Lebenshaltungskosten Deutschland billiger als Nachbarländer

2011 mussten deutsche Verbraucher etwas mehr für ihr Leben ausgeben als der Durchschnitt der EU. In anderen Nachbarländern Deutschlands lagen die Preise jedoch noch höher. Das teuerste EU-Land liegt ganz im Norden.
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Sich die Tüten voll zu packen, ist deutlich teurer geworden. Quelle: dpa

Sich die Tüten voll zu packen, ist deutlich teurer geworden.

(Foto: dpa)

Berlin/WiesbadenDas Leben in Deutschland ist teurer als in den meisten anderen EU-Ländern. Die Lebenshaltungskosten lagen 2011 um 3,4 Prozent über dem Durchschnitt der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Allerdings ist es mit Ausnahme von Polen und der Tschechischen Republik bei allen Nachbarn noch deutlich teurer. In Luxemburg müssen Verbraucher rund 22 Prozent mehr bezahlen als im EU-Schnitt, in Belgien zwölf, in Frankreich elf, in den Niederlanden acht und in Österreich sieben Prozent mehr.

Der nördliche Nachbar Dänemark ist sogar das teuerste EU-Land überhaupt: Hier müssen die Verbraucher für einen repräsentativen Warenkorb 42,2 Prozent mehr Geld hinblättern als im EU-Schnitt. Europaweit ist es nur in der Schweiz (+61,8 Prozent) und in Norwegen (+50,7 Prozent) noch teurer, wobei diese beiden Staaten nicht der EU angehören.

Am günstigsten leben Verbraucher in Bulgarien. Hier liegen die Kosten für die Lebenshaltung um 49 Prozent unter dem EU-Schnitt.

  • rtr
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8 Kommentare zu "Lebenshaltungskosten: Deutschland billiger als Nachbarländer - aber teurer als EU-Schnitt"

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  • Ich lebe aktuell als Deutscher in Österreich (Graz) ich hab mit Nebenjob, Prämien etc. ca. um die 2000€ Netto. Muss aber sagen das davon nicht wirklich viel übrig bleibt, horrende Mieten und höhere Lebenshaltungskosten, lassen mich überlegen inwiefern sich das Lohnt, auch das Thema Auto ist nicht ganz ohne der Spaß kostet hier deutlich mehr (Anschaffung und Co. fast das doppelte als in Deutschland) auch wenn der Sprit günstiger ist.

    Ich lebe nicht auf großen Fuß, unternehme nicht viel, aber trotzdem ist es nicht so toll. Die ausgaben sind echt sehr hoch mit der Zeit.

  • naja. zwar sind vielleicht die lebenshaltungskosten in anderen ländern teuerer, aber wir leisten uns dafür ein überteuertes sozialsystem und hohe strompreise durch subventionen für kohle und solaranlagen. das wird uns bald heftigst auf die füße fallen, wenn mal die wirtschaft zusammenbrechen sollte.

  • Die Zusammensetztung von einem Warenkorb mit den verschiedenen Gruppen ist immer sehr intransparent. Habe neulich bei "markt" im Fernsehen von www.eardex.de (EarthIndex)gehört - Lebenshaltungskosten als Wiki für Jedermann. Das ist mal ein interessanterer Ansatz

  • In Dänemark liegt das Preisniveau um 42% über dem Schnitt, in Bulgarien um 49% darunter...

    Das durchschnittliche Preisniveau ist bei so großen Ausreißern also völlig aussagelos und sollte nicht zum Vergleich herangezogen werden. Mal abgesehen davon, dass die Warenkörbe zur Messung der Kaufkraft in Deutschland sicher anders strukturiert sind als in Bulgarien. Die Bulgaren definieren soweit ich weiß den Pkw, den Fernseher, den DVD-Rekorder, den Laserdrucker und die Schrankwand noch nicht als Standardausstattung.

    Ein bisschen Vorsicht sollte man bei der Interpretation solcher Zahlen schon an den Tag legen.

  • So ein Vergleich macht nur Sinn, wenn das Einkommen gegengerechnet wird und fairerweise sollten Fixkosten wie z.B. Miete auch berücksichtigt werden.

  • itstk,

    hier ist die Antwort auf Ihre Frage und damit haben wir das Niveau der Entwicklungsländer fast erreicht.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/80/2/

  • Hallo Redaktion,

    aufrichtigen Dank für die informelle Hitliste für Auslandseinsätze und Fluchtländer jenseits der Euro-Zone. Denn die Einwohner der Spitzenreiter-Länder außerhalb der EU müssen ja immerhin so viel verdienen, daß sie sich diesen "repräsentativen Warenkorb" zumindest im Durchschnitt auch leisten können.

    Daß die Polen mittlerweile teurer als die Deutschen sind, erklärt immerhin rückwirkend, warum die immer seltener hier in Deutschland als "Erntehelfer" aufkreuzen. Von uns würde sicher auch keiner auf die Idee kommen, jetzt zum Traubenpflücken nach Griechenland zu trampen...

    Spricht aber auch Bände in Sachen

    "Jede Lohnerhöhung ist ein Sargnagel für unsere Wettbewerbsfähigkeit im Ausland!"
    (schleppt sich wimmernd von der Bühne)

    Wir sind zwar Export-Weltmeister, in Sachen Kaufkraft aber gerade so mal Mittelmaß.

    Frage: Wie setzt sich denn so "ein repräsentativer Warenkorb" im Detail zusammen? Der berüchtigte Freßkorb zum Firmenjubiläum wird damit ja kaum gemeint sein. Und der HartzIV-Warenkorb ist zwar auf dem Papier einer, aber hoffentlich nicht europaweit "repräsentativ"!

  • "Am günstigsten leben Verbraucher in Bulgarien. Hier liegen die Kosten für die Lebenshaltung um 49 Prozent unter dem EU-Schnitt"

    So ein vollkommener Blödsinn. Wer recherchiert sowas? In Bulgarien geht man fast zu D PReisen einkaufen, mit dem Unterschied dass man dort 250-350 Euros im Monat verdient. Was sollen diese beknackten Vergleiche also?

    Ach übrigens innem Dorf in Nepal ists auch sehr günstig in Sachen Lebenshaltungskosten.....ganz toll.

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