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IWF „Ausstieg aus Krisenhilfen nicht vor 2011“

Mit einem Ausstieg aus den Konjunkturhilfen sollen sich die meisten Industriestaaten bis mindestens 2011 Zeit lassen, empfiehlt der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem heute veröffentlichten Papier. Vor einer zu frühen Beendigung der Konjunkturpakete warnt der IWF die Staaten eindringlich.
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IWF-Logo. Der Wähungsfonds warnt in einem aktuellen Papier vor einer verfrühten Exit-Strategie. Quelle: Reuters

IWF-Logo. Der Wähungsfonds warnt in einem aktuellen Papier vor einer verfrühten Exit-Strategie.

(Foto: Reuters)

WASHINGTON. Vergangene Woche hatte der Exekutivrat des Fonds mögliche Ausstiegsszenarien diskutiert. Dabei waren sich die Länderdirektoren einig, dass es keine pauschale Antwort auf die Frage geben kann, wann der beste Zeitpunkt für ein Ende der Staatsprogramme gekommen ist. In jedem Fall müsse der "Exit" graduell erfolgen, um den Volkswirtschaften die Anpassung an die neue Situation zu erlauben.

In den entwickelten Staaten sei es angezeigt, die unterstützenden Maßnahmen bis weit in das laufende Jahr hinein beizubehalten, heißt es in dem Bericht. Eine Reihe von Schwellenländern hat hingegen bereits begonnen, das staatlich induzierte Wachstum zurückzufahren.

Unsicherheit über Erholungssignale

Aus dem Papier des Fonds wird deutlich, dass sich der IWF nicht sicher ist, wie stabil die Erholungssignale sind, die aus verschiedenen Volkswirtschaften gemeldet werden. Für den G7-Raum prognostiziert der IWF ein Wachstum von 2,1 Prozent im laufenden Jahr und 2,3 Prozent in 2011. Vor allem in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit sollten die unterstützenden geldpolitischen Mittel zunächst beibehalten werden. Umgekehrt komme der Geldpolitik jedoch die Aufgabe zu, angemessen etwa auf Inflationssignale zu reagieren und die Zügel wieder anzuziehen.

Ziel müsse sein, die Belastungen aus dem Schuldendienst wieder auf den Stand vor der Finanzkrise zurückzuführen, schreibt der IWF. Mittelfristig erfordere dies Reformen vor allem auf der Ausgabenseite. Dabei wird speziell in den Industriestaaten der G7 mit einer deutlichen Zunahme der Schuldenlast gerechnet. So sagte der IWF kürzlich voraus, dass sich das Verhältnis der Schulden zur Wirtschaftsleistung von 80 Prozent in 2008 auf rund 120 Prozent verschlechtern werde.

Das heißt, dass immer mehr Geld aufgewendet werden muss, um die Schulden zu finanzieren, die für die Bezahlung der Rettungs- und Konjunkturpakete aufgenommen wurden. Um die Quote wieder auf etwa 60 Prozent zu bringen, reiche es nicht, einfach nur auf weitere Staatsinterventionen zu verzichten. Erhebliche Einschnitte seien erforderlich.

Wie schon zuvor dringt der Fonds auch jetzt wieder auf ein zwischen den Ländern möglichst abgestimmtes, zumindest transparentes Ausstiegsverfahren. Nur so könne vermieden werden, dass Länder Opfer der Politik anderer Staaten würden. Dies betreffe vor allem Nationen, die finanzpolitisch eng vernetzt sind. In den Schwellenländern bestehe die Herausforderung darin, mögliche große Kapitalzuflüsse richtig zu steuern, damit Überhitzungen und Blasen verhindert würden.

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