Europäische Integration Ökonom Burda will Bundesbank abschaffen

Der Ökonom Michael Burda hält die Nationalbanken für einen „Stolperstein“ auf dem Weg zur europäischen Integration – und will sie deshalb auflösen. Das soll die EZB stärken.
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Wenn es nach Ökonom Michael Burda ginge, würde die Bundesbank abgeschafft. Quelle: Reuters

Wenn es nach Ökonom Michael Burda ginge, würde die Bundesbank abgeschafft.

(Foto: Reuters)

Wenn es nach Ansicht des Berliner Ökonomen Michael Burda geht, würde es die Bundesbank bald nicht mehr geben. In einem Gastbeitrag für die „Wirtschaftswoche“ fordert Burda, die nationalen Banken in Europa abzuschaffen, um die Europäische Zentralbank (EZB) zu stärken. „Das Fortbestehen nationaler Zentralbanken scheint mir ein Stolperstein auf dem Weg zur Integration Europas zu sein“, schreibt Burda, Ökonom an der Humboldt-Universität. Stattdessen will er ein Zentralbanksystem ähnlich wie in den USA aufziehen.

Burda kritisiert in dem Beitrag den zu großen Einfluss nationaler Regierungen auf die EZB. Deshalb will der Ökonom regionale Zentralbanken einführen, die für mehrere Länder gleichzeitig zuständig sind. Auch in den USA ist das Federal-Reserve-System in Distrikte aufgeteilt, die für mehrere Bundesstaaten verantwortlich sind. Davon verspricht sich Burda „eine neutrale und von den Nationalstaaten und ihren Regierungen unabhängige Kreditvergabe und Geldpolitik“.

In den regionalen Zentralbanken sollten die betroffenen Länder je nach ihrer Stärke vertreten sein, schreibt Burda. Das würde auch Deutschland zugute kommen. „Im neu strukturierten System der Europäischen Zentralbanken könnten die Führungsgremien von Nationalstaaten nominiert und vom Europaparlament bestätigt werden. Dabei sollte sich die Zusammensetzung der Ländervertreter an den relativen Bevölkerungsgewichten der Distrikte orientieren, mit dem Vorteil, dass die Deutschen besser vertreten wären.“ Insgesamt schlägt Burda fünf Regionalbanken vor, die für den Norden, Westen, Süden, Osten und die Mitte der Euro-Zone verantwortlich wären.

Durch diesen Umbau will der Ökonom verhindern, dass die EZB weiter so stark politisiert wird. In einer Währungsunion sollten die Maßnahmen der Zentralbank entpolitisiert sein, so Burda. „Ihre Refinanzierungskredite sollten allein nach wirtschaftlichen Kriterien vergeben werden. Das Geld muss dorthin fließen, wo die Marktakteure Kredite am dringendsten benötigen, nicht dorthin, wo der Staat seine Defizite finanzieren will.“

  • lih
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27 Kommentare zu "Europäische Integration: Ökonom Burda will Bundesbank abschaffen"

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  • @Funin
    Vielleicht sollten wir der Einfachkeit halber auch gleich alle unsere Parlamente in Rente schicken und auf die Wahlen verzichten – das sind schließlich auch nur Stolpersteine auf dem Weg in die Diktatur.

  • FlashGordon, Eddie, Fredi,.....

    immer wieder der gleiche, glubschäugige Seier!
    Bezahlfernsehen mögen Viele, Sie, den bezahlten HB- Euro-
    Hochschreier, mögen sehr Wenige!

  • Die Bundesbank ist ein Relikt aus DM-Regionalwährungszeiten, und damit so überflüssig wie ein Kropf.

    Wichtige Entscheidungen in Europa und den zukünftigen Vereinigten Staaten von Europa werden von der ECB getroffen - und dass ist auch gut und auch richtig so.

    Die Beamtenpupser bei der Bundesbank kosten den Deutschen Steuerzahler nur sinnlos Geld.

    DM go home. Hoch lebe das vereinigte Europa. Viva Europa !

  • Ökonomen gibt´s ... tzzz

    US-Ökonom zerlegt Deutschland

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Oekonom-zerlegt-Deutschland-article10828526.html

  • Wer ist Burda?
    Wann wurde das deutsche Volk, die anderen europäischen Völker - also die Souveräne - gefragt, ob sie diese beschissene Integration überhaupt wollen? Ein kleine machtgeile Clique kaspert Dinge im Hinterzimmer aus - wie den Euro - und nennt es "politisches Projekt". Der Gauckler erzählt immer, man müsse es der Bevölkerung "erklären"... die kapieren nicht, daß die übergroße Anzahl von dieser EU und diesem Europa (nicht der Kontinent, sondern diese politische Katastrophe) nicht wollen! Wo ist denn abgestimmt worden über die Verfassung? Wo gilt "one man, one vote"? In dieser Scheiß-EU jedenfalls nicht! Widerliches totalitäres "politisches Projekt" *KOTZ*

  • Der Euro ist im Endstadium einer schweren Krankheit. Die Kosten der palliativen Maßnahmen der Euroretter übersteigen unsere Vorstellungen ( 4 Billionen - vgl. Prof. Sinn). Die Vorschläge von Prof-Burda würden die Kosten noch weiter steigern, das letale Ende des Euro-Patienten jedoch nicht verhindern.

    Lieber „ein Ende mit Schrecken als ein SCHRECKEN OHNE ENDE“ Herr Burda.

    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=LvwrDyYSUb0

  • Wer sich im Web die Herkunft (USA) und Werdegänge (curriculum vitae etc.) dieser teilweise hochqualifizierten Ökonomen (Harvard) anschaut, fängt unwillkürlich an zu zweifeln, ob diese Personen immer das Wohl der deutschen Bürger im Kopf haben.

    Wahrscheinlich sind diese Personen multinational verknüpft und sind ggf. auch Berater anderer Staaten und Finanzinstitute, die ihre eigenen Interessen und Vorteile suchen.
    Sie sind ggf. auch der Versuchung ausgesetzt, ihr wertvolles Insiderwissen durch die engen Kontakte mit der Berliner Führungselite, zum eignen Vorteil in - und für andere Staaten und Finanzinstitute zu nutzen.

    Deutschland braucht nicht noch mehr Zentralisierung in Brüsseler Institutionen. Die Flexibilität eines Netzwerks –nicht die Starre eines Blocks ist gefragt.

    Wenn heute die Bundesbank abgeschafft werden soll, dann kommt morgen das Verfassungsgericht dran. Demnächst wird ggf dann auch noch die Sprache, die Nationalhymne, das Bundesbanner usw abgeschafft. Da fällt mir der Spruch ein: „Wer offen für alles ist, der kann ja wohl nicht ganz dicht sein“.

    Die Marionetten der Hochfinanz können ihre „sand box games“ doch in ihren Herkunftsländern ausprobieren. Europa hat genug von den „trial and error“ Experimenten dieser „Spezialisten“.
    Selbst der IWF hat zugegeben, Fehler bei der Rettung Griechenlands gemacht zu haben. Die Scherben der Zerstörung dieser Art von „Europäischem Friedensprojekt“ sehen wir täglich in den Medien.

    Der Lissabon-Vertrag ist gescheitert!!! Er ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben ist. Hat es jemals ein Referendum in Deutschland zu diesem Vertrag gegeben? Warum hat der damalige Bundespräsident Horst Köhler den Vertrag nicht umgehend unterschrieben? Hat er wegen dieses Vertrages sein Amt aufgegeben müssen?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lissabon

    Den „Machern“ dieses Vertrages kann für ihren „Turmbau zu Babel“ eine neue neue Chance nach ihrer Reinkarnaton auf einem anderen Planeten gegeben werden.

  • Cui bono?

    Da wird eine Maßnahme gefordert. Ja, auch ein Zweck wird genannt. Aber was ist das Ziel?
    Wo soll die Reise hingehen?
    Leider bekommt man in der aktuellen politischen Debatte kaum mehr eine Antwort darauf. Alle wollen das Wasser trübe machen, um in Ruhe fischen zu können. Da unterscheidet sich "Regierung" nicht von "Opposition". Alle wollen nur irgendwie mitmachen, d.h. ins Parlament. Oder einfach nur Aufmerksamkeit. Auf "Experte" tun und Bücher verkaufen...

  • Burda hätte besser vorschlagen sollen, die Bürger der EU- und Eurozone zu befragen, ob sie diesen Einheitseuro und die nicht legitimierte EU-Diktatur überhaupt noch wollen!!!!! Der ganze Irrsinn hätte sich dann von selbst erledigt. Solche Kunstgebilde, die den Bürgern aufdiktiert wurden, haben in der Zeitgeschichte nie überlebt. Es ist nur eine Frage der Zeit bzw. die Befragung aller Bürger. Das wäre Demokratie.

  • Nun also auch ein Ökonom der Deutschland abschaffen will

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