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Konjunktur Kanada befürchtet Exportflaute

Angesichts der US-Schuldenkrise wachsen in Kanada die Sorgen vor eienr Rezession. Ein Großteil der Exporte fließt in die Vereinigten Staaten. Auch fallende Preise bei Rohstoffen tragen zur schlechten Stimmung bei.
Premierminister Stephen Harper gibt sich optimistisch. Quelle: AFP

Premierminister Stephen Harper gibt sich optimistisch.

(Foto: AFP)

OttawaLange Zeit galt Kanada als "Insel der Glückseligen". Die kurze Rezession 2008/09 ließ das Land mit starken Wachstumsraten schnell hinter sich. Seither wurden 600.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Und trotz eines Konjunkturpakets im Volumen von 60 Milliarden kanadischen Dollar (35,3 Milliarden Euro) gelang es der Regierung, die Staatsschulden 2008 auf 29 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken.

Doch nun droht die Schwäche der USA die Erfolgsgeschichte zunichtezumachen. Mehr als zwei Drittel der kanadischen Exporte gehen in das Nachbarland. Rutschen die USA erneut in die Rezession, wäre auch der Partner im Norden direkt betroffen. "Kanada ist keine Insel", sagt Finanzminister Jim Flaherty. "Wir sind eine Handelsnation, und ein Drittel der Wirtschaftsleistung wird durch Exporte erzeugt - mit starken Bindungen an die US-Wirtschaft."

Zweifel an Wachstumsprognose

Zwar betonen Flaherty und auch der konservative Premierminister Stephen Harper immer wieder, dass das Land "in guter Verfassung" sei. Trotzdem gibt es erste Warnsignale. So war die Bank of Canada im April noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 1,5 Prozent wachsen wird - nach 3,9 Prozent von Januar bis März. Doch inzwischen gilt diese Prognose als deutlich zu optimistisch: "Vielleicht haben wir sogar einen leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal gesehen", meint Avery Shenfeld, Chefökonom von CIBC Worldmarkets. Für das dritte Quartal geht die Notenbank bisher weiter von einer annualisierten Wachstumsrate von knapp drei Prozent aus.

Beunruhigende Nachrichten liefert auch die Exportwirtschaft, von der das Land stark abhängt. So belief sich Kanadas Handelsdefizit im Juni auf 1,56 Milliarden kanadische Dollar, die Ausfuhren sanken um 1,7 Prozent. Nach dem Mai-Defizit von einer Milliarde Dollar sei die weitere Verschlechterung enttäuschend, sagte Paul Ferley, Vize-Chefökonom von RBC Economics.

Zur Entwicklung in den USA kommt die Sorge über eine mögliche Verlangsamung des globalen Wachstums und fallende Rohstoffpreise, die sich negativ auf das rohstoffreiche Land auswirken würden. Eine stärkere Korrektur der Ölpreise könnte Projekte in der Ölsandindustrie verzögern, niedrigere Rohstoffpreise würden den Cash-Flow der Bergbauunternehmen reduzieren.

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