Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EU senkt Wachstumsprognose Euro-Zone krankt, weil Deutschland hustet

Die EU-Kommission blickt deutlich skeptischer auf die Konjunktur in der Euro-Zone. Brüssel senkt die Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr deutlich und erwartet erst 2016 wieder spürbare Besserung.
Update: 04.11.2014 - 11:44 Uhr 9 Kommentare
Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Die EU-Kommission sieht dunkle Wolken am Konjunkturhimmel über der Euro-Zone. Quelle: dpa

Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Die EU-Kommission sieht dunkle Wolken am Konjunkturhimmel über der Euro-Zone.

(Foto: dpa)

Brüssel/Berlin Die Wirtschaft in den 18 Euro-Ländern dürfte 2014 nur um 0,8 (bisherige Prognose: 1,2) Prozent und 2015 um 1,1 (1,7) Prozent zulegen. Im übernächsten Jahr dürfte es dann mit 1,7 Prozent so stark bergauf gehen wie seit 2010 nicht mehr. In den 28 EU-Staaten werde das Wirtschaftswachstum zwischen 2014 und 2016 von 1,3 auf 2,0 Prozent steigen. Deutlich pessimistischer als bisher sieht die Kommission die Aussichten für die drei Schwergewichte Deutschland, Frankreich und Italien. Größtes Sorgenkind der Währungsunion bleiben die Franzosen: Vor dem Hintergrund eines weit unter Durchschnitt liegenden Wachstums werde Paris auf Jahre hinaus die Defizitvorgaben der EU deutlich verfehlen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Industriestaatengruppe OECD hatten jüngst ihre Schätzungen kräftig heruntergeschraubt.

Die EU-Kommission begründete ihre Skepsis mit „steigenden geopolitischen Risiken“ wie den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem gebe es weniger Rückenwind von der Weltwirtschaft. „Die Lage der Konjunktur und am Arbeitsmarkt verbessert sich nicht schnell genug“, sagte Kommissions-Vize Jyrki Katainen, der auch für Wachstum, Arbeitsplätze und Investitionen zuständig ist. Wirtschafts- und Finanzkommissar Pierre Moscovici plädierte für ehrgeizige Strukturreformen sowie mehr private und staatliche Investitionen.

Der deutschen Wirtschaft sagt die EU-Kommission für das laufende Halbjahr weitgehend Stagnation voraus. Die Konjunktur werde 2014 insgesamt um 1,3 (bisherige Prognose: 1,8) Prozent und 2015 um 1,1 (2,0) Prozent zulegen. Im übernächsten Jahr beschleunige sich das Wachstum dann auf 1,8 Prozent. Frankreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird der Brüsseler Behörde zufolge 2014 nur um 0,3 (1,0) Prozent und 2015 um 0,7 (1,5) Prozent steigen, 2016 dann mit 1,5 Prozent wieder stärker. Beim Haushaltsdefizit verschlechtert sich die Lage für Paris von 4,4 Prozent in diesem über 4,5 Prozent im nächsten Jahr auf 4,7 Prozent im Jahr 2016 - Frankreich wird dann das Land mit dem höchsten Defizit der Eurozone sein und weit entfernt vom EU-Ziel von drei Prozent liegen.

Neben Frankreich gilt auch Italien als Sorgenkind. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone erlebt derzeit ihr drittes Rezessionsjahr in Folge und dürfte nach Ansicht der Kommission 2014 um 0,4 Prozent schrumpfen. Bisher hatten die EU-Experten noch 0,6 Prozent Wachstum veranschlagt. Im nächsten Jahr werde das BIP um 0,6 (1,2) Prozent steigen, 2016 um 1,1 Prozent. Damit wird Italien sogar vom Krisenstaat Griechenland beim Wachstum überholt. Dort dürfte die Wirtschaft 2016 um 3,7 Prozent steigen.

EU-Kommission erwartet längere Phase niedriger Inflation
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: EU senkt Wachstumsprognose - Euro-Zone krankt, weil Deutschland hustet

9 Kommentare zu "EU senkt Wachstumsprognose: Euro-Zone krankt, weil Deutschland hustet"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Eine ganz traurige und angepasste Jugend die wir heute haben. APO oder Rabatz im Wendland? Fehlanzeige. Aber ohne zu murren unbezahltes Praktikum machen da sind sie unschlagbar. Das Duckmauesertum hat Hochkonjunktur.
    Eigentlich muesste die Erneuerung, die Revolution von der Jugend ausgehen. Aber von da kommt absolut Null. Die finden das auch noch gut so und waehlen die GroKo oder die Gruenen.

  • Wie hat schon Goethe geschrieben (in abgewandelter Form):
    Die ich rief die Geister,
    wird ich nicht mehr los...
    Nur weiter so .... Merkel und Konsorten.
    Anders als 1966-1968 sind die heutigen Studenten satt und bequem, statt eine APO aufzubauen.

  • Noch erstaunlicher ist noch dass selbst nachdem Biden zugegeben hat dass Obama unsere patriotische Kanzlerin gezwungen hat Sanktionen gegen Russland durchzusetzten auch wenn man wirtschaftlichen Schaden in Kauf nehmen muss diese Frau immer noch im Amt ist. Hat schon jemand von einem Amtsenthebungsverfahren gehört ? Stört es überhaupt jemanden dass es der deutschen Wirtschaft geschadet hat ?

    Hat sie nicht gegen den geschworenen Amtseid verstossen Schaden vom deutschen Volke abzuwenden ?

    Unsere Politiker arbeiten für alle möglichen Leute nur nicht für ihr eigenes Volk.

  • So lange, wie sich Europa unter der Knute der EU, des Euro, Herrn Draghi und den Euromantikern befindet, so lange wird sich NICHTS bessern, sondern es wird jedes Jahr NOCH schlechter werden. Da aber die Ankündigung, daß es 2016 - aus welchen Gründen auch immer - besser werden wird, eingehalten werden MUSS, deshalb wird das der Zahlenjongleur Draghi, zusammen mit dem selbsteingestandenen Lügner Juncker schon so hindrehen, daß es paßt. Und das Deutsche Schaf incl. des Leitschafs glaubts.

  • Wirklich erstaunlich, dass diese Meldung ausgerechnet am ersten Arbeitstag von Juncker publiziert wird.

    Man sollte Herrn Juncker aber auch nicht schlecht reden. Er bringt als ehemaliger Luxemburger Regierungschef einige Erfahrungen mit, auf die aufgebaut werden kann.

    So besteht beispielsweise die luxemburgische Armee zu geschätzten 90 % aus Musikern. Man stelle sich nur vor, dass im Fall einer Virusgrippe in der Truppe die Verteidigungsfähigkeit nicht merklich einbricht.

    Man darf aber auch den Stolz der Luxemburger nicht verkennen, wenn Luxemburg auf diese Art ganz Europa am Nasenring vorführen kann. Das Beispiel zeigt, dass der "Schwanz mit dem Hund" und nicht der "Hund mit dem Schwanz" wackelt.

    Man könnte das Beispiel auch auf die EZB übertragen und die Bedeutungslosigkeit der Deutschen Bundesbank darstellen.

    Wir sollten nicht darum schmollen, die Konsequenzen ziehen aus dem Verbund aussteigen. Kohl hat es gestern auf den Punkt gebracht und festgestellt, dass das was sich derzeit abspielt, auch von deutscher Seite abspielt, nichts mehr mit dem zu tun hat, was die europäischen Größen seinerzeit im Schilde führten.

    Helmut Kohl leidet zwar sehr unter seiner Behinderung, aber blöd ist er deshalb noch lange nicht.

  • Und die restliche Welt dachte das auch von Russland, wurde jedoch eines besseren belehrt.

  • Wie überraschend, wo mag das herkommen ?

    Da ist bestimmt Putin dran Schuld.

  • Und wem habt Ihr Schaden eingerichtet mit euren Sanktionen?
    Russland hat EU als zuverlässiger Partner kennen gelernt.
    Glaubt weiter an eure Politicker und Presse

  • Es ist wirklich bewundernswert, daß schon ein halbes Jahr später, nach Eintritt diverser Ereignisse, die EU-Kommission in der Lage ist, die Tragweite ihrer Miß-Handlungen zu erkennen und ein Absinken des Wachstums begreift. Das grenzt schon an hellseherische Fähigkeiten dieser Wirtschafts-Kapazitäten. Weltklasseleistung! Und dann noch die Zukunftsaussichten, einfach nur prächtig.