Euro-Zone Inflationsgefahr ist gebannt

Die Preissteigerung geht in der Euro-Zone zurück. Ein exklusiver Handelsblatt-Index zeigt: Sie nähert sich der Marke von zwei Prozent - und liefert der Notenbank eine wichtige Vorlage für die nächste Zinsentscheidung.
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Einkäufer in der Fußgängerzone in Köln. Quelle: dpa

Einkäufer in der Fußgängerzone in Köln.

(Foto: dpa)

DüsseldorfUm steigende Inflationsraten muss sich die Europäische Zentralbank vorerst keine Sorgen machen. Trotz der beispiellosen Geldschwemme, mit der sie die Banken über Wasser hält, bewegt sich die Preissteigerungsrate auf das Zentralbankziel von knapp zwei Prozent zu. Der Handelsblatt-RBS Inflation Live Index sagt für das laufende Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,1 Prozent in der Euro-Zone voraus. Für 2013 zeigt der Index, den die Ökonomen des Bankhauses RBS für das Handelsblatt berechnen, einen weiteren Rückgang auf 1,5 Prozent an.

Im vergangenen Jahr hat die Inflationsrate noch durchweg über dem Ziel der Notenbank von knapp zwei Prozent gelegen. Von September bis November verharrte sie sogar bei drei Prozent. Aber im Dezember ging es bereits auf 2,8 Prozent abwärts, wie die Statistikbehörde Eurostat gestern als erste Schätzung mitteilte. Der Höhepunkt dürfte damit überschritten sein.

„Die Inflationsrate wird bis April auf rund zwei Prozent zurückfallen und sich etwa Anfang 2013 bei 1,5 Prozent stabilisieren“, sagen die RBS-Volkswirte Nick Matthews und Jan Dubsky voraus. Das werde der EZB den Spielraum geben, die Leitzinsen im ersten Quartal auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent zu senken. Die EZB selber erwartet für 2012 eine Inflationsrate von nur 1,8 Prozent.

Sogar nur 1,5 Prozent schätzt Christoph Weil, Volkswirt der Commerzbank, und nennt dafür drei Gründe: Zum einen drohe keine Inflationsgefahr von den Löhnen. Schließlich steige europaweit die Arbeitslosigkeit. Zweitens sei damit zu rechnen, dass die Krisenländer der Euro-Zone ihre Sparpolitik verschärften, was zu weiteren Lohnkürzungen führen werde. Und drittens werde es die Rezession in vielen Ländern der Währungsunion den Unternehmen erschweren, Preise zu erhöhen.

Der wichtigste Inflations-Bremser sind die Energiepreise
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33 Kommentare zu "Euro-Zone: Inflationsgefahr ist gebannt"

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  • Inflationsgefahr gebannt! Wer glaubt denn diesen Schwachsinn.Die Party geht doch erst richtig los.
    Es ist ungeheuerlich wie sich so selbsternannte Experten hier in Szene setzten und die Leute vera...

  • Lasst Euch bloss nicht verarschen, Leute!

  • klar das narrzißtische Ego juckt nix mehr - nicht mal mehr da wo ....

  • es gibt so viel stinkreiche griechische Clans die über Jahrzehnte aufgrund von " Offshore-Geschäften" keine Steuern bezahlt haben , dass damit ganz Griechenland stabilisiert werden kann .

    Dass nun Deutschland und die EU-Staaten diese Steuerhinterziehungen finanzieren sollen ist ..... einfach nur noch krank

    Aber was können wir schon von EU-Volksvertretern erwarten, die nur von einem Buffett zum anderen schleichen um durch Nebenjobs "noch reicher" zu werden ?

    Und sonst: Inflation gebannt ---- Deflation bereits da !!
    wer weiss wofürs gut ist :-)

  • Mein Gehalt entwickelt sich jedes Jahr prozentual zweistellig nach oben. Von daher jucken mich diese minimalen Preiserhöhungen seit dem Euro schon lange nicht mehr !

  • Das BUNDES-PROPEGANDA-MINISTERIUM meldet: Alles subber!

  • Hätte würde könnte? Der Markt kann entscheiden. Will er die Entschuldung im kreditmanipultierten Aufschwung und damit den Abwärtsdruck auf die Inflation und damit die Neigung zur Deflation oder will er inflationieren Wenn er inflationieren will kann er aber nicht ohne Zeitlimit dauernd auf Terminkontrakte am geldmarkt spekulieren. Derzeit zeigen die Terminkontrakte eine Zinssenkung circa März an. Da an den Kapitalmärkten das Kapitalangebot real abnimmt darf der Kapitalzins nicht steigen. Andererseits muss aber für Kreditnehmer Planungssicherheit sein. Anderenfalls geraten die Margen unter Druck.
    Was die Inflationsrate betrifft, kann der Autor unterscheiden zwischen Preissteigerung,Geldentwertung und Kaufkraftverlust. Er kann die seit langen öffentlichen Lügengeschichten über die Inflatiosrate hinterfragen. Für den Stammtischmichel ist die Faustregel: Diätenerhöhung= Inflationsrate= 7%. Wenn er beispielsweise die Preiselstizität der Nachfrage im Warenkorb überprüft würde er nicht den USA und GB nacheifer. Da der deutsche Michel hinsichtlich gefühlter Inflation weit vorausdenkt- siehe Weihnachtsgeschäft- ist sehr wohl in Deutschland eine Lohnsteigerung möglich- es sei denn die Buba gibt auf.

  • Das ist der Krieg des 21 Jahrhunderts. Die "entwickelten" Länder werden über Kredite in die Pleite getrieben und anschließend übernommen.
    Die "unterentwickelten" Länder, z.B. Irak, Iran usw... kriegen es mit der Keule und werden danach auch übernommen.
    Man hat aus der Vergangenheit gelernt. Krieg in "entwickelten" Ländern kostet mehr als er bringt!
    Geld regiert die Welt, das war übrigens schon immer so. Nur nie so offensichtlich!

  • Dieser Artikel wäre für mich ein Grund, mein Handelsblatt-Abo zu kündigen, wenn ich eines hätte.
    Arbeiten hier neuerdings taz-Redakteure? Denen hätte ich so einen unreflektierten Mist zugetraut.

  • Zitat 1: "Sogar nur 1,5 Prozent schätzt Christoph Weil, Volkswirt der Commerzbank, und nennt dafür drei Gründe: Zum einen drohe keine Inflationsgefahr von den Löhnen. Schließlich steige europaweit die Arbeitslosigkeit. Zweitens sei damit zu rechnen, dass die Krisenländer der Euro-Zone ihre Sparpolitik verschärften, was zu weiteren Lohnkürzungen führen werde."(Zitat Ende)

    Was hat dieser Kerl für eine Chuzpe und spricht doch ganz unverfroren die Wahrheit aus: Otto Normalverdiener zahlt die Zeche für die Inflationspolitik von EU und Zentralbank! Währenddessen bedienen sich die "Besserverdienenden" auf den Finanzmärkten und greifen damit letztlich der Realwirtschaft und/oder der Gesellschaft (sprich: dem Staat) in die Taschen. Das hat dann wieder Otto Normalverbraucher zu verkraften.

    Zitat 2: "Und drittens werde es die Rezession in vielen Ländern der Währungsunion den Unternehmen erschweren, Preise zu erhöhen."(Zitat Ende)

    Dass ich nicht lache ...

    Zitat 3: "Doch der wichtigste Bremser der Inflation sind nach Einschätzung der RBS-Ökonomen die Energiepreise."(Zitat Ende)

    Wo tanken diese Leute?

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