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Geldpolitik Südkorea vollzieht die Zinswende

In Europa hat Schweden als erste Volkswirtschaft die Zinswende vollzogen, jetzt legt in Asien Südkorea nach und erhöht früher als erwartet die Zinsen. Die Bank of Korea hob zum ersten Mal seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Sie hält den südkoreanischen Aufschwung für stabil genug, um ihn selbst im Falle neuer internationaler Finanzmarktturbulenzen fortzusetzen.
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Südkoreas Notenbank-Chef Kim Choong Soo verkündete die Anhebung des Leitzinses von zwei auf 2,25 Prozent. Quelle: Reuters

Südkoreas Notenbank-Chef Kim Choong Soo verkündete die Anhebung des Leitzinses von zwei auf 2,25 Prozent.

(Foto: Reuters)

HB SEOUL. Für Experten kam der Schritt überraschend. Sie hatten eine Anhebung der Zinsen erst im August oder September erwartet. Angesichts des stabilen Aufschwungs der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens beendete der geldpolitische Ausschuss der Bank of Korea am Freitag, das Zinsrekordtief von zwei Prozent nach eineinhalb Jahren zu beenden. Der Schlüsselzins steigt um 0,25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Der Zinssatz, der für die Kosten der Kredite zwischen den Banken entscheidend ist, war vor fast eineinhalb Jahren auf zwei Prozent herabgesetzt worden.

Die Bank of Korea folgte mit der Entscheidung der Zinsanhebung in einigen anderen Industrieländern, darunter Australien und Kanada, die wegen der Krise ihre Leitzinsen stark gesenkt hatten, um die Konjunktur zu stimulieren.

„Die einheimische Wirtschaftsaktivität wird den Aufwärtstrend voraussichtlich selbst in der Gegenwart von äußeren Risikofaktoren beibehalten“, teilte die Bank mit. Die Risiken, dass neue internationale Finanzmarktturbulenzen entstehen, könne angesichts der Schuldenprobleme in einigen europäischen Ländern und großer Wachstumsschwankungen in den wichtigsten Industrieländern nicht ausgeschlossen werden.

Mit der Anhebung des Leitzinses will die Zentralbank auch einem Inflationsdruck entgegensteuern. Die Verbraucherpreisinflation habe zwar bisher im Bereich zwischen zwei und drei Prozent gelegen, doch könne sich angesichts des stärkeren wirtschaftlichen Aufschwungs und größerer Nachfrage ein Aufwärtsdruck aufbauen, hieß es. Die Bank hatte im April ihre Wachstumsprognose deutlich nach oben korrigiert und erwartet jetzt eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 5,2 Prozent. Die Prognose der Regierung liegt bei 5,8 Prozent.

Am 1. Juli hatte Schweden die Zinswende nach der Finanzkrise eingeläutet und den Leitzins von 0,25 auf 0,5 Prozent angehoben. Grund war die starke Konjunktur, Schwedens Wirtschaft war dank staatlicher Hilfsprogramme überraschend schnell auf Wachstumskurs gelangt. Das Land war der zweite europäische Staat nach Norwegen (Dezember 2009), in dem die geldpolitischen Zügel seit Beginn der Finanzkrise angezogen wurden. Die schwedischn Notenbanker hatten betont, der Inflationsdruck sei zwar niedrig, dürfte sich mit Anziehen der Konjunktur aber verstärken. Auf längere Sicht rechnet die Riksbank allerdings nicht mit stärkeren Zinserhöhungen. Die Zinsen müssten künftig nicht so stark erhöht werden wie angenommen, hieß es.

Signale der Europäischen Zentralbank (EZB) auf eine Änderung der Geldpolitik in der Euro-Zone blieben dagegen aus. Nach der Sitzung der EZB-Rates verkündete Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet, man belasse den Leitzins für die Euro-Zone bei einem Prozent. Trichet hat nach der Zinsentscheidung keinen unmittelbaren Bedarf für eine Zinsanhebung signalisiert. Auch die britische Zentralbank (BoE) ließ ihren Leitzins unverändert bei 0,5 Prozent. Eine Stellungnahme gab der geldpolitisch Ausschusses der BoE nicht ab.

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