Jahresabschluss Deutsche Wirtschaft wächst um 0,75 Prozent

Ein Wachstum von 0,75 Prozent für 2012 hält Deutschland auf Kurs. Allerdings fiel das vierte Quartal schwächer aus als erwartet. Für Wirtschaftsminister Philipp Rösler kein Warnsignal. Für 2013 sieht er positive Signale.
Update: 07.01.2013 - 15:41 Uhr 3 Kommentare
Für 2013 erwartet der Wirtschaftsminister ein größeres Wachstum. Quelle: dpa

Für 2013 erwartet der Wirtschaftsminister ein größeres Wachstum.

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BerlinBundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) rechnet nur mit einer kurzen Schwächephase der deutschen Wirtschaft. Die Konjunkturflaute im abgelaufenen vierten Quartal sei eine kurzfristige Erscheinung, sagte Rösler am Montag in Berlin. 2012 sei das Wirtschaftswachstum mit rund 0,75 Prozent „robust“ ausgefallen. Im laufenden Jahr gebe es positive Signale. Die Fortschritte in der Euro-Staatsschuldenkrise zeigten Wirkung. So sei die Verunsicherung deutscher Firmen nur eine Momentaufnahme gewesen. „Investitionen wurden aufgeschoben, nicht aufgehoben“, sagte Rösler. Er stellt am 16. Januar die neue Wachstumsprognose der Regierung für 2013 vor. Zuletzt war von einem Korridor zwischen 0,5 und 0,7 Prozent die Rede.

2011 war die deutsche Wirtschaft noch stark um 3,0 Prozent gewachsen. Angesichts der Turbulenzen im Euro-Raum war für 2012 allgemein mit einem deutlichen Abflauen der Konjunktur in der größten Volkswirtschaft der Eurozone gerechnet worden. Die offiziellen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Vorjahr wird das Statistische Bundesamt am 15. Januar veröffentlichen.

Welche Experten sich blamiert haben
Pk zu den Wirtschaftsaussichten 2013
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Das Jahr 2012 war kein berauschendes für die deutsche Wirtschaft. Um schlappe 0,75 Prozent ist sie gewachsen, wie Bundeswirtschaftsminister Rösler mitteilte. Immerhin ein Plus. Manche Experten hatten viel, viel mehr erwartet.

IMK-Prognose: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2012
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IMK

Zu den Schwarzsehern für 2012 gehörte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut befürchtete eine Rezession mit einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung von 0,1 Prozent.

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Ifo-Institut

Kaum mehr Hoffnung hatte das Münchner Ifo-Institut. Institutschef Hans-Werner Sinn  rechnete für 2012 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. „ Der Aufschwung ist zu Ende, aber 2008 wird sich nicht wiederholen, wir fahren nicht vor die Wand, es geht glimpflich aus", sagte Sinn. Tatsächlich entwickelte sich die Wirtschaft aber noch etwas besser.

Thomas Straubhaar vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut
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HWWI

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) rechnete in seiner Prognose für 2012 mit einem Plus von 0,5 Prozent.

Wirtschaftsprognose des DIW
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Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung lag mit seiner Prognose für 2012 ganz nah dran (hier DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner). 0,6 Prozent Wachstum lautete sie. Das Berliner Institut prognostizierte einen kurzen Konjunkturknick zu Jahresanfang. Von der Jahresmitte an könne die deutsche Wirtschaft wieder durchstarten.

Bundesbank President Weidmann holds his speech during the 14th Euro Finance Week in Frankfurt
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Bundesbank

Ganz nah dran war auch die Bundesbank mit ebenfalls 0,6 Prozent.

Wirtschaftsweise übergeben Bericht
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Fünf Wirtschaftsweise

Die fünf Wirtschaftsweisen gingen in ihrem Jahresgutachten für 2012 von einem Wachstum von 0,9 Prozent aus. Allerdings rechneten sie wegen der großen Unsicherheit noch verschiedene andere Szenarien durch. Ihre Schätzung veröffentlichten sie im November. Ende Dezember gab sich der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, im Handelsblatt-Interview noch etwas pessimistischer. Die deutsche Wirtschaft werde wohl nur um 0,5 Prozent wachsen, sagte Franz.

BDI-Präsident Ulrich Grillo erklärte nach einem Treffen von Wirtschaftsverbänden mit dem Minister, man müsse den Euro-Schuldenstaaten Respekt zollen. Dort sei viel passiert, um die Krise dauerhaft zu überwinden. Die Regierung forderte er auf, eine gemeinsame Haftung von Staatsschulden (Eurobonds) unbedingt zu verhindern. Grillo warnte vor Steuererhöhungen, die SPD und Grüne bei einem Wahlsieg durchsetzen wollen. Der Staat kassiere 2013 Rekordeinnahmen. Das Gebot der Stunde sei Sparen. „Wir brauchen keine Steuererhöhungen“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). In der Energiepolitik waren sich Wirtschaft und Rösler einig, dass die staatliche Förderung der Öko-Energien rasch gekürzt werden müsse.

Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut der Hans-Böckler-Stiftung warnte davor, dass die „überharten Sparprogramme“ die europäischen Krisenländer erdrückten. Diese bräuchten mehr Spielraum für Wachstum und neue Jobs. „Immer mehr Länder rutschen in eine Rezession, und dabei wachsen ihre Staatsschulden weiter“, sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Für Deutschland forderte er höhere Löhne, um die Nachfrage im Inland zu stützen. Zugleich müsse ein gesetzlicher Mindestlohn kommen. Für 2013 verdoppelte das IMK seine Konjunkturprognose auf 0,8 Prozent.

 
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3 Kommentare zu "Jahresabschluss: Deutsche Wirtschaft wächst um 0,75 Prozent"

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  • Na dann warten wir mal ab wie die offiziellen Zahlen aussehen, und ob es sich bei den 0,75 % dann um das nominale, oder das inflationsbereinigte Wachstum handelt.

    So oder so ist es zu wenig Wachstum um den zinsgenerierten Geldzuwachs auszugleichen. Von einer Mehrwertschaffung mal ganz zu schweigen.

  • Die Inflation wird beim Wachstum völlig anders herausgerechnet als beim allgemeinen Preisanstieg. Da wird ganz offiziell mit zweierlei Maß gemessen. Volksverdummung in Reinkultur.

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    Der BIP-Deflator weist meist eine niedrigere Preissteigerung als der Verbraucherpreisindex (VPI) aus, was nur zum Teil auf die Verwendung des Paasche-Index zurückgeht. Das reale BIP-Wachstum wird dadurch wesentlich höher ausgewiesen, als das bei Verwendung des (bzw. Diskontierung durch den) VPI der Fall wäre. (Quelle: Wikipedia).

  • Für 2013 sieht Rösler positive Signale. Die Fortschritte in der Euro-Staatsschuldenkrise zeigten Wirkung.

    wenn Rösler das sagt, dann Glaub ich das.

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