Erholung der Euro-Zone DIW-Chef warnt vor großen Risiken

Der große Aufschwung nach der Krise blieb aus. Und das bleibt auch so, meint DIW-Chef Marcel Fratzscher. Die Risiken für den Aufschwung seien enorm. Das derzeitge Wachstum sei nur von Deutschland getrieben.
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Marcel Fratzscher ist zum 1. Februar 2013 an die Spitze des DIW gerückt. Quelle: dpa

Marcel Fratzscher ist zum 1. Februar 2013 an die Spitze des DIW gerückt.

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BerlinDIW-Chef Marcel Fratzscher rechnet nicht mit einer nachhaltigen Erholung der Euro-Zone. „Ich bin nicht übermäßig optimistisch. Die Risiken für den Aufschwung sind enorm“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der „Wirtschaftswoche“. „Von einem V-Aufschwung, den viele 2008/09 erhofft hatten – also ein steiler Anstieg nach dem tiefen Fall –, kann keine Rede sein.“ Das derzeitige Wachstum sei stark von Deutschland getrieben, während in anderen Ländern die Arbeitslosigkeit sogar noch steigen werde und neue Probleme mit maroden Banken drohten.

„Es könnte bei der anstehenden Bewertung der Banken durch die Europäische Zentralbank einige böse Überraschungen geben“, warnte der Ökonom. „Wer weiß denn schon, was spanische und italienische Banken in den Büchern haben?“ Zudem sieht Fratzscher weiterhin die Gefahr politischer Krisen, etwa in Italien und Griechenland.

In ihrer Herbstprognose hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute vor einem Wiederaufflammen der Euro-Staatsschuldenkrise gewarnt. Die Lage im Euro-Raum sei immer noch fragil, lautete der Befund in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Gemeinschaftsprognose. Ein Wiederaufleben der Krise könne nicht ausgeschlossen werden.

Griechenland und auch Portugal dürften nach dem Urteil der Institute nach Ablauf der aktuellen Hilfsprogramme zunächst weiter auf Hilfen ihrer internationalen Partner angewiesen sein. „Angesichts der beträchtlichen Refinanzierungserfordernisse und der wirtschaftlichen Schwäche der Länder ist aus Sicht der Institute eine vollständige Refinanzierung durch die Kapitalmärkte unwahrscheinlich.“ Es sei zu erwarten, dass beide Länder auch über 2014 hinaus zusätzliche Finanzhilfen benötigen.

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