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Konjunktur Japans Wirtschaft wächst – aber nur langsam

Ministerpräsident Abe hat ein Problem: Die japanische Wirtschaft ist letzten Quartal weniger gewachsen als erwartet. Trotz massiver öffentlicher Ausgaben und einer freizügigen Geldpolitik bleibt die Nachfrage verhalten.
12.08.2013 Update: 12.08.2013 - 07:25 Uhr Kommentieren
Shinzo Abe muss die geplanten Steuererhöhungen womöglich verschieben. Quelle: Reuters

Shinzo Abe muss die geplanten Steuererhöhungen womöglich verschieben.

(Foto: Reuters)

Tokio Die japanische Wirtschaft ist mit Hilfe der ultralockeren Geldpolitik der Zentralbank von April bis Juni das dritte Quartal in Folge gewachsen. Wie die Regierung am Montag bekanntgab, stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni mit einer hochgerechneten Jahresrate von real 2,6 Prozent. Die Dynamik ließ allerdings nach, und der Anstieg des BIP lag im zweiten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorquartal mit 0,6 Prozent unter den Erwartungen der Volkswirte. Für die Monate von April bis Juni war ein Wachstum von drei Prozent erwartet worden, nachdem die Wirtschaft im ersten Quartal noch um 4,1 Prozent zulegen konnte.

Trotz massiver öffentlicher Ausgaben und der äußerst freizügigen Geldpolitik bleibt die Nachfrage offenbar verhalten. Die privaten Ausgaben schwächten sich ab. Für das Wachstum von 2,6 Prozent im zweiten Quartal waren vor allem die öffentlichen Ausgaben und die Exporte verantwortlich.

Die schwächere Entwicklung bereitet vor allem Ministerpräsident Shinzo Abe Probleme, der versprochen hat, mit Reformen langfristig für Wachstum zu sorgen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit Japans zu verbessern. Die Entwicklung könnte auch dazu führen, das geplante Steuererhöhungen verschoben werden müssen.

Dazu sagte Koichi Hamada, ein emeritierter Yale-Professor und Wirtschaftsberater des japanischen Ministerpräsidenten: „Es ist keine Eile bei der Erhöhung der Mehrwertsteuer nötig. Eine Idee ist es, alles um ein Jahr zu verschieben.“ Ein Vorgehen wie geplant könnte hingegen die Wirtschaft schädigen.
Masamichi Adachi, ein Analyst von JPMorgan in Tokio, erklärte, die Regierung werde vermutlich in den kommenden Monaten mehr Geld ausgeben müssen, um das Wachstum anzukurbeln. Das ist angesichts der Schulden Japans aber nicht unproblematisch. Sie stiegen in der vergangenen Woche über die Marke von einer Trillionen Yen (7,8 Billionen Euro). Um die Schulden abzubauen, müssen die Steuereinnahmen dringend erhöht werden.

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