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Konjunkturprognose Weltbank schmälert wegen Ukraine den Ausblick

Wie stark wird die Weltwirtschaft wachsen? Die Weltbank hat ihre Konjunkturprognose zurückgeschraubt. Anlass dazu bot ihr bisher die Ukraine-Krise und der harte US-Winter. Doch noch etwas macht der Weltbank Sorgen.
Update: 11.06.2014 - 02:45 Uhr Kommentieren
Ein Containerschiff im Hafen: Von der globalen Wirtschaftsleistung erwartet die Weltbank nicht mehr so viel, wie sie zu Beginn des Jahres noch vorhergesagt hatte. Quelle: dpa

Ein Containerschiff im Hafen: Von der globalen Wirtschaftsleistung erwartet die Weltbank nicht mehr so viel, wie sie zu Beginn des Jahres noch vorhergesagt hatte.

(Foto: dpa)

WashingtonDie Weltbank hat wegen der Ukraine-Krise und des ungewöhnlich harten Winters in den USA ihre globale Konjunkturprognose gekürzt. Die Weltwirtschaft werde in diesem Jahr voraussichtlich um 2,8 Prozent wachsen, erklärte die Organisation in ihrem jüngsten Weltwirtschaftsausblick, der am Dienstag (Ortszeit) in Washington vorgelegt wurde.

Im Januar war sie noch von 3,2 Prozent ausgegangen. Allerdings lägen die Gründe für die Kürzung größtenteils in der Vergangenheit, sagte der Hauptautor der Studie, Andrew Burns. So schrumpfte wegen des strengen Winters die US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal.

Für ihren neuen Ausblick nahmen die Experten an, dass der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland anhält, sich aber nicht weiter zuspitzt. Eine Eskalation könne das Vertrauen weiter beschädigen und dazu führen, dass Geld erst später investiert werde. Im schlimmsten Falle könne wegen der Krise das Wachstum in Entwicklungsländern um 1,4 Punkte niedriger liegen. „Märkte und Investoren mögen Unsicherheit nicht“, sagte Burns.

Für 2015 und 2016 geht die Weltbank unverändert von einem Wachstum um 3,4 beziehungsweise 3,5 Prozent aus. Bereits in diesem Jahr soll die Weltkonjunktur Fahrt aufnehmen. Eine wichtige Rolle spielten dabei die reicheren Länder, die sich wirtschaftlich weiter erholten.

Besorgt äußerte sich Burns im Zusammenhang mit einer möglicherweise strengeren Geldpolitik in den Industriestaaten in den beiden kommenden Jahren. Dieses Potenzial sei in den Wachstumsmärkten noch nicht eingepreist.

Optimistischer Blick auf die Eurozone

Die Weltbank macht sich zudem Sorgen über die andauernde Konjunkturschwäche in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Wachstum in diesen Staaten werde in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge insgesamt unter 5 Prozent bleiben, erklärt die Organisation in ihrem Weltwirtschaftsausblick.

Dies sei zu wenig, um dort genügend Arbeitsplätze zu schaffen und das Leben der ärmsten 40 Prozent der Weltbevölkerung entscheidend zu verbessern, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim laut einer Mitteilung bei der Vorstellung des Berichtes. Vor allem die Zahlen für das südliche Afrika, Indien und den Nahen Osten seien enttäuschend.

Für das laufende Jahr senkte die Weltbank ihre Wachstumsprognose für die Entwicklungs- und Schwellenländer auf 4,8 Prozent. Im Januar hatte sie noch mit 5,3 Prozent gerechnet. Mit Blick auf die kommenden beiden Jahre hält die Weltbank jedoch an ihrer Prognose fest, dass die Wirtschaft der aufstrebenden Staaten insgesamt um 5,4 und 5,5 Prozent wachsen wird.

Deutlich besser als bisher angenommen dürfte sich die Konjunktur laut der Weltbank in der Eurozone entwickeln. Während die Wachstumsrate wie bislang angenommen in diesem Jahr bei 1,1 Prozent liegen soll, steigt sie demnach 2015 auf 1,8 Prozent und 2016 auf 1,9 Prozent. Bislang lagen die Prognosen bei 1,4 und 1,5 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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