Erstes Quartal 2013 Deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle

Der erhoffte Aufschwung ist ausgeblieben: Nur mühsam schleppt sich die deutsche Wirtschaft aus dem Konjunkturtal. Das liegt auch am langen, harten Winter. Doch auch die Schuldenkrise bremst die Wirtschaft nach wie vor.
Update: 15.05.2013 - 15:41 Uhr 12 Kommentare
Die deutsche Wirtschaft trat zu Jahresanfang auf der Stelle. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft trat zu Jahresanfang auf der Stelle.

(Foto: dpa)

Berlin/WiesbadenDie Krise im Euroraum lastet weiter schwer auf der deutschen Wirtschaft: Verunsicherte Unternehmer stellen Investitionen zurück, der traditionelle Konjunkturmotor Außenhandel schwächelt. Fast allein der steigenden Konsumfreude der privaten Haushalte ist es zu verdanken, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Vierteljahr 2013 preis-, saison- und kalenderbereinigt dennoch leicht um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal wuchs, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Experten hatten allerdings ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Doch nach dem schwachen Jahresende 2012 kommt die Konjunktur in Deutschland nur langsam wieder in Schwung. Daher senkten Volkswirte mehrerer Banken ihre Prognosen für die Entwicklung im Gesamtjahr - auch wenn das zweite Quartal besser werden dürfte als das erste.

Das schwache Wachstum zum Jahresbeginn sei auch durch die extrem winterliche Witterung verursacht worden, betonten die Statistiker. Auch Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank betonte: „Ein großer Teil der Enttäuschung ist sicherlich auf den langen, harten Winter zurückzuführen, der die Bautätigkeit und Teile der Industrieproduktion bremste.“

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer schätzt, dass das kalte März-Wetter die BIP-Zuwachsrate im ersten Quartal um bis zu 0,2 Prozentpunkte gesenkt hat: „Im zweiten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft stärker zulegen als im ersten Quartal, weil die Bauwirtschaft die wetterbedingten Ausfälle aufholen wird.“

Das Statistikamt korrigierte am Mittwoch auch die Zahlen aus dem ohnehin schwachen Schlussquartal 2012 um weitere 0,1 Prozentpunkte nach unten. Nach den neuen Berechnungen schrumpfte die deutsche Wirtschaft zum Jahresende kräftig um 0,7 Prozent. Für das Gesamtjahr 2012 bestätigten die Statistiker einen BIP-Anstieg von 0,7 Prozent.

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12 Kommentare zu "Erstes Quartal 2013: Deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle"

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  • Es ist doch immer wieder niedlich, wie so einige Ökonomen immer in ihre Glaskugeln schauen und uns dann Mut machen.
    So allmählich wird das albern
    Ja, hat denn jemand wirklich geglaubt, Deutschland geht unbeschadet aus dieser Geldverschwendung raus?

  • Welcher Rückgang? Die wenigsten der hier in Frage kommenden Firmen sind doch in deutscher Hand! Alle global operierenden Firmen haben keine Deutschland freundliche Strategie, sondern sind lediglich der Gewinnmaximierung verschrieben. Selbst Raffinierien wurden zugemacht, weil sie nur noch 2 Milliarden statt 5 Milliarden Gewinn nach Steuern abwarfen...

  • "Und das bedeutet negative Realzinsen für den Rest des Jahrzehnts"
    ? ...für wen?

    es gibt einen Mietzins - genannt "Miete";
    es gibt ein interne Kapitalverzinsung auf das investierte Kapital - welche auf die Preise aufgeschlagen wird (Stichwort: Opportunitätskosten & Risikoaufschlag) ...

    Die Kapitaleigner kassieren weiterhin ordentlich ab.
    Die Frage ist: woher kommt der Zasta?

    kleiner Tipp: der "immer so schlau Dreinblickende" weiß die Antwort ...


    ... und wer die Zeche zahlt, ist auch klar ...

  • wenn dem so ist, dann müsste die Realwirtschaft einen eine ordentliche Welle an aufgeschobenen Aufträgen vor sich herschieben - und das Q2 2013 ein regelrechtes Boom-Quartal werden.

    Für ein besseres Gesamtbild:
    http://www.querschuesse.de/deutschland-solider-auftragseingang-2/

    Über die Volumina von 2007/2008 kamen wir nicht mehr hinaus...
    .... damit auch klar, wieso die Unternehmen so massiv Gewinne ausschütten anstatt zu investieren ...

    Die Anzahl derer in "prekären" Lebenssituationen wird weiter wachsen. Ebenso der Druck in der gesellschaftlichen Mitte, den operativen Leistungserbringern. Wer es bis jetzt noch nicht geschafft hat, Eigentum anzuhäufen, kann fast nur noch verlieren. Egal, wie sehr er sich anstrengt: er und seine Nachkommen gehören zu den Knechten & Melkkühen - die Kapitaleigner der Erbengesellschaft kassieren ab.


  • Wer behauptet, dieser Rückgang käme überraschend, ist ein Simulant oder schlecht informiert.

  • Sie haben recht, Flash. Investmentbanker sollte ungefähr 75 % ihres Gehaltes ersatzlos gestrichen werden. es gibt doch viel zu viele.

  • 0,1 % Wachstum, super.... Die privaten Haushalte haben ihre Konsumausgaben erhöht, davon habe ich gar nichts mitbekommen. Ich muß wohl geschlafen haben....

  • Aber immer schön die hohen Lohnabschlüsse für die Lohnsklaven in die Zukunft zementieren.

    Die Drecks-Gewerkschaften bleiben Standortnachteil Nummer 1 in Deutschland !

  • vor 15 jahren hat mir einer der oberchefs aus der truppe die gottes werk hier auf erden verrichtet geflüstert,daß alle zahlen die in bezug auf die konjunktur in umlauf gebracht werden getürkt sind

    wenn ich mich umhör,is außer im wohnbereich und auch da nur in ballungszentren hängepartie bzw. rückgang angebagt.

    selbst der private konsum hat sich die letzten 10 jahre um 20 - 30 % rückentwickelt " nachdenkseiten "

    unsre maler nach zahlen schäuble,rößler und die exFDJ bundesangela kommen dauernd gestärkt aus der krise,ei wechen der permanenten erhöhung von diäten und gehälter

  • Menschen die positive Realzinsen fordern, wie Bespielsweise Hr. Fitschen, haben in der Schule geschlafen.

    Positive Realzinsen, die über dem Wirtschaftswachstum liegen, würden das bereits labile Finanzsystem weiter destabilisieren da sie das Verhältnis von Verbindlichkeiten zur Wirtschaftsleistung weiter in den roten Bereich verschieben würden.

    Ich wette das Hr. Draghi in der Schule aufgepasst hat, so schlau wie der immer dreinblickt.

    Und das bedeutet negative Realzinsen für den Rest des Jahrzehnts.

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