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Herbstgutachten Wirtschaftsforscher fordern Zinssenkung

Die schwache Konjunktur in der Eurozone und große Risiken der Schuldenkrise treiben die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute um. In ihrem Herbstgutachten fordern sie von Politik und Notenbank klare Entscheidungen.
13.10.2011 Update: 13.10.2011 - 11:47 Uhr 17 Kommentare
Eine Europa-Fahne vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). Quelle: dpa

Eine Europa-Fahne vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB).

(Foto: dpa)

Wegen des Konjunktureinbruchs im Euroraum raten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute der EZB zu einer Zinssenkung. Die wirtschaftliche und monetäre Analyse der Lage und der Aussichten für den Euroraum sprächen dafür, den Schlüsselzins von 1,5 auf 1,0 Prozent zu senken, schrieben die Institute in ihrem am Donnerstag vorgelegten Herbstgutachten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Zinsen in diesem Jahr im Kampf gegen die anziehende Inflation zwei Mal erhöht. Trotz der aufkommenden Rezessionssorgen hielt sie den Schlüsselzins Anfang des Monats konstant. Da aber nach Aussage des scheidenden EZB-Chefs Jean-Claude Trichet das Für und Wider einer Zinssenkung bereits eingehend besprochen wurde, schließen Experten eine geldpolitische Lockerung in den nächsten Monaten nicht aus.

Die Wirtschaftsforscher sehen Deutschland im Gegensatz zu 2008 zwar nicht vor einer Rezession, schließen diese Gefahr aber ausdrücklich nicht aus. Banken und Versicherungen mit griechischen Staatsanleihen müssten zwar mit Einbußen rechnen, „eine Ansteckung in dem Ausmaß wie nach der Insolvenz von Lehman Brothers ist aber wenig wahrscheinlich“. Sollte sich die Staatsschuldenkrise jedoch weiter zuspitzen, werde das europäische Finanzsystem erneut ins Wanken geraten, so die Experten. Dies würde Auswirkungen auch auf nichtfinanzielle Unternehmen haben. Die deutsche Konjunktur würde dann stärker als erwartet gedämpft, so dass es zu einer Rezession käme.

Kritik übten die Wirtschaftsexperten am Euro-Krisenmanagement der Politik. Sie fordern, endlich einheitliche Verfahren für den Umgang mit Staats- und Bankenpleiten durchzusetzen.

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    Wirtschaftsforscher streiten über Anleihekäufe der EZB
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    17 Kommentare zu "Herbstgutachten: Wirtschaftsforscher fordern Zinssenkung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Inflation wird zu einem erheblichen Teil durch höhere Rohstoffkosten und insbesondere durch erhöhte Energiekosten angetrieben, wie man hier auch im HB nachlesen kann.

      Zinssenkungen und damit weitere zukünftige Geldentwertung sind daher nicht sinnvoll, eher noch kontraproduktiv.

    • Der Leitzins IST seit Jahren extrem niedrig. Die EZB ist eben nicht die FED, der Euro nicht die Weltleitwährung und es fehlen große Investoren wie China. Folglich kommt es in Europa bei einer Zinssenkung viel schneller zur Inflation.

    • Ohne Spaß, so ist es. Billiges Geld allein verführt nur zur Zockerei. Soll etwa in etwas investiert werde, was es schon zur Genüge gibt?

    • Die Lösung mehrheitlicher Probleme findet sich nicht im Finanzsystem. :-)

    • Wie und das eine Zinserhöhung den Wechselkurs beeinflusst, brauche ich Ihnen hoffentlich nicht zu erklären. Ein Blick in die Historie reicht da sicherlich aus, selbst wenn die Differenz bei 1,0%-1,5%-Punkten lag. Darüber hinaus legt der Amerikaner sein (nicht vorhandenes Geld) sowieso nicht mehr an. Wenn dann überlegt sich der Chinese, ob er seine Devisenreserven in Euro oder Dollar ausbaut. Da könnte eine Zinserhöhung schon den Ausschlag für den Euroraum geben. Amerika steht genauso vor dem Kollaps, auch wenn es in den Medien nach der zeitlich befristeten Einigung auf eine Schuldenerhöhung nicht mehr so breit diskutiert wird.

    • Wenn der Wirtschaftsprofessor am falschen Baum bellt, mit Zinssenkungen und Lohnerhöhungen aus der Mottenkiste aufwartet, dann ist es in dieser Situation bis zum Crash nicht mehr weit.

      Jede Zeit erfordert seine spezifischen Antworten. Bedient man falsch oder gar nicht, dann ist die Chance weg. Es ist fast so wie mit den Frauen.

      Also, wie begegnen wir dem demografischen Wandel und verhindern Altersarmut? Wie kommen wir zu Vollbeschäftigung und wie machen wir unseren Staat angesichts der neuen Belastungen finanzierbar ohne Erhöhung der Steuern- und Abgabenquote. Wie können wir unseren Wohlstand sichern und allen Bürgern zugänglich machen und gleichzeitig gegen asiatisches Lohndumping bestehen?
      Diese Fragen kann ein Wirtschaftsprofessor nicht beantworten, hier ist die Politik gefragt. Die Politik vertrödelt aber die Zeit und verliert ihre Wähler.

      http://www.bps-niedenstein.de/

    • Jeder Zinssatz unter der Inflationsrate ist Enteignung der Sparer. Da braucht man nicht lange diskutieren. Der Vorschlag eine Unverschaemtheit.

    • Die Zinsdifferenz zum UDS (weil Basiswährung für z. B. Öl) beträgt mal schlappe 1,0 bis 1,5% p.a....! Wie soll da eine Zinserhöhung den Wechselkurs beeinflussen...??? Warum steigt/fällt der Kurs?? Na ist doch klar, weil Anleger aus dem USD in EUR anlegen. Und in was legen sie an?? In STAATSANLEIHEN (schon mal gehört, das Wort?). Da aber die Staaten der EURO-Zone (grob gesagt) ALLE kurz vorm umkippen stehen, legt doch kein Amerikaner seine sauer verdienten Dollars im EURO-Raum an, nur um möglicherweise eine Zinsdifferenz von 1% bis 2% zu kassieren...(aber sich im Gegenzug ein Währungsrisiko und ein Totalausfallrisiko auf die Anleihen einkauft...). Auf welchem Stern lebt ihr denn??

      Die Zinsen werden eindeutig gesenkt, bereits bei der (über-) nächsten Sitzung der EZB... oder zumindest wird die Retorik "taubenhaft" sein!

    • "...Eine Zinssenkung führt zu weiterem Vertrauensverlust bei Verbrauchern und kann die Konjunktur gänzlich abwürgen. ..."

      Das ist mal GÄNZLICH FALSCH, da sinkende Zinsen stets zu einem konjunkturellen Aufschwung führen (da die "Hemmschwelle" für den Kauf von Investitionsgütern sinkt).

    • Eine Zinserhöhung ist weder nötig noch angebracht. Die EZB hat als vordringlichste Aufgabe Preisstabilität zu gewährleisten.
      Desweiteren liegt die Jahresteuerung bei über 2 % schon allein deswegen ist eine so agressive Zinssenkung nicht möglich!

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