GfK Konsumklima Das Ende der Kauflust?

Zwar schwächelt die Konjunktur, die deutschen Verbraucher haben sich davon jedoch nicht die Konsumlaune verderben lassen - bisher. Doch so rasant wird es wohl nicht weitergehen, glauben Konsumforscher.
15 Kommentare
Lust am Konsum: Die Deutschen kaufen gern ein - noch. Quelle: dpa

Lust am Konsum: Die Deutschen kaufen gern ein - noch.

(Foto: dpa)

NürnbergKonsumforscher sehen nach einer mehrjährigen Boomphase das Ende der Fahnenstange bei der Kauflust der Deutschen erreicht. „Wir sind bei der Anschaffungsneigung der Verbraucher bereits auf einem sehr hohen Niveau. Da gibt es vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben, aber große Sprünge sind da nicht mehr drin“, sagte der Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Rolf Bürkl, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Von einer Trendwende zum Negativen könne bei der Konsumstimmung aber auch nicht die Rede sein.

Die Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen ist nach Bürkls Angaben seit der Lehman-Pleite im Jahr 2008 kontinuierlich gestiegen. Neben dem seinerzeit erschütterten Vertrauen vieler Verbraucher in die Finanzmärkte hätten auch die niedrigen Sparzinsen dazu geführt, dass Haushalte ihr Geld lieber in Immobilien, Möbel oder Neuwagen steckten als es auf die hohe Kante zu legen. Auch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt spiele dabei eine Rolle.

Dass die sogenannte Anschaffungsneigung demnächst sogar auf das Rekordniveau von 2006 steigen könnte, erwartet Bürkl allerdings nicht. Damals hatte die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung viele Haushalte dazu veranlasst, größere Anschaffungen vorzuziehen. Mit fast 65 Indexpunkten war die Anschaffungsneigung damals knapp doppelt so hoch wie derzeit. Aus den monatlich ermittelten Umfragewerten zur Anschaffungsneigung, der Konjunkturerwartung und den Einkommenserwartungen ermittelt die GfK monatlich den Konsumklimaindex.

Ein Hinweis auf eine leicht gebremste Konsumlust könnte nach Bürkls Einschätzung auch die wieder steigende Sparneigung sein. „Der Index für die Sparneigung liegt zwar mit minus 25 Punkten weiterhin tief im Keller, trotzdem hat die Sparneigung im August leicht zugenommen.“ Noch im Juni hatte sie bei minus 35 Punkten gelegen - und war damit auf ein Rekordtief gesunken. In der derzeitigen Lage hielten es wieder etwas mehr Verbraucher für ratsam, zu sparen. Insgesamt bewege sich die Bereitschaft von Verbrauchern zu größeren Anschaffungen aber weiterhin auf hohem Niveau, stellte der Konsumforscher klar.

Deutsche Konsumlaune fällt überraschend - Talfahrt an den Börsen

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

15 Kommentare zu "GfK Konsumklima: Das Ende der Kauflust?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • 'Silvercoin82' sagt
    --------------------------
    Sie vergessen die vielen dummgebildeten Rentner, die nur ihre eigene Versorgung sehen.. Also ist denen ein Krieg völlig egal...
    --------------------------

    Diese pauschale Diffamierung von Rentnern darf ich mir als Rentner ja wohl verbitten.

    SIE vergessen, daß Rentner weder Opfer der Bildungskatastrophe noch der moralischen Desensitivisierung durch Mord- und Totschlag auf allen Kanälen und Playstations geworden sind.

    Und Sie vergessen auch, daß viele Rentner - je älter umso mehr - Krieg und Nachkriegszeit mit Not und Entbehrungen selbst erfahren haben.

  • Ich brauch meine "Dreifufzig" für Strom und Benzin, den Rest für´s Finanzamt.

  • Selten habe ich einen inhaltvollen, wahren und ehrlichen Artikel hier gelesen. Was hilft das unseren Enkeln, wenn die Eltern denen weiterhin was vorgaukeln?
    Diese scheinbar unaufhörliche Entwicklung erinnert mich an den die Schmeißfliegen, die ihre Nahrung auch "in" finden.

  • @whisky

    weil Reporter auch nur Sklaven des Systems sind! :) und oft ideologisch verblendet dazu. Es gibt weder eine 4. Gewalt, noch eine freie Presse! GELD HAT SCHON IMMER DIE WELT REGIERT.

    Ich bin froh diesen ganzen Wahnsinn, dem sich junge Menschen hingeben, nicht mitmachen zu müssen :-)

  • @Wolfsfreund

    Ihrem Kommentar kann ich nur ZUSTIMMEN!!

    Nichts gibt einem mehr an Kraft und Zufriedenheit, als Land und Leute kennen zu lernen!! Wobei auch für mich Skandinavien mit seiner Schlichtheit, vorallem aber Schönheit der unberührten Natur mit am schönsten ist!

    Norwegen ist geradzu ein Paradies für Naturfreunde und Menschen, die sich wirklich erhohlen wollen. Kein Konsum der Welt kann das ausgleichen!

  • "Naja, ich werde mir in Zukunft die Welt anschauen. Lieber gehe ich einmal im Leben zu Fuß ans Nordkapp, sehe Nordlichter, begegne Elchen, gehe 70km durch Finnland und lese ein Buch um Mitternacht unter freiem Himmel."
    ---
    Tun Sie es! Unbedingt! :-)
    Ich kenne das Land recht gut. Sie werden unendlich viel für sich selbst mitnehmen und über sich selbst lernen! Und es werden Erinnerungen werden, die Ihnen niemand nehmen kann, auch nicht der gierigste Staat.
    Tun Sie sich selber einen Gefallen und lernen sie vorher einigermaßen Norwegisch. Das öffnet einem nicht nur die Herzen der Skandinavier (die freuen sich richtig, wenn einer versucht, sich in ihrer Sprache auszudrücken), man versteht es auch von Dänemark bis Finnland. Zudem ist es für Deutsche eine vergleichsweise einfach zu lernende Sprache.

  • Ich kann Ihnen mit meinen über 6 Lebensjahrzehnten nur voll zustimmen.

  • Welch Glück, dass ich mit 30 ihre Erkenntnis verstanden habe.

    Deswegen besorge ich mir in den kommenden Wochen eine super ausgestattete Outdoor-Ausrüstung. Gestern Abend habe ich meinen Kleiderschrank ausgemistet und festgestellt, wieviel unendliche Summen man in den ganzen Mist investiert. Beim Gang zum Altkleiderkontainer waren selbst Hemden dabei, die nicht einmal 2 jahre alt waren.

    Und ich muss hier mal ganz deutlich sagen, dass Frauen einen größeren Teil an der Schuld im wahnsinnigen Textilkonsum tragen. Nicht jetzt weil man mit tollen Klamotten versucht, eine Frau zu imponieren. Nein, weil alleine an meiner Uni man oft von irgendwelchen verblödeten Weibern eingeredet bekommt, dass so eine Jeans oder solche Schuhe nicht im trend sind. Da fühlt man sich automatisch unter Druck gesetzt, den immer wiederkehrenden Modetrends zu folgen.

    Mir hat im ganzen Leben noch nicht ein Kerl zu neuen Klamotten geraten.

    Naja, ich werde mir in Zukunft die Welt anschauen. Lieber gehe ich einmal im Leben zu Fuß ans Nordkapp, sehe Nordlichter, begegne Elchen, gehe 70km durch Finnland und lese ein Buch um Mitternacht unter freiem Himmel.

    Ich habe 10 Jahre meines Lebens damit vergeudet, auf das System zu hören.

    Wie würde ein bekannter Kommentator aus diesem HB-Bereich jetzt sagen: "Over and Out!"

  • Warum werden immer nur die GFK-Umfragewerte in den Medien groß herausgestellt? Man könnte diese Werte ja auch mal mit den tatsächlichen Zahlen des Statistischen Bundeamtes vergleichen. Die besagen, daß die Einzelhandelsumsätze - einschließlich Versandhäuser und Internethandel, ohne Kfz-Handel - um über 2% UNTER dem Wert des Jahres 2000 liegen. Hat wohl was mit den praktisch seit der Zeit insgesamt nicht mehr gestiegenen Löhnen zu tun. Warum wird das von den Reportern ignoriert???

  • "Das Ende der Kauflust?"
    Nachrichten verpasst?
    Die Statistik sagt: Einzel­handels­umsatz im Juni 2013 real um 2,8 % nied­riger als im Vor­jahres­monat.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%