Konjunkturausblick 2012 Euro-Krise entscheidet über Wohl und Wehe der Wirtschaft

Einige Zeitbomben könnten der deutschen Wirtschaft das neue Jahr kräftig vermiesen. Doch es gibt auch ein paar Hoffnungsschimmer. Die EZB und der deutsche Arbeitsmarkt sollen es richten.
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Ein Mitarbeiter von Thyssenkrupp am Hochofen im Stahlwerk Duisburg. Quelle: dpa

Ein Mitarbeiter von Thyssenkrupp am Hochofen im Stahlwerk Duisburg.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas neue Jahr beginnt ziemlich ungemütlich - zumindest aus Konjunktursicht. Anders als zu Beginn des vergangenen Jahres stehen die Vorzeichen für die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft diesmal denkbar schlecht. Der wichtigste Grund dafür lässt sich schnell benennen: Die Angst um den Zusammenhalt des Euro lähmt nicht nur Deutschland und Europa sondern die gesamte Weltwirtschaft.

Basisdaten Deutschland

Quelle: Information Research

Alle Prognosen, die nicht von einer Rezession in Deutschland ausgehen, stehen unter dem Vorbehalt, dass sich die Euro-Krise nicht weiter verschärft. Die Gefahr, dass dies passiert, ist dennoch groß. Mehrere Zeitbomben ticken. Jede kleine Nachricht reicht aus, um die Märkte in Schrecken zu versetzen, so lange es keine glaubwürdige Brandmauer um die großen Euro-Länder wie Italien und Spanien gibt. Anlass für negative Nachrichten gibt es viele. Zwei Beispiele: Alle Euro-Staaten müssen dem neuen Rettungsschirm ESM und den angestrebten Vertragsänderungen der EU zustimmen. Ob das in allen 17 Fällen so einfach gelingt, ist zumindest fraglich. Der Rückzug des griechischen Ministerpräsidenten Papandreou hat zudem gezeigt, wie labil die Regierungen in den angeschlagenen Euro-Ländern sind. Stürzt eine von ihnen, herrscht Chaos.

Neues Ungemach droht auch von den Banken. Die Kreditinstitute müssen nach den neuen Regeln der europäischen Bankenaufsicht (EBA) ab Juni 2012 mehr risikogewichtetes Eigenkapital vorhalten. Einige haben bereits angekündigt, dass sie dieses Ziel durch eine Schrumpfung ihrer Bilanz erreichen wollen. Das bedeutet: Sie vergeben weniger Kredite oder könnten versuchen Staatsanleihen zu verkaufen. Ersteres schadet der Konjunktur - letzteres verschärft die Probleme der Euro-Länder am Anleihemarkt.

Gibt es trotzdem noch Hoffnung? Eine wichtige Rolle in der Krise kommt der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Sie hat den Banken erst vor kurzem kräftig unter die Arme gegriffen, indem sie ihnen nun fast zinslos Kredite zur Verfügung stellt. Die EZB hatte einen Fiskalpakt der Euro-Länder als Vorbedingung für ein stärkeres Eingreifen ihrerseits gemacht. Ob sie sich zu einem stärkeren Eingriff am Anleihemarkt durchringt, ist dennoch ungewiss. Eher könnte der neue EZB-Präsident Draghi nochmal an der Zinsschraube drehen. Nach seinem Amtsantritt hat er bereits zweimal die Zinsen gesenkt. Im kommenden Jahr könnte ein weiterer Zinsschritt folgen.

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7 Kommentare zu "Konjunkturausblick 2012: Euro-Krise entscheidet über Wohl und Wehe der Wirtschaft"

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  • Sehe ich auch so. Wenn China Angst um seine Wettbewerbsfähigkeit hätte, hätte man alle Auto-Importe belegt, und nicht nur amerikanische.

  • China erhebt Strafzölle, weil - auch wenn das in den USA keiner hören will - die amerikanische Wirtschafte tlw. hoch subventioniert ist und somit den Wettbewerb verzerrt. China reagiert "nur" auf die Handelsbeschränkungen der USA.

    Die USA sind wirtschaftlich bei weitem nicht so liberal, wie sie sich selbst gern sehen. Die gehen auch den scheinbar einfachen Weg, anstatt Strukturprobleme zu beheben um wettbewerbsfähig zu bleiben oder wieder zu werden, greift man in die Subventionswundertüte.

  • Die Überschuldung der Euroländer ist eine Art Konjunkturprogramm für Deutschland gewesen.
    Die deutsche Wirtschaft hat sehr stark in diese Länder exportieren können und dadurch an Stärke gewonnen. Leider, wegen des starken Euro, wurden die Gewinne ins Nichteuroausland reinvestiert.
    Die jetzige erzwungene Entschuldung der Euroländer bewirkt genau das Gegenteil, wir werden daher bestenfalls eine Stagnation wenn nicht gar Deflation erleben.
    Nur ein realistisch bewerteter Euro, um die 1,20,- zum US-Dollar, kann die sich abzeichnende Rezession im Euroraum mildern. Für Konzerne die ihre Gewinne außerhalb des Euroraumes investiert haben, gewiss vom Nachteil.
    Wünschenswert und wahrscheinlich, wegen des Eurowechselkurs, wäre auch eine moderate Inflation um das Entschulden des Euroraumes zu erleichtern. Nur wer Bundesanleihen mit sehr niedriger Verzinsung unterzeichnet hat müsste dann, wegen der Inflation, Bauchschmerzen bekommen.

  • Wer sind die "anderen Länder"? EU-Länder können es ja wohl kaum sein. Die chinesischen Strafzölle stehen im Zusammenhang mit Zöllen der USA. Mit Europa und Deutschland hat dies zunächst nichts zu tun. Eurobonds können keine Lösung sein, da sie das Schuldenproblem nicht ent- sondern verschärfen! Euro-Bonds sind wieder so ein typisches (sozialistisches) Politiker-Placebo, das die Krise noch anheizt.

  • Folgendes China erhebt Strafzölle auf US-Autoimporte .
    Das kann uns auch treffen wenn wir in Europa zur keiner Einigung und Lösung unserer Eurokrise kommen .
    Sobalt die andern Länder ihre Produktion im eigenen Land in gefahr sehen und dies weil Europa seine Krise wegen Deutschland nicht lösen will , werden die unsere Produkte für diesen Zeitraum mit Strafzöllen belegen .
    Damit gibt es nur noch zwei wege Trennung oder Eurobonds .

  • Eine konjunkturprognose, die auf der Verwendungsseite des BIP aufbaut kann keine Trendwenden vorhersagen. Diese Modelle werden mit einer Vielzahl von Annahmen gefüttert wie z.B. dem Ölpreis, der Inflation, Arbeitslosenquote etc., die aber alle für sich genommen schon eine implizite Konjunkturprognose enthalten. Somit sind das tautologische Modelle, deren Output nur den Input bestätigt. Außerdem, wieso sollten die einzelnen Inputgrößen präziser geschätzt werden können als das BIP direkt? Wer hat denn schon mal etwas konsumiert, das nicht vorher produziert wurde? Also jeder Konsum/privater Verbrauch (Außnahme Dienstleistungen) haben zum Messzeitpunkt schon längst über die Produktion zum BIP beigetragen.

    Es gibt nur zwei Quellen des Wachstums:
    1. technologischer Fortschritt,
    2. mehr Inputfaktoren (länger Arbeiten, mehr Kapital/Rohstoffe)
    Wenn man den technologischen Fortschritt kurzfristig als Konstante betrachtet, bleibt neben der Mehrabreit nur noch Kapital als Wachstumstreiber übrig. Je leichter verfügbar und je billiger es ist, desto eher trägt es zum Wachstum bei. Geld ist billig, wenn man es von den Banken bekommt. Da aber der Geldschöpfungsmultiplikator der Banken aufgrund ihrer Eigenkapitalprobleme sinkt, nimmt die Verfügbarkeit des wichtigsten Rohstoffs für die Wirtschaft ab. Die rückläufige Wachstumsrate der Geldmenge M1 zeigt das schon eine geraume Weile an. Die Rezession in der Eurozone ist so sicher wie das Amen in der Kirche und wir werden uns davon kaum abkoppeln können, insbesondere jetzt da die chinesischen Immobilienpreise zum ersten Mal sinken und das Wachstum dort bremsen.

  • Was, "Wohl und wehe der wirtschaft" ? Der Jubelaufschwung XXL sackt ab ? Warum das ? Es ist doch angeblich alles bestens. Der Export legt doch zu, denke ich. Driftmann u.a. sind doch jetzt schon begeistert von den großartigen Zuwächsen im nächsten Jahr. Der Aufschwung ist und bleibt kraftstrotzend, vernehmen wir das ganze Jahr schon. Die wirtschaft ist bestens aufgestellt, deshalb wollen die emerging Markets immer mehr Made in Germany haben. Die Ökonomenn prophezeien das goldene Jahrzehnt für die Deutsche Wirtschaft. Die bundesbank sagt einen breiten, kräftigen Aufschwung voraus.
    Also das mit dem "Wohl und wehe", das muß ein Irrtum sein.

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