Februar Deutsche Inflation sinkt auf Zwei-Jahres-Tief

Die Praxisgebühr gibt es nicht mehr, das senkt die Lebenshaltungskosten und damit auch d ie Inflationsrate. Sie ist in Deutschland auf 1,5 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen.
Update: 12.03.2013 - 11:19 Uhr 18 Kommentare
Ein Kunde in einem Supermarkt. Die Inflation in Deutschland ist auf 1,5 Prozent gestiegen. Das liegt vor allem an steigenden Lebensmittelpreisen. Quelle: dpa

Ein Kunde in einem Supermarkt. Die Inflation in Deutschland ist auf 1,5 Prozent gestiegen. Das liegt vor allem an steigenden Lebensmittelpreisen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Inflation in Deutschland ist trotz hoher Stromkosten weiter auf dem Rückmarsch. Die jährliche Rate sank von 1,7 Prozent im Januar auf 1,5 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte und damit vorläufige Zahlen bestätigte. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2010. Vor allem die Abschaffung der Praxisgebühr von 10 Euro Anfang des Jahres dämpfte den Anstieg der Lebenshaltungskosten.

Kräftige Preiserhöhungen gab es dagegen bei Energie und Nahrungsmitteln, Strom wurde um 12,4 Prozent teurer. Die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage war zum Jahresbeginn um fast 50 Prozent erhöht worden. Tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr mussten die Verbraucher für Obst (plus 7,2 Prozent). Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich um 5,4 Prozent. Billiger wurde dagegen Bohnenkaffee (minus 4,6 Prozent). Ohne Energie und Nahrungsmittel wären die Lebenshaltungskosten den Angaben zufolge binnen Jahresfrist nur um 1,1 Prozent gestiegen.

Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise im Februar um 0,6 Prozent. Vor allem ein kräftiger Aufschlag bei Pauschalreisen (plus 11 Prozent) trieb die Lebenshaltungskosten im Faschingsmonat in die Höhe. Teurer wurde nach dem Ende des Schlussverkaufs auch Kleidung (plus 3,4 Prozent). Deutlich mehr mussten die Verbraucher für Schnittblumen (plus 6,2 Prozent) zahlen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent als stabiles Preisniveau an. Für den Euroraum gehen die Währungshüter davon aus, dass die Teuerung 2013 trotz der nach wie vor weit geöffneten Geldschleusen der EZB unter die Zielmarke von 2,0 Prozent sinken wird.

  • dpa
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18 Kommentare zu "Februar: Deutsche Inflation sinkt auf Zwei-Jahres-Tief"

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  • Praxisgebühr von 10 EUR abschaffen um die Inflation schön zu rechnen ;-) ....

    Köstlich... ich bin gespannt wer bald die neuen "Juden" sind, wenn das ganze hier bald eskaliert...

    Dann können Sie mal, jedoch bitte frühzeitig, einen schönen Artikel darüber schreiben wohin man schnell auswandern sollte damit Geschichte nicht wieder Gegenwart wird.... und dies scheint sich im Moment leider anzubahnen... ein kleiner Herr mit Oberlippenbart und Rechtsscheitel ist nur eine Ausführung dessen, was sich der Michel wünscht, je dreister er für dumm verkauft wird...

  • 14.3.13 Inflation im Sinkflut, doch welche Inflationsquote ist gemeint. Selbst gefühlt oder von Statistikern aus dem Warenkorb berechnet. Letzterem traut kaum einer. Wer auf seine Stromrechnung blickt, der reibt sich die Augen. Wer beim Metzger nach dem Preis der Wurst fragt, nimmt einen saftigen Aufschlag zur Kenntnis. Die Teuerung im wahren Leben spiegelt sich nicht im allgemeinen Inflationswert wieder. Gefühlt liegt sie weit über 1,5 Prozent. Der derzeit „relativ“ niedrige allgemeine Inflationswert aber ist keine Überraschung für Kenner. Billigimporte aus den Schwellenländern und die Niedrigpreisangebote aus dem Internet sorgen für eine gemäßigte Inflationsquote. Dies gilt auf kurze Sicht. Doch irgendwann werden auch die Preise in diesen Segmenten steigen. Und irgendwann wird die Wirtschaftsflaute in den europäischen Peripherieländern zu Ende sein. Wenn dann die Nachfrage nach Gütern weltweit durch einen globalen Gesamtaufschwung stark anzieht, wird auch die Inflation aufgrund der Geldschwemme kräftig klettern. So die mittel- bis längerfristigen Inflationsszenarien, wie sie im Raubeinkapitalismus zu erwarten sind. Warten wirs ab.Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

  • 13.3.13 Die Inflation schreitet derzeit rückwärts. Schleichend schmerzt sie jedoch jenen, die den Euro zwei mal wenden müssen. Denken wir an die Stromkosten etc. Der derzeit „relativ“ niedrige Inflationswert ist keine Überraschung für Kenner. Billigimporte aus den Schwellenländern und die Niedrigpreisangebote aus dem Internet sorgen für eine gemäßigte Inflationsquote. Dies gilt auf kurze Sicht. Doch irgendwann werden auch die Preise in diesen Segmenten steigen. Und irgendwann wird die Wirtschaftsflaute in den europäischen Peripherieländern zu Ende sein. Wenn dann die Nachfrage nach Gütern weltweit durch einen globalen Gesamtaufschwung stark anzieht, wird auch die Inflation aufgrund der Geldschwemme kräftig klettern. So die mittel- bis längerfristigen Inflationsszenarien, wie sie im Raubeinkapitalismus zu erwarten sind. Warten wirs ab.Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

  • @Rechner: Das Thema hatten wir schon mal. Sie greifen sich immer die Zeitreihe raus, die ihnen gerade passt. Bitte 10 Jahreszeitraum seit dem Beitritt Griechenlands betrachten, dann liegt M3 Wachstum weit über 5% p.a., in der Vor-Krisenzeit (2002 bis 2008) bei über 8% p.a.. Die normalen Preisindizes erfassen Preisblasen in Vermögensgegenständen nur unzureichend. Einen guten Teil der Inflation des letzten Jahrzehnts schreibt Europa jetzt gerade über das Banksystem in den Immobilienmärkten von Spanien, Portugal, Griechenland und Irland ab.

  • 'Gaffel' sagt
    ------------------
    die einzig richtige Definition von Inflation ist eine andere:
    Prozentuale Änderung der Geldmenge minus Veränderung des Bruttosozialprodukts im gleichen Zeitraum.
    = Veränderung des Geldwertes.
    ------------------

    Äh - von welchem Bruttosozialprodukt spechen Sie - vom nominalen oder vom realen?

    Sollten Sie vom realen sprechen - wie messen Sie das denn ohne die Teuerungrate gemessen zu haben?

    Mit anderen Worten: Wenn die Kartoffelproduktion um 4% gestiegen ist, und die Schnapsproduktion um 7% - um wieviel ist denn dann das Bruttosuzialprodukt real gestiegen?

    Ohne Bildung von Warenkörben unter Berücksichtigung relativer Preise kriegen Sie die reale Veränderung des BSP leider auch nicht heraus.

    ...

    Lesen Sie mal was über den GDP-Inflator.

    Das ist wohl, was Sie wirklich wollen.

    +++

    'Gaffel' sagt
    ------------------
    (Und da hatten wir in den letzten Jahren stets Werte, die deutlich über den "offiziellen" Angaben lagen und die Inflation deutlich belegen.
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    Bitte nachweisen.

    WELCHE Jahre?

    Welche Definition?

    +++

    'Gaffel' sagt
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    Daß diese Tatsachen von den Handelsblatt-Redakteuren ignoriert oder falsch interpretiert werden, ist ein Armutszeugnis in Sachen Fachwissen über volkswirtschaftliche Vorgänge und deren Wirkungen.
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    Bitte 'mal ganz vorsichtig an die eigene Nase fassen.

  • Sie greifen halt die Zahlen vom Dezember heraus, weil die Ihnen am besten gefallen und die Inflationshypothese unterstützen.

    Aber:

    Auf M1 alleine kommt es nicht an, es sei denn Überweisungen von Kontokorrentguthaben würden nicht mehr als Zahlung angenommen werden.

    Der im Vergleich zu M3 wesentlich stärkere Abstieg von M1 spiegelt die Bilanzausweitung der EZB und die Bilanzverkürzung der Geschäftsbanken wieder.

    Und M3 ist seit Anfang 2010 bis Januar 2013 mit einer Jahresrate von gerade 1,3% gestiegen:

    https://stats.ecb.europa.eu/stats/download/bsi_t02_03_nsa/bsi_t02_03_nsa/bsi_t02_03_nsa.pdf

    So kann man keine Inflation erzeugen.

  • Also ich weiß ja nicht, nach welchen Kriterien unsere vielen selbsternannten Experten ihre Berechnungen immer anstellen, aber ich erlebe das anders.
    Laufend wird irgend etwas teurer. Was man vorige Woche im Supermarkt kaufte, kostete getern schon wieder 20 Cent mehr und so geht es überall.
    also von geringer Inflationsrate kann gar keine Rede sein

  • Die sog. "Inflationsrate" oder auch "Preisanstieg" genannt, wird in Deutschland nach einem imaginären "Warenkorb" berechnet, den man - je nach politischer Notwendigkeit - auch mal mit Alternativ-Produkten bestücken kann.
    Damit betreibt man aber eine Volksverdummung, denn
    die einzig richtige Definition von Inflation ist eine andere:
    Prozentuale Änderung der Geldmenge minus Veränderung des Bruttosozialprodukts im gleichen Zeitraum.
    = Veränderung des Geldwertes.
    (Und da hatten wir in den letzten Jahren stets Werte, die deutlich über den "offiziellen" Angaben lagen und die Inflation deutlich belegen.
    Daß diese Tatsachen von den Handelsblatt-Redakteuren ignoriert oder falsch interpretiert werden, ist ein Armutszeugnis in Sachen Fachwissen über volkswirtschaftliche Vorgänge und deren Wirkungen.

  • M1 Wachstum im Dezember 6,2%, M3 3,3% im Dezember.
    Ist schon ordentliches Geldmengenwachstum, finden Sie nicht?

    http://www.ecb.int/pub/pdf/mobu/mb201302en.pdf

  • Es wird vor allem unterschlagen, daß sich bei der immer stärker werdenden Schicht mit geringen Einkommen die Erhöhungen von Strom und Nahrungsmitteln (4,5%/Jahr bei den Discountern) viel stärker bemerkbar machen, als bei Gutverdienern. Da aber erstgenannte immer mehr werden, müssten diese Dinge des tgl. Bedarfs stärker gewichtet werden.
    Das Gegenteil ist der Fall: Um die Statistik zu schönen, wurden Kosten für Kultur, Hotels, Urlaub u.dgl mit 16% überproportional gewichtet. Damit kann man die dort stark gesunkenen Kosten gut zur Abschwächung der Zahlen heranziehen. Andererseits Wohnen (Miete incl.Strom, Heizungetc.)32% ist für viele zu wenig.

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