Eurostat-Zahlen Griechenland versprüht Hoffnung

Mit Griechenland geht es bergauf: Laut der EU-Statistikbehörden wuchs das Haushaltsdefizit weniger stark als gedacht. Bestätigt wurde zudem: Erstmals seit zehn Jahren erzielte Athen wieder einen rechnerischen Überschuss.
Update: 23.04.2014 - 14:21 Uhr 26 Kommentare

Hoffnungschimmer für Griechenland

DüsseldorfFür das krisengeschüttelte Griechenland gibt es neue Hoffnungsschimmer. Das Haushaltsdefizit wuchs im vergangenen Jahr weniger stark als erwartet und betrug 12,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das teilte das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Der größte Teil resultierte aus Kapitalspritzen des griechischen Staates an kriselnde Banken, ohne die der Fehlbetrag auf 2,1 Prozent geschrumpft wäre (2012: 6,2 Prozent).

Allerdings wuchs Griechenlands Schuldenberg auch im vergangenen Jahr weiter und erreichte 175,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das war der Spitzenwert in der EU. Das hoch verschuldete Griechenland hat seit dem Jahr 2010 von internationalen Geldgebern zwei Hilfspakete über insgesamt 240 Milliarden Euro erhalten, diese laufen Ende des Jahres aus. Griechenlands Haushaltslage hat sich zuletzt gebessert. Anfang April hatte Griechenland seine teilweise Rückkehr an die Märkte gefeiert.

Bei der Defizit-Berechnung berücksichtigt Eurostat auch die Zinszahlungen Griechenlands für internationale Hilfskredite. Rechnet man diese aus der Staatsschuld heraus, spricht man von einem primären Haushaltsergebnis. Athen hat nach eigenen Angaben 2013 erstmals seit zehn Jahren wieder einen solchen primären Haushaltsüberschuss erzielt, der sich auf rund 1,5 Milliarden Euro belaufen soll. Das bestätigte nun auch die EU-Kommission.

Nun hofft Athen auf finanzielle Erleichterungen bei den Hilfskrediten wie etwa niedrigere Zinsen oder längere Zahlungsfristen. Die Euro-Finanzminister hatten dies im November 2012 in Aussicht gestellt. Das Athener Finanzministerium hofft bereits beim nächsten Treffen der Euro-Gruppe am 5. Mai auf erste Gespräche, eine Entscheidung dürfte aber erst im Herbst fallen.

Der europapolitische Sprecher der Grünen, Manuel Sarrazin, äußerte sich erfreut. „Griechenland hat seine Fiskalziele erreicht. Der Primärüberschuss ist ein wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg aus der Krise“. sagte er einer Mitteilung. Dennoch sei das Überschuldungsproblem Griechenlands damit allein noch nicht gelöst. Vielmehr müsse die Bundesregierung zu dem stehen, was sie im November 2012 zugesagt habe: „Die Zinsen für laufende Kredite müssen gesenkt und ihre Laufzeiten verlängert werden“, so Sarrazin.

Insgesamt hat sich in den 18 Euroländern im vergangenen Jahr das öffentliche Defizit laut Eurostat von 3,7 Prozent im Jahr 2012 auf drei Prozent des BIP verringert. In der gesamten EU sank es von 3,9 auf 3,3 Prozent. Im selben Zeitraum jedoch stieg der öffentliche Schuldenstand: im Euroraum von 90,7 auf 92,6 Prozent (Ende 2013), in der Gesamt-EU von 85,2 auf 87,1 Prozent.

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26 Kommentare zu "Eurostat-Zahlen: Griechenland versprüht Hoffnung"

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  • Was schreiben Sie für einen Nonsens!? Blamabel, die Realitäten in der AfD sehen ganz anders aus. Man will diese junge Partei nur ins Abseits stellen. Das wird aber nicht gelingen: Die EU-Wahlprognose liegt sogar bei 6 bis 7 %. Und das ist erst der Anfang! Und die anderen Länder haben auch noch stärkere Alternativen. Die Blockparteien haben größte Angst vor ihrem Machtverlust und dem Verlust des Bürgervertrauens, das täglich mit Füßen getreten wird.

  • "Mit Griechenland geht es bergauf"

    Kann man alles glauben, was in den privaten Konzernmedien steht?

    Im Mai sind EUDSSR Wahlen, gilt es da in den Medien einen auf schöne Welt zu machen?

    Hat die EU Junta Angst um ihre EUDSSR?

    Die Staatsschulden in Griechenland von insgesamt 320 Mrd. steigen nach wie vor und liegen trotz Schuldenschnitt und Zinserlassen bei gut 175% des BIPs!
    Zur Einordnung dieser Zahl: Im Maastrichter Vertrag lag die erlaubte Obergrenze bei 60%.

    Wie sieht es in Italien aus?

    Italien ein Land mit 140+% BIP-Verschuldung und rasant sich verschlechternden realwirtschaftlichen Kennzahlen, faktisch insolvent, da dieser Schuldenberg nie rückführbar ist und selbst die ZINSBEDIENUNG auf diese Schuldenlast natürlich hochgradig gefährdet ist bzw. ohne EZB bzw. D-EU-tschland wäre!

    Spanien & Portugal?

    Auch pleite!!!

    Frankreich?

    Auch die Nummer zwei in Europa gerät immer stärker unter Druck.
    Die "Grande Nation" Frankreich bekommt massive Probleme mit den Schulden.

    Frankreich hat aktuell eine Schuldenquote von 93,5%. Das allein ist schon hoch - aber nicht besorgniserregend. Heftig ist die hohe Geschwindigkeit mit der diese Quote steigt!
    Noch 2012 lag der Vergleichswert nur bei rund 90,5%.

    Und auch das Haushaltsdefizit Frankreichs liegt deutlich über den Vorgaben: 2013 brachte es Frankreich hier auf einen Wert von 4,3%. Das ist extrem weit entfernt von den Vorgaben des Maastricht Vertrages von 3%.


    Kommt das böse Erwachen nach der EUDSSRwahl?

  • @GeorgesV

    Was wollen Sie genau sagen? Dass die Greichen die deutsche Stabilitätspolitik liebgewonnen haben? Wäre mir neu aber gut, wenn sie endlich dort wären, wo sie laut eigener Zusagen bereits zum Beitritt zum Euro sein wollten.

    Sie sollten jedenfalls nicht der Illusion erliegen, dass "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass" in Griechenland oh Wunder erstmals funktioniert. D.h. Inflation/Deflation ist notwendige Folge eines kollektiven Lebensstils, der mehr Güter verbraucht als erzeugt. Die Alternative ist, sich unsouverän von anderen aushalten zu lassen. Kann man machen, der Souveränitätsverzicht sollte aber klar benannt und nicht durch Zahlentricksereien verschleiert werden. Dann wird mit offenen Karten gespielt und jeder -auch Sie- kann wählen, was für ihn funktioniert. Für mich funktioniert der griechische Lebens- und Politikstil nicht.

  • sie haben bestimmt nicht die "griechische Strasse" gesehen (wie sie schreiben) sondern die Milchstraße. Mit Ihrer Logik müsste ganz Europa denken, in Deutschland tobt ein Volksaufstand weil es (z.B.) in Hamburg, vor Monaten, Proteste gab mit vielen verletzten Polizisten. Nun...ich meine bei der AfD hat man Sie gut untergebracht, warten Sie auf weitere Anweisungen bzw.. auf den Weckruf!

  • Am 25. Mai ist Europawahl - ohne die AfD?

    "Verfassungsbeschwerde gegen Teilnahme der AfD an der Europawahl

    Der Beschwerdeführer Elias Mößner ist ein ehemaliges Parteimitglied der Alternative für Deutschland. Weitere ehemalige, auch hochrangige, Parteimitglieder haben die Informationen zusammengetragen, die die dargestellten Sachverhalte ergaben. Die Verfassungsbeschwerde ist letzte Woche beim Bundesverfassungsgericht eingereicht worden.
    Die ehemaligen Parteimitglieder begründen ihren Schritt mit massiven Verstößen der Alternative für Deutschland gegen das Wahlrecht und die direkten Lügen der Parteivertreter vor Kameras im Bundeswahlausschuß. Insbesondere die nach außen proklamierte “Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit” stehe in eklatanten Widerspruch zu den Sitten, die innerparteilich herrschen. Es sei zu hoffen, so Denis Deppe aus dem Kreis der Ehemaligen, „dass das Verfassungsgericht hier rechtsschützend eingreift und die “Außen hui, innen pfui”-Partei von der Wahlliste entfernt.“ http://celler-presse.de/2014/04/22/verfassungsbeschwerde-gegen-teilnahme-der-afd-an-der-europawahl/ Die Klageschrift (pdf, auf den Link klicken) ist echt lesenswert, da steht schoen ausfuehrlich, wie die AfD taeuscht, manipuliert und gegen geltendes Recht verstoesst. Dazu kommen jetzt auch noch die Spenden-Geschichten ans Licht (Verschleierte Spende? AfD pumpt sich 640.000 Euro, http://www.n-tv.de/politik/AfD-pumpt-sich-640-000-Euro-article12703401.html)... BVG-Richter, beeilt euch bitte!

  • ==> LÜGENTHEATER VOR DER WAHL AM 25. MAI !!

    Lasst euch von den Überschriften der Lügen-Presse in Deutschland und deren ferngesteuerte Propaganda nicht blenden !

    Gestern stand geschrieben, dass Griechenland ein 3. "Hilfspaket" benötigt, also wieder geschenkte weitere Milliarden auf nimmer Wiedersehen - zur Zinszahlung an die Banken.

    Lüge, Propaganda, Bevormundung, Besatzung, Hinterzimmer-Politik. Eine Schande ist das, diese "EU in Brüssel" - Politik.

  • "Athen hat nach eigenen Angaben 2013 erstmals seit zehn Jahren wieder einen solchen primären Haushaltsüberschuss erzielt, der sich auf rund 1,5 Milliarden Euro belaufen soll."

    Sicher sind diese eigenen Angaben so zuverlässig, wie die erfüllten Finanzbedingungen für den Beitritt zum Euro.
    Wenn die "freie Presse" nur den offiziellen Schwachsinn nachbetet, der über die fünf Nachrichtenagenturen verbreitet wird, dann braucht sie niemand.

    Im übrigen scheint der Begriff "Nettoempfänger" inzwischen vollstöndig ausgerottet worden zu sein. Kein Strebenswörtchen vernimmt man mehr, daß STÄNDIG riesige Summen der Nettozahler an die Nehmerländer getätigt werden.
    Vermutlich paßt das nicht zur Euro-"Erfolgsstory", wonach ZUSÄTZLICH zu den immensen Transferzahlungen aktuell keine außertourlichen Rettungszahlungen für das Finanzpyramidensystem in Griechenland nötig sind.

  • In Wirklichkeit tickt eine Zeitbombe

    Europa im Allgemeinen und Griechenland im besonderen, sind viel zu hoch verschuldet. Japan ist zwar höher verschuldet als Griechenland, doch Japan zahlt kaum Zinsen auf seine Schulden, weil es als verlässlicher Zahler gilt.

    Die europäischen Staaten sind keine verlässlichen Zahler. Am Schuldenschnitt Griechenlands haben sie mitgewirkt. Nun muss sich jeder Investor fragen, wie es um die Zahlungsmoral der europäischen Staaten bestellt ist. Und er muss sich fragen, wie sehr der Staatshaushalt durch diverse Rettungspakete belastet wird.

    Im Moment scheinen die Ängste der Investoren verflogen zu sein. Doch wenn der Markt die Ausfallsgefahren realisiert und die Zinsen in Europa ansteigen, dann wird Europa Schwierigkeiten haben die Zinsen zu bedienen. Und dann könnte es auch Deutschland treffen.


  • @Eddie1

    Sie sind ja ein ganz Schlauer. Wir schüren also Ressentiments gegen "Griechenland". Wen meinen Sie damit? Also wenn ich die Leute auf der griechischen Strasse richtig interpretiere, haben sie die Schnauze voll von der Germanisierung und den entsprechenden Vorgaben der Volkseinkommenverschenker in Berlin. Sie wollen nicht sparen, sondern brauchen für ihre Lebensart Inflation, um nicht depressiv zu werden. Genauso habe ich umgekehrt die Schnauze voll von der Mediterranisierung und Bananenrepublikanisierung Deutschlands.

  • In Griechenland wird gespart! Das stimmt.
    Allerdings vornehmlich bei den Investitionen - woraus irgendwann die Schulden zurückbezahlt werden sollten.
    Die Zahlen dazu findet man bei Lüder Gerken.
    Alles in allem also mehr Strohfeuer als Hoffnung in GR.

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