Gewinn eingebrochen Bundesbank schickt Hiobsbotschaft an Schäuble

Die Finanzkrise hinterlässt auch bei der Bundesbank ihre Spuren: der Überschuss ist geringer als erwartet. Damit fließt auch weniger Geld in den Bundeshaushalt. Ein Fiasko für Schäubles Finanzplanung?
Update: 08.03.2011 - 15:03 Uhr 5 Kommentare
Bundesbank-Chef Weber (li.) und Finanzminister Schäuble: Schlechte Nachrichten aus Frankfurt. Quelle: Reuters

Bundesbank-Chef Weber (li.) und Finanzminister Schäuble: Schlechte Nachrichten aus Frankfurt.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie deutsche Konjunktur brummt, doch die Bundesbank ächzt unter den Lasten der Schuldenkrise in den Euroländern. Besonders die nach dem Kauf von Anleihen hoch verschuldeter Staaten deutlich erhöhte Risikovorsorge schmälerte den Überschuss der Notenbank. Zudem belastete das Rekordtief bei den Zinsen das Geschäft. Ein rosiges Bild malte der scheidende Bundesbank-Präsident Axel Weber von der Konjunkturentwicklung in Deutschland im laufenden Jahr. Mittelfristig sieht er aber Inflationsgefahren.

Insgesamt halbierte sich der Gewinn der Deutschen Bundesbank 2010 nahezu. Der Überschuss fiel auf 2,2 Milliarden Euro nach 4,1 Milliarden Euro im Krisenjahr 2009, teilte die Notenbank am Dienstag in Frankfurt mit. Der Bewertungsgewinne bei den Goldreserven werden dabei nicht eingerechnet: Zum Jahresende stand in der Bundesbankbilanz ein Goldwert von 115 Milliarden Euro nach 84 Milliarden Euro ein Jahr zuvor - dank des Höhenflugs bei dem Edelmetall. Der Bundesbankgewinn wurde am Dienstag in voller Höhe an den Bund abgeführt.

Die Notenbank erhöhte ihre Risikovorsorge für „allgemeine Wagnisse“ um 1,6 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro. Weber kündigte an, die Summe werde in den beiden kommenden Jahren nochmals aufgestockt. Die Erhöhung stehe im Einklang mit der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die ihre Wagnisrückstellung ebenfalls erhöht habe.

Details zu den als riskant eingestuften Papieren nannte Weber, der die Bundesbank Ende April verlässt, nicht. Allgemein nannte er aber unter anderem den Kauf von Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder als Grund für die Erhöhung. Die Notenbanken kaufen diese Anleihen seit Mai 2010 - bislang für 77,5 Milliarden Euro.

Weber hatte den entsprechenden EZB-Beschluss öffentlich kritisiert. Er sah unter anderem die Unabhängigkeit der Notenbank von der Politik in Gefahr. Diese Meinungsverschiedenheit gilt als ein Grund für den Verzicht Webers, der für ein Jahr an die Universität Chicago wechseln will, auf eine Kandidatur für den EZB-Spitzenjob.

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5 Kommentare zu "Gewinn eingebrochen: Bundesbank schickt Hiobsbotschaft an Schäuble"

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  • .......Die erste wichtige Ertragsquelle sind die staatlichen Gold- und Währungsreserven. Sie sind vom Preis für Gold ebenso abhängig wie von den Schwankungen an den Devisenmärkten und vom Zinsniveau in den Vereinigten Staaten.
    Na das ist ja besonders lustig !!!!!
    Goldreserven - wo sind die denn ? Lagern wenn überhaupt noch vorhanden größtenteils in den Privatbankenkellern in den USA. Und sind somit sowieso weg....unzurückbrinbar - ausser mit Gewalt !!!!!
    Zinsniveau des Fiat - Moneys der USA ????? Zum totlachen !!!!
    Wenn die z.B. den Zins erhöhen würden , würde das einen weltweiten Super-Gau auslösen !
    Was für eine bescheuerte Welt.......

  • Angesiuchts der angekauften Schrottpapiere hätte die Risikovorsorge noch viel höher sein müssen! Für Ausschüttungen besteht kein Spielraum. Dennoch zahlt man aus, man ist ja inzwiscehn politisch gesteuert!

  • Welch' ein Wunder, daß überhaupt noch etwas übrig bleibt!

  • Wirtschaftsaufschwung - Gewinn ?
    Was für ein Kasperltheater wieder.....

  • "Die erste wichtige Ertragsquelle sind die staatlichen Gold- und Währungsreserven."
    Das stimmt so nicht - denn nur realisierte Gewinne fließen in die GuV der Bundesbank. Wenn Gold also steigt, dann steigt zwar auch der entsprechende Bilanzposten. Es wird aber ein passivischer Ausgleichsposten gebildet. Nur realisierte Gewinne fließen auch in die GuV und können damit ausgeschüttet werden. Daniel Kühn, BörseGo AG (dkuehn@boerse-go.de)

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