Konjunktur Wirtschaftswachstum fällt höher aus als erwartet

Die Deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo Ende 2013 etwas beschleunigt – und zwar mehr als erwartet. Für positive Impulse sorgte zum Jahresende vor allem der Außenhandel.
Update: 14.02.2014 - 08:50 Uhr 21 Kommentare
Die deutsche Wirtschaft hat Ende 2013 wegen besser laufender Exporte überraschend an Schwung gewonnen. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft hat Ende 2013 wegen besser laufender Exporte überraschend an Schwung gewonnen.

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Berlin, 14. Feb (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat Ende 2013 wegen besser laufender Exporte überraschend an Schwung gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Oktober und Dezember um 0,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet, dass Europas größte Volkswirtschaft wie schon im Vorquartal nur um 0,3 Prozent wächst. Für 2013 reichte es wegen des schwaches Jahresauftakts dennoch nur zu einem Plus von 0,4 Prozent nach 0,7 Prozent 2012. Ökonomen sagen aber ein Ende der mageren Zeiten voraus.

„Die deutsche Wirtschaft nimmt einen ernsthaften Anlauf zu einem kräftigen Aufschwung“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Angesichts der Erholung der Euro-Zone würden sich die Exporte beschleunigen. „Auch dürften die Unternehmen mehr investieren, denn sie haben sich während der Euro-Krise zurückgehalten und entsprechenden Nachholbedarf“, sagte Rees. „Jetzt trauen sie sich wieder etwas zu.“

Die Bundesregierung rechnet 2014 mit einem Plus von 1,8 Prozent, das sich 2015 auf 2,0 Prozent erhöhen soll. „Die deutsche Wirtschaft ist auf einen stabilen und breit angelegten Erholungskurs eingeschwenkt“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der in dieser Woche erstmals den Jahreswirtschaftsbericht der Regierung präsentierte.

Bundesregierung erwartet 2014 Wirtschaftswachstum

Für positive Impulse sorgte zum Jahresende 2013 vor allem der Außenhandel, da die Exporte von Waren und Dienstleistungen „sehr viel stärker“ wuchsen als die Importe. „Aus dem Inland kamen dagegen gemischte Signale“, erklärten die Statistiker. Die staatlichen Konsumausgaben stagnierten, die privaten schrumpften sogar leicht. „Die Menschen haben sich im Weihnachtsgeschäft stärker zurückgehalten als erwartet“, sagte BayernLB-Ökonom Johannes Mayr. „Eigentlich stehen die Konsum-Ampeln auf grün: Gute Joblage, niedrige Zinsen und moderate Inflation. Aber das hat sich Ende 2013 noch nicht in den Zahlen niedergeschlagen.“ Dagegen wurde sowohl in Ausrüstungen wie Maschinen und Anlagen als auch in Bauten deutlich mehr investiert.

Auch Frankreich - die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone und wichtigster deutscher Handelspartner - schlug sich am Jahresende etwas besser als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Oktober bis Dezember um 0,3 Prozent, nachdem es im dritten Quartal noch eine Stagnation gegeben hatte.

Wirtschaft nimmt Fahrt auf

  • dpa
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21 Kommentare zu "Konjunktur: Wirtschaftswachstum fällt höher aus als erwartet "

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  • FlashGordon
    war das Satire?

  • Ich frage mich gerade, woher die ganzen Kredite kommen, mit denen die Menschen im Ausland die hergestellten Waren kaufen. Insbesondere in die USA wurde sehr viel exportiert. Das ist auch kein wirkliches Wunder, denn dort hat man nicht nur die Nullzinspolitik eingeführt, sondern mit Anleihenkäufen weiter gemacht. Dementsprechend leicht wird es dort gewesen sein sich einen Kredit zu besorgen, um dann die Waren zu kaufen. Ähnlich wie bei der Immobilienkrise wird sich da wahrscheinlich erneut eine Kreditblase gebildet haben. Vielleicht sind erneut viele dieser Kredite faul.

    Man hat ja versucht die Krise mit billigem Geld zu lösen. Interessanterweise war es genau das billige Geld, welches davor schon für eine Kreditblase gesorgt hat. Die Liquiditätskanone der Zentralbanken sorgt dafür, dass die Probleme derzeit unter dem Deckel gehalten werden.

    Interessanterweise wollen unsere Politiker erzählen, dass man bei der Bekämpfung der Schuldenkrise Fortschritte gemacht habe. Allerdings sind die Staatsschuldenquoten bei allen Ländern weiterhin gestiegen. Da frage ich mich schon, wie das zusammenpasst.

    Natürlich profitiert Deutschland von der derzeitigen Situation. Der Euro ist für Deutschland einfach zu schwach. Dadurch sind die Waren für das Ausland billiger. Die Importe sind dagegen teurer. Das führt dazu, dass insbesondere die Menschen härter getroffen werden, die auf die Binnenkonjunktur angewiesen sind und nicht am Exporttropf hängen.

    Zudem haben wir immer noch die Problematik mit dem Leitzins. Aufgrund der vielen Krisenländer ist die gesamteuropäische Inflation niedrig und der Leitzins auch. Dies führt dazu, dass die Kredite für die guten Länder zu billig sind. Das viel Geld im Umlauf ist, konnte man an Österreich sehen. Da hatten wir in den letzten Monaten teilweise Inflationsraten von 3,5 %. Auch dies trifft die kleinen Leute sehr hart. Man sollte sich nicht nur irgendwelche Durchschnittswerte anschauen, sondern auch die Vermögensverteilung.

  • MAn fragt sich, wer HB Online liest bei dem ganzen dumpfen Frust, der hier abgeladen wird. Ich habt ALLE keine Ahnung von dem, was ihr da verzapft. Diese Meldung ist eine Meldung in der gemeldet wird, das das Wirschaftswachstum im letzten jahr x und im kommenden Jahr x ist. Hallo ? Alles andere sind Diskussionen, die man gerne führen kann, aber doch bitte nichta uf Basis DIESER Meldung, die ja echt mal megaunspektakulär ist. Oder hat Alkaida grad das Worldtrade-Center bombadiert oder die FED den leitzins auf 30% angehoben?


  • @FlashGordon

    Das Zeug, das Sie nehmen muß hervorragend sein. Teilen Sie uns doch mit, wie dies heißt, wo man das bekommt und was es kostet.
    Danke

  • Wären Sie nicht auf taz.de besser aufgehoben?

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  • Sehr geehrte/r HofmannM,

    Durchhaltepropaganda kurz vor dem Ende hatten wir doch schon einmal in unserer Geschichte. Wann war das bloß noch ...?

  • @Badio
    Daran kann man gut erkennen wie Deutschland abgewirtschaftet hat. Nur noch das 5 1/2 fache von Rumänien, da gab es andere und für den deutschen Arbeitnehmer weitaus bessere Zeiten.

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