Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Euro-Zone Banken vergeben mehr Kredite

Die Banken in den 16 Euro-Ländern haben im Mai wieder mehr Kredite vergeben. Nach einem Rückgang im März konnte die Europäische Zentralbank in den vergangenenen zwei Monaten wieder steigende Nachfrage nach Darlehen vermelden.
Kommentieren
Die Banken haben Firmen und Privatleuten nochmals mehr Darlehen gewährt. Quelle: dpa Quelle: gms

Die Banken haben Firmen und Privatleuten nochmals mehr Darlehen gewährt. Quelle: dpa

HB FRANKFURT/BERLIN. Unternehmen und Verbraucher in den 16 Euro-Ländern leihen sich wieder mehr Geld von den Banken. Die Kreditvergabe an Firmen außerhalb der Finanzbranche stieg um 18 Milliarden Euro im Vergleich zum Vormonat, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag mitteilte. Die Darlehen an Privatpersonen legten um neun Milliarden Euro zu. Damit erhöhte sich die Kreditvergabe um insgesamt 0,2 Prozent nach 0,1 Prozent im April. Experten werteten dies als Beleg für die Konjunkturerholung.

„Die Daten aus der Euro-Zone liefern ermutigende Signale dafür, dass die Kreditvergabe der Banken an den privaten Sektor wieder anzuziehen beginnt“, sagte Howard Archer von Global Insight. Die EZB hatte wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise viel billiges Geld an die Banken vergeben. Dieses Geld wurde aber nicht wie gewünscht an Unternehmen und Verbraucher weitergereicht. Zum einen, weil diese wegen der ungewissen Zukunft sparten. Zum anderen, weil die Banken angesichts einer steigenden Zahl von Pleiten ihre Kreditkonditionen verschärften.

Trotz der positiven Tendenz warnen Experten vor möglichen Rückschlägen. „Selbst wenn sich die Kreditvergabe in den kommenden Monaten weiter erholen sollte, dürfte die EZB noch keine Entwarnung geben“, sagte Commerzbank-Ökonom Michael Schubert. „Folglich dürfte sie die Leitzinsen noch lange Zeit sehr niedrig halten.“ Die EZB hat den Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei ihr Geld leihen können, wegen der Krise auf das Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt.

Ihre Politik des billiges Geldes können sich die Währungshüter angesichts der geringen Inflationsgefahren leisten. Für einen geringen Preisauftrieb in den kommenden Monaten spricht auch die Entwicklung der Geldmenge M3. Sie schrumpfte in den Monaten März bis Mai zum Vorjahr überraschend um 0,2 Prozent. Erst bei einem jährlichen Wachstum von mehr als 4,5 Prozent sieht die EZB mittelfristig Inflationsgefahren aufziehen.

M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Weil dieses Geld rasch abgehoben und ausgegeben werden kann, birgt ein hohes M3-Wachstum potenziell Inflationsgefahren, weil eine höhere Nachfrage die Preise treiben kann.

Startseite

0 Kommentare zu "Euro-Zone: Banken vergeben mehr Kredite"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote