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Ifo-Index Aufschwung schwächt sich unerwartet deutlich ab

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli eingetrübt. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer fällt dabei stärker als von Analysten erwartet.
12 Kommentare

„Die privaten Investoren machen einen guten Schnitt“

Der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, der Ifo-Geschäftsklimaindex, fiel auf 112,9 Punkte, wie das Münchener Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag mitteilte. Dies ist der schlechteste Wert seit vergangenen Oktober. Volkswirte hatten für Juli einen Rückgang auf 113,8 Punkte prognostiziert. Im Juni war der Index überraschend auf 114,5 Punkte gestiegen.

Die Unternehmen bewerteten demnach sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr schlechter. Die Unternehmen rechnen in der zweiten Jahreshälfte mit einem geringeren Wachstum. Der Index für die Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate fiel wie von Analysten erwartet auf 105,0 Punkte von zuvor 106,2 Zählern. Das Barometer für die Einschätzung der aktuellen Lage fiel dagegen deutlicher als angenommen - und zwar auf 121,4 Punkte nach zuvor 123,3. Hier hatten Experten mit 122,5 Zählern gerechnet.

In dieser Woche waren bereits mit dem ZEW-Index und dem Einkaufsmanagerindex zwei weitere wichtige Konjunkturindikatoren stärker gefallen als erwartet.

Das Containerschiff

Das Containerschiff "CMA CGM Christoph Colomb" im Hafen von Hamburg.

(Foto: dpa)

Ökonomen bewerteten den Rückgang dennoch verhalten. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn erklärte, auch wenn die Geschäftserwartungen nach unten wiesen, sonne sich die deutsche Wirtschaft noch immer in einem Sommerhoch.

Als Ursache für den unerwartet deutlichen Rückgang sehen Analysten die europäische Schuldenkrise. „Der Umfragezeitraum des aktuellen Ifo-Geschäftsklimas lag vor der Absegnung des zweiten Hilfspaketes für Griechenland und der Maßnahmen zur Eindämmung der EWU-Schuldenkrise. Auch die Stimmung in deutschen Industrieunternehmen zeigt sich daher noch durch die jüngsten Sorgen um Italien etwas belastet", sagte Viola Stork von der Helaba. Auch ihre Kollegin Ulrike Kastens von Sal.Oppenheim sieht eine Abschwächung bei den Industrieunternehmen. „Die Auftragseingänge werden schwächer, die Weltkonjunktur lässt an Dynamik nach, und deswegen ist es auch nur natürlich, dass wir eine Normalisierung der Indexwerte bekommen," sagte sie.

Das Ifo-Institut befragt monatlich etwa 7.000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Lage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate bewerten. Auch das Bundesfinanzministerium sagt voraus, dass der Aufschwung an Kraft verliert.„Insbesondere in der Industrie zeigt sich dabei eine Abstufung im Expansionstempo“, schrieb es in seinem am heutigen Freitag vorgelegten Monatsbericht.

ifo Geschäftsklima Deutschland 06.2008-07.2011
  • afp
  • rtr
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12 Kommentare zu "Ifo-Index: Aufschwung schwächt sich unerwartet deutlich ab "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Stimmt ganz genau. wir werden eins auf die Omme kriegen wie vor 3 jahren. aber diesmal wird die alte nichts sponsorn, weil das geldchen in superdeutschland aus ist.

  • So bleibt das Geld in Bewegung und die Wirtschaft funktioniert.

    Ein kleiner Ausblick, wie das mit der „Bewegung“ so funktioniert:
    In den letzten drei Jahren hat die EZB den Zentralbanken der PIIGS ca. 340 Mrd. Euro überwiesen, damit die unsere Exportrechnungen bezahlen können.
    Parallel dazu hat die Deutsche Bundesbank ca. 200 Mrd. Euro, nach neuesten Zahlen dürfte es eher der doppelte Betrag sein, auch an die PIIGS überwiesen, damit die unsere Exportrechnungen, den Träumen auf 4 Rädern Made in Germany, bezahlen können.

    Bis hierher alles noch no problem.

    Doch jetzt müssen unsere Zeitarbeiter, Minijobber, Aufstocker etc. auch noch diese Kredite zurückzahlen, damit, wie z.G. Griechenlands MP vor ein paar Monaten bekundete, sein Land die höchste Dichte an Porsche Cayennes innerhalb Europas hat, diese auch weiterhin auf Kosten anderer Leben können.
    Was ich bis heute immer noch nicht verstehe ist eigentlich nur, dass wir uns diese Schweinereine alle so selbstverständlich gefallen lassen. Das ist nichts anderes als moderner Bankraub – nur umgekehrt. Die Banken rauben die Arbeiter aus – und dies alles ganz legal!!
    Für wie dumm halten die uns eigentlich. Damit hätte sich das Märchen, dass gerade wir in DE vom Euro profitierten, als Seifenschaum erwiesen. Hauptsache, der dumme Pöbel glaubt es.

  • Einen Index, den man nicht manipulieren kann, aus dem man den derzeitigen weltweiten Abschwung nachvollziehen kann, dem Baltic Dry Index, über die weltweiten Frachtraten, dem Welthandel:
    http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=BDIY:IND

    Herunterscorllen, der 3-Jahres Chart spricht Bände. Fast wieder die Zahlen von Nov.2008, auf einer nach unten offenen Richterskala, dem freien Fall, weil die auf Pump finanzierten Konjunkturstrohfeuerpakete fast alle wirkungslos verpufft sind und kein Nachschub in Sicht ist, weil fast alle westlichen Staaten pleite sind, noch mehr pleite als vorher schon.

  • Alles richtig was Sie sagen. Nur, Geld wird nicht vernichtet. Es landet auf den Konten derjenigen, welche 25% oder mehr Rendite auf Ihr EK erwarten. Jetzt ist Zahltag. Jetzt werden direkt und skupellos die Steuereinnahmen, Ersparnisse, Renten, LV usw. für die Erbringung dieser Renditen angezapft. In spätestens max. 3 Jahren, ab heute gerechnet, ist dieses System endgültig am Ende. Bitte das Datum notieren: 22.07.2014

  • Die Katze beisst sich in den Schwanz! Wenn andere EU-Länder Milliarden einsparen sollen/müssen, können sie diese Geld nicht mehr für deutsche Waren ausgeben! Der Grieche mit ehemals 15 Monatsgehältern kann sich nun keinen deutschen Premiumwagen mehr leisten! Der deutsche Aufschwung war überhaupt nur möglich, weil andere über ihre Verhältnisse gelebt haben. Und der Binnenmarkt? 2,5% Reallohnverlust für Nornmalverdiener und 22% Reallohnverlust für Geringverdiener, da springt kein Binnenmarkt an!

    Wenn Deutschland weiterhin vom Export profitieren will, müssen wir die anderen ermutigen, über ihre Verhältnisse zu leben! Wobei die dadurch erwirtschafteten Gewinne nur bei Ackermann, Pierch & Co landen.

    Darum hilft nur eines, Vermögens- und Erbschaftssteuer heraufsetzen und das Geld zur Senkung der Sozialabgaben verwenden. Das entlastet die Gering- und Normalverdiener, welche dann mehr Geld zum Konsumieren haben.

    Wobei mehr Konsum wiederum für steigende Gewinne bei denen sorgt, die ein Teil davon als Vermögens- und Erbschaftssteuer abgeben müssen. So bleibt das Geld in Bewegung und die Wirtschaft funktioniert.

    Bleibt als letztes die massive Beschneidung der Finanzindustrie, denn Vermögen darf in der Hauptsache nur durch Produktivität erwirtschaftet werden und nicht durch Spekulationsgeschäfte ohne produktiven Nutzen.

  • Ja hat denn ein an der Realität orientierter Ökonom je geglaubt, dieses XXL Aufschwung Gejaule sei nachhaltig. Bestimmt nicht. Die Konjunkturpakete haben einen Aufschwung auf Sicht gebracht, der nun allmählich zu Ende geht. Was bleibt ist die Täuschung der Kaffeesatzleser (genannt Analysten). Wer etwa geglaubt hat, Deutschland könnte mit seiner Lohn- und Preisdumping-Politik so weiter machen, wird jetzt eines Besseren belehrt. Deutschland muss endlich die Lohnquote und die Transferleistungen anheben, d.h. Hartz IV grundlegend reformieren oder besser noch, ganz abschaffen. Europa ist immer noch Opfer einer mit krimmineller Energie erzeugter Finanzkrise und nicht, wie uns neuerdings eingeredet wird, einer Staatsschuldenkrise. Hier wird bewusst Ursache und Wirkung verwechselt, weil diejenigen, die das Ganze verursacht haben, so weiter machen wollen, wie bisher. Der neoliberale Weg ist gescheitert und mit ihm eine Marktgläubigkeit, die man nur als irrational bezeichnen kann. Die Apologeten dieser Ideologie wider besseren Wissens sind auf ihrer Insel Hoffnung gestrandet und träumen von einer Apotheose, die nicht eintreten kann.

  • Bisher profitierte Dtl. von China etc. Das ist nun vorbei.
    Uns geht´s nicht besser als den anderen. Ausländische Ingenieure bitte in Portugal und Spanien bleiben. Hier gibs keinen Arbeitskräftemangel, wie uns dies Dax-Kannaken immer
    weismachen wollen. Ach ja, und dann hat Murks-Merkel uns gerade an Europa verkauft. Renten/Pensionen und Sozialleistungen runter. Mal sehen was hier bei uns noch passiert. Griechenland ist überall.

  • Wir in DE sind immer noch auf einer einsamen Insel der Seeligen. Alles um uns herum kann sich nur noch durch immer neue Schulden über Wasser halten, damit die öffentliche Ordnung nicht kollabiert.
    Doch die globalen Auswirkungen machen sich langsam aber sicher auch bei uns bemerkbar.
    In den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 33,5 Billionen Dollar aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um das Armageddon hinauszuschieben. Das ist gelungen, doch jetzt hat es sich ausgepumpt. Fast die gesamte westliche Welt steht jetzt vor dem Kollaps, dem Armageddon.
    Für diese Feststellung benötigt man keine Experten, sondern die Logik einer schwäbischen Hausfrau.

    Die weltweite Situation ist um ein Vielfaches schlimmer, als noch vor 3Jahren, als man noch die Möglichkeit dazu hatte, gezielt dagegen zu steuern. Doch die Lobbyisten der Bankster haben sich durchgesetzt. Unendliche Milliarden und Billionen Steuergelder von den Zentralbanken zum Nulltarif werden an den Börsen und im Eigenhandel verzockt. Und für diese Wohlstaten/Betrügereien, die gezielte Vernichtung von Volksvermögen, gab es letztes Jahr allein an der Wall-Street 144 Milliarden!! Boni.
    Dass das gesamte System mit aller Gewalt gegen die Wand gefahren wird, zum Wohle ein paar Privilegierter und Lobbyisten, ist anscheinend sogar gewollt, weil so dumm kann man nicht sein.

    Das Einzige und schon längst Überfällige, wovor sich diese Bankster/Mafiosos fürchten, sind nordafrikanische Zustände. Unsere Politiker sind nur noch Marionetten dieses Klientel.
    Und auf was warten wir eigentlich noch?

  • genau aus diesem Grund wollte ich nicht Wirtschaftswissenschaften studieren, da es eine sehr kurzfristig denke Wissenschaft von Lineardenkern ist. Da studiere ich doch lieber Biologie und Geographie! Wird mir in den kommenden Verwerfungen und Unruhen deutlich mehr bringen.

  • Da ist das böse Wort wieder: "unerwartet".

    Als man dieses Wort zum letzten Mal in der Finanzpresse ausgiebig im Zusammenhang mit sinkenden Konjunkturerwartungen lesen konnte, war es der Auftakt zu einer beispielosen Krise, die dann auf den Staat und damit auf den Steuerzahler verlagert wurde.
    Wissenschaft ist ja eigentlich dazu da, die Dinge vorhersehbar und damit auch beherrschbar zu machen. Unsere Wirtschaftswissenschaftler und sonstigen Finanzexperten sind da offenbar noch nicht weit gekommen.

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