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Polen Lieber Chef als arbeitslos

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Die jungen Unternehmen werden von dem anhaltend hohen privaten Konsum der Polen gestützt. Die gesamte Binnennachfrage stieg vergangenes Jahr trotz Krise um mehr als zwei Prozent und leistete einen Wachstumsbeitrag von 1,4 Prozentpunkten. Gut sei, dass in Polen "die Arbeitslosigkeit wieder fällt und so das notwendige Einkommen für die Konsumausgaben gesichert" werde, sagt Osteuropa-Experte Simon Quijano-Evans.

Längst beschränkt sich Polens unternehmerischer Enthusiasmus nicht mehr auf das eigene Land: Allein im ersten Halbjahr gaben polnische Firmen 2,3 Mrd. Euro aus, um im Ausland zu expandieren, berichtet die Zeitung "Dziennik". Im Fokus steht neben den osteuropäischen Märkten, die ausgeweitet werden sollen, Deutschland. Erst übernahm der Ölkonzern PKN Orlen Teile des Aral-Tankstellennetzes von BP, später kaufte die Breslauer Odratrans die Deutsche Binnenreederei und formte das größte Binnenschifffahrtsunternehmen Europas. "Nun positionieren sich polnische Unternehmen weiter gern durch Firmenübernahmen auf dem deutschen Markt", stellt German Trade and Invest (GTAI) fest. Dabei nutzten sie gern den Erwerb von Marken und Vertriebsnetzen und vor allem das Gütesiegel "Made in Germany".

Vor allem im Chemiesektor und in der IT-Industrie sind polnische Investoren stark, zeigen Beispiele. So hat das Chemieunternehmen ZAT jüngst das deutsche Unternehmen Unylon Polymers übernommen. Und so hat der Softwarekonzern ComArch aus Krakau, seit Mai Sponsor des Fußballvereins 1860 München, SoftM in München gekauft. Zuletzt hatte der Anlagenbauer Makrum aus Bydgoszcz die bankrotte Heilbronn Pressen erworben.

Polen sind die fleißigsten Europäer

Polnische Firmen haben inzwischen fast eine Mrd. Euro in Deutschland investiert, heißt es in der Wirtschaftsabteilung der polnischen Botschaft in Berlin. 44 000 Polen haben in Deutschland eine Firma.

Gestärkt wird die Flexibilität auf dem polnischen Arbeitsmarkt durch den "positiven Standortfaktor Bildung", sagt Rürup. Wie lernwillig die Polen sind, lässt sich an der Zahl der Studierenden ablesen: Mit fast zwei Millionen Studierenden verfüge Polen über fast die gleiche Zahl von an Hochschulen Eingeschriebener wie die Bundesrepublik.

Doch auch die polnischen Arbeitnehmer tragen unermüdlich zum Aufschwung ihres Landes bei. Auch wenn es der landläufigen Meinung widerspricht: Polen sind, das belegen die Arbeitszeiten, die fleißigsten Europäer.

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