"

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  • Während im "Münchner Merkur" (MM) und der an sich als seriöser eingestuften "Süddeutschen Zeitung" seit Monaten insider-Kommentare zu den tatsächlichen Zahlen und Hintergründen der " gefährlichsten Skandalnudel Europas, der CSU" reihenweise wegzensiert und neuerdings sogar das Einloggen in die Kommentar-Funktion durch Herausfiltern von PiN-Daten blockiert werden, schreiben Kenner der Szene und sogar Mitarbeiter der "gestressten HRE-und bayernLb-banken" im österreichischen "profil", im "Handelsblatt", dem "Spiegel", "Stern" und anderen Online-Medien hin, was Sache ist:
    "Würden die bücher der HRE- und bayernLb-Desaster offengelegt, wäre das der sofortige Tod der CSU".

    Dirk ippen, angeblich fünftgrößter Zeitungsdrucker der Republik mit einer Unmenge von beteiligungen - auch bei der "SZ" und im Ausland - dem der "MM" gehört, wird nicht gerade "investigativer Journalismus" unterstellt. "Die bayernLb steht hervorragend da", lobt heute der MM-online die Stress-Analse.

    Als wir ihn persönlich vor Jahresfrist baten, uns bei der Aufklärung der "Kriminellen Faktenmacher in Münchens Mordkommission" zu unterstützen, die zusammen mit den banken-Desastern und den skandalösen Zuständen in bayerns CSU-Psychiatrien bereits heute als "größtes Skandalbündel der Nachkriegsgeschichte" bezeichnet wird, verhielt sich ippen zugeknöpft: "ich kann und will davon nichts wissen", sagte er knapp und wünschte einen "guten Tag". Vielleicht war der kluge Meinungsmacher ja gerade damit beschäftigt, seine 20% beteiligungs-Absicht am "Spiegel" strategisch neu aufzustellen...

    Als heute einige Kommentatoren beim "MM", einer davon mit dem Anonymus audio001, auf die weiteren ca. 6 Milliarden Miese der bayernLb-Tochter "MKb" (ungarische Aussenhandelsbank)aufmerksam machten, waren ihre Kommentare nach wenigen Minuten gelöscht und die gesamte Kommentarfunktion "derzeit nicht erreichbar". Da muss wahrer bad-Stress im Spiel gewesen sein..!

  • nonsesens politisch motiviert,den test braucht niemand wofür soll er gut sein.will sich da jemand sein versagen im nachhinein schönreden.unsinniger gehts nicht,der schaden ist dermassen gross,das man ihn real bezahlen muss,das geht nur mit der vernichtung innerhalb der vermögen der völker wobei sich die gewinner der krise alles ergaunerte sichern und der rest bezahlt in welcher form auch immer.

  • Politisch initiierter Nonsens nach der Maxime:" Alles was man braucht um erfolgreich zu sein ist ignoranz und Zuversicht."
    Die Realität dürfte wohl, unbekümmert von derartigen bemühungen nach geschönter Wirklichkeit, trotzdem weiter existieren.

  • Alles Makulatur! Und warum will man den Menschen so etwas verkaufen? Offenbar geht es nur noch darum um jeden Preis das System aufrecht zu erhalten. Es ist bedauerlich und unmenschlich, dass wir nur noch über Milliarden für banken und Systeme reden und den Menschen hinten runterfallen lassen. Der kommt allenfalls nur noch als Zahlmeister in der Geschichte vor. Kann man die menschliche Entwicklung noch weiter pervertieren?

    Offenbar sind alle viel zu fest in diesem System verwurzelt, keine Chance auf notwendige Veränderungen die den Menschen berücksichtigen. Nehmen sie mal die folgende Geschichte für ihre Kinder daher:

    http://qpress.de/2010/07/23/jesus-euro-cent-vs-mammon-renditeziel/

    Dann beten sie noch eine Runde und hoffen dass die Kinder den Sachverhalt begreifen und versuchen was zu ändern …

  • Wenn Europa geschaffen werden soll, muss die richtige Reihenfolge des Gesamtprozesses eingehalten werden:
    1) Zuerst Schaffung einer Kernzone aus den wenigen starken Ländern im europäischen Kernland: D, F, benelux, CH, A durch Einführung einer gemeinsamen “Ersten Sprache“, nämlich Englisch, Zweite Sprache bleibt die bisherige Landessprache.

    2) Wenn sich die gemeinsame Sprache durchgesetzt hat, folgt die politische und wirtschaftliche Vereinigung dieser Kernzone mit gemeinsamer Währung (USE-EURO), Verfassung und Regierung (United States of Europe “USE“). Dieser Prozess dauert mindestens 2 Generationen. Regierungssitz ist bonn (analog Washington, USA).

    3) Erweiterung der USE nur auf Antrag eines Staates, der dem Kulturkreis angehört und die wirtschaftlichen Anforderungen erfüllt : biP und Haushaltsdaten gleich gut oder besser als in den USE.
    Mit diesem starken Kern-Europa werden die USE dann endlich zum Erfolgsmodell……