GfK-Konsumklima Deutsche im Kaufrausch – trotz Schuldenkrise

Ob Schuldenkrise oder hohe Energiepreise – die Deutschen lassen sich von solchen Risiken in ihrer Kauflust nicht bremsen. Der GfK-Index der Nürnberger Konsumforscher ist erstmals seit März gestiegen.
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Frauen mit Einkaufstüten in einer Kölner Fußgängerzone. Quelle: dpa

Frauen mit Einkaufstüten in einer Kölner Fußgängerzone.

(Foto: dpa)

NürnbergTrotz der ungelösten Schuldenkrise in Europa steigt die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Das für Juli berechnete Konsumklima-Barometer stieg überraschend von 5,6 auf 5,7 Punkte, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag mit. Das war der erste Anstieg seit vier Monaten. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Rückgang auf 5,3 Zähler erwartet. Die 2000 befragten Verbraucher rechnen mit spürbar steigenden Einkommen und einer anhaltend guten Konjunktur. Sie wollen deshalb mehr Geld für größere Anschaffungen lockermachen.

„Nach wie vor vorhandene Risiken für die Konjunktur - wie die Schuldenkrise in der Eurozone und hohe Energiepreise - sind im Frühsommer in der Wahrnehmung der Verbraucher etwas in den Hintergrund getreten“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Damit gewinnen die guten Rahmendaten wie die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und das gute Wirtschaftswachstum wieder die Oberhand über die „Störfaktoren' Fukushima sowie die Situation im Nahen Osten und Griechenland.“

Den größten Sprung nach oben machten die Einkommenserwartungen, die so gut sind wie seit November nicht mehr. Besonders die sinkende Arbeitslosigkeit sorge dafür, dass mehr Konsumenten eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage erwarten. „Zum einen können die gesamten Löhne und Gehälter durch die steigende Anzahl von Erwerbstätigen zunehmen“, sagte Bürkl. „Zum anderen stärkt eine sinkende Arbeitslosigkeit die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer im Hinblick auf höhere Zuwächse bei den Arbeitseinkommen.“ Trotz der vergleichsweise hohen Inflation waren die Reallöhne im ersten Quartal mit rund zwei Prozent so kräftig gestiegen wie seit Jahren nicht mehr.

Ungeachtet erster Anzeichen für eine Konjunkturabkühlung rechnen die Verbraucher mit einem robusten Wirtschaftswachstum. Wegen des starken Auftaktquartals hatten die Bundesbank und eine Reihe von Wirtschaftsinstituten ihre Prognosen heraufgesetzt. „Das bedeutet, dass sich die deutsche Wirtschaft ähnlich dynamisch entwickeln wird wie im vergangenen Jahr“, sagte Bürkl. Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut erwartet sogar ein Wachstum von vier Prozent. Allerdings rechnen die Unternehmen in den kommenden Wochen mit einer Abkühlung: Die Ifo-Konjunkturerwartungen, für die 7000 Manager befragt werden, sanken zuletzt vier Monate in Folge.

Dennoch sitzt bei den Verbrauchern das Geld wieder lockerer. „Positive Konjunktur- und überaus erfreuliche Arbeitsmarktzahlen stärken die Planungssicherheit der Konsumenten, die gerade bei größeren Anschaffungen eine wichtige Rolle spielt“, sagte Bürkl.

  • rtr
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19 Kommentare zu "GfK-Konsumklima: Deutsche im Kaufrausch – trotz Schuldenkrise"

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  • Na bei der primitiven Schreibe bin ich mir da nciht sicher.
    Mit mir könnten sie sicher auch nicht mithalten.
    Also bitte nicht so großspurig

  • Ja Liebelein, wenn es mal gute und wahre Nachrichten wären.
    Sind es aber nicht. Es sind Heucheleien und dienen nur der Manipulation der Bürger.
    Aufwachen!
    Da brauchen sich Ihre Nackenhaare auch nicht kräuseln. Sie müssen nur von Ihrer Obrigkeitshörigkeit weg und ganz ralistisch in den Alltag blicken

  • Komisch nur, dass ich immer lese, der Einzalhandel hat wieder Verluste gemacht im letzten Quartal.
    Dieser Index ist Leuteverdummung.
    Es wird doch von der Unterschicht gekauf nach dem Motte "kauf jetzt, zahle später"
    Die Werbung, auch vom Media-Markt ist doch genau so aufgebaut
    Und wenn die Leute dann in Privatinsolvenz fallen, zahlen wir das auch alle. Da denkt nur keiner drüber nach, dass die Friemn, die im Rahmen dieses Insolvenzverfahrens ja auf Geld verzeichten, damit Lie4schen Müller wieder auf die Füße kommt, aber die verzichten ja nicht wirlich, die schlagen das auf die Preise, ergo zahlen wir alle diese Privatinsolvenzen. Das ist wie mit der Griechenlandkrise. Die Gewinne machen die Oberen, die Verluste zahlen wir
    Wo ist Deutschland nur gelandet?

  • So, so "die Verbraucher und Konsumenten erwarten..." na und wie siehts nach Faktenlage aus?
    http://www.querschuesse.de/arbeitskosten-dokumentieren-fehlentwicklungen/
    Wie lange wird es dauern,dass der Export anfängt zu lahmen? Und dann?

  • Das Gejammere ist doch wirklich furchtbar. Ich kann diese Stammtischparolen vom "Deutschen Michel", "Staatspropaganda" usw. nicht mehr höhren. Da kräuseln sich einem doch die Nackenhaare bei so viel Polemik.

    Natürlich befinden wir uns in einer schwierigen Phase, was die Zukunft angeht. Das bezweifelt kaum einer und es wird mehr als genug darüber Berichtet. Doch ich sehe keinen Grund, warum man nur den Heulsusen zuliebe die wenigen guten Nachrichten nicht auch Veröffentlichen sollte.

  • "Zum großen Teil alles auf Pump finanziert!"

    ach, i-wo ....
    was sollte denn überhaupt finanziert werden?

    im Gegensatz zur Überschrift des Handelsblattes -welches ja den IST-Zustand der Kaufrausches suggeriert- geht es in dem Artikel um reine Wunschvorstellungen.

    Der GFK-Konsumklimaindsex ist schon seit Jahren der Witz schlechthin - laut diesem Index befindet sich das ganze Land schon seit Jahren im absoluten Kaufrausch.

    Das, was aussagekräftig wäre, wären die tatsächlichen Einzelhandelsumsätze.
    Und zwar die realen.

    ... und von denen haben wir noch nicht einmal das Niveau von 1995 erreicht!

    Anstatt ein dümmliches Propaganda-Foto "Frauen mit Einkaufstüten" - wie im Handelsblatt,
    wäre in einem ernst zu nehmendem Blatt ein passender Chart -z.B. über die IST-Zahlen des statistischen Bundesamtes- angebracht.

    hier ist einer (bereinigt, wie es sich gehört):
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2011/05/1a155-450x350.jpg

    Von der Exportkolonie Deutschland profitieren eben nur einige.
    Und bei den wenigsten hat dies etwas mit "Leistung" zu tun - sondern viel mehr mit "Besitz".

    - Willkommen in der "Eigentumsgesellschaft".

  • Kaufrausch ????????
    In meinem Freundes und Bekanntenkreis merke ich nichts davon....
    Vielleicht weil die alle nicht so bescheuert sind ?

  • GfK? Sind diese Prognosen nicht vom gleichen Kaffeesatz, den das IfO-Institut regelmäßig übers Land streut. Für wie dumm halten unsere Medien eigentlich die Menschen, um regelmäßig aus Marginalien Jubelmeldungen zu machen. Man muss ja nicht gerade Negativstimmungen verbreiten, aber derart sinnentleerte Erfolgsmeldungen sind albern und nterstreichen lediglich die Absurditäten, die tagtäglich durch unseren "Blätterwald" rauschen.

  • Ich wundere mich ebenfalls über dieses ständige Untergangsgerede. Seit dem Studium lese ich das HB und bin erstaunt, welch unqualifizierte Kommentare häufig zu lesen sind. User Elisa hat gut irgendwo abgeschrieben. Eine Investition in Sachmittel wie vor allem Aktien ist durchaus die Flucht in einen vermeintlich sicheren Hafen. Diese Phänomen hat von Mise beschrieben. Das aber zu vergleichen mit Konsumrausch ist mehr als gewagt. Jahrelang hat der Konsum in Deutschland geschwächelt, nun sind die Einkommen gestiegen und die Erwartungshaltung positiv. Mehr Konsum ist da konsequent. Die Inflation ist mit rund 2,5 % etwas mehr als schleichend, aber nicht bedrohlich. Für die Zukunft bestehen zwar durchaus Befürchtungen einer steigenden Inflation. Das ist aber eigentlich ein gutes Zeichen von Prosperität und unsere einzige Chance, das Schuldenproblem langfristig zu lösen. Aber hier schon wieder auf die zwanziger Jahre mit 300% Inflation im Monat zu verweisen, entbehrt jeder Grundlage, solange Güter und Dienstleistungen produziert werden.

  • Das Konsumklima hat inhaltlich nichts mit der Schuldenkrise in Griechenland zu tun.

    Uns Deutschen geht es so gut wie lange nicht (Deutschland als Gesamtes).

    Zudem sind die Zukunftsaussichten für Deutschland weiter gut. Sinkende Arbeitslosigkeit wird zu weiter steigenden Wohlstand führen.

    Es gibt also nur wenig Gründe für das Gejammer. Anstatt stolz zu sein, dass es bei uns nicht ist wie in Griechenland, Irland oder Äqypten (die Aufzählung könnten man noch lange weiterführen) wird wieder nur rumgeheult und gemeckert. Eine Schande ist das und sehr peinlich.

    @PeterScholz1: Sie sollten sich als heutiger Rentner lieber nicht beschweren. Gerade als einkommenstärkste Bevölkerungsschicht geht es den deutschen Rentner am Besten. Jedenfalls wenn man gearbeitet hat. Zudem kann man sich auf einkommenssteuerfreie Renten freuen.

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