Lohnkosten Arbeit wird in Deutschland immer teurer

Eine Arbeitsstunde in Deutschland kostet 31,70 Euro. Das sind 34 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt, in sechs europäischen Ländern ist Arbeit noch teurer. Seit einigen Jahren steigen die Lohnkosten wieder stärker.
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Kräftiger Aufwind für den deutschen Arbeitsmarkt

WiesbadenBeim Vergleich der Arbeitskosten innerhalb der Europäischen Union liegt Deutschland auf Platz sieben. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, zahlten Arbeitgeber im vergangenen Jahr durchschnittlich 31,70 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde - und damit 34 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt. Die höchsten Arbeitskosten in der EU hatte Schweden mit 43,00 Euro, die niedrigsten Bulgarien mit 3,70 Euro. Im Nachbarland Frankreich lagen die Arbeitskosten bei 35,00 Euro.

Im EU-Vergleich auf Rang fünf landeten allerdings die deutschen Arbeitskosten im verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht. Hier kostete eine Arbeitsstunde im vergangenen Jahr im Schnitt 36,20 Euro. Damit sei eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie 48 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt, so die Statistiker.

Auch 2013 stiegen die Arbeitskosten in Deutschland stärker als in der EU. Damit bestätigt sich eine Trendwende, die 2011 begann. Zwischen 2004 bis 2010 lag das Wachstum der Arbeitskosten in der deutschen Privatwirtschaft unterhalb des EU-Durchschnitts. Seit 2011 ist es umgekehrt.

Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. 2013 zahlten die Arbeitgeber hierzulande auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten. Damit lagen die Lohnnebenkosten unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro. Im EU-Vergleich lag Deutschland im Mittelfeld auf Platz 16. Die höchsten Lohnnebenkosten fallen demnach in Schweden mit 51 Euro und Frankreich mit 47 Euro an, in Malta die niedrigsten mit zehn Euro.

Zu den Lohnnebenkosten gehören vor allem die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen, Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung und Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall.

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26 Kommentare zu "Lohnkosten: Arbeit wird in Deutschland immer teurer"

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  • Arbeit wird immer teurer!? Ja, und was haben die Arbeitnehmer netto davon??? Nichts, gar nichts, wenn man die Inflation einbezieht. Sozialabgaben und Steuerprogression fressen alles auf. Warum macht man dann die Arbeit teurer??? Oder warum erhöht man überhaupt die Löhne?

  • Zitat: "Die Preise haben sich seit der Euro-Einführung mehr als verdoppelt. Entsprechend haben sich ja auch die EInkünfte unserer Parlamentarier entwickelt. "

    @Fredi; in welchem Euro-Land haben sich seit 2002 die Einkünfte der Abgeordneten verdoppelt? Deutschland können Sie nicht meinen, da sich die Abgeordneten-gehälter seit 2002 von 6.878 € auf 8.667 € erhöht haben.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenentsch%C3%A4digung
    (Dass der dumme Michael Mross Ihnen noch zustimmt, dürfen Sie nicht ernst nehmen. Der Trottel hätte auch mit "Exakt" geantwortet, wenn sie "verzehnfacht" gesagt hätten)

    Die Goldbrötchen, die ich am Samstag bei "Malzers" gekauft habe, kosteten 12 Stück 3,60 €

    .........

    Ich habe nichts dagegen, wenn jetzt ein paar Jahre die Lohnkosten in Deutschland wieder über dem EU-Durchschnitt steigen. Schließen hatten wir 7 Jahre unterdurchschnittliche Zuwachsraten.

  • Hallo liebes Handelsblatt.
    Mir fehlt in der Darstellung über die Entwicklung der Lohnstückkosten die Begründung, die einen Einblick in diese Entwicklung erlaubt. So sind die Löhne keineswegs auf irrationale Entscheidungen der Wirtschaftseliten zurück zu führen- und wenn doch, dann hätte man auch gleich einen Koch regieren lassen können.

    Die Entwicklung der Lohnstückkosten war, wenn die Löhne stiegen, stets negativ betrachtet worden. Doch in diesem neuen Abschnitt der volkswirtschaftlichen Zeitrechnung scheint ganz Europa von steigenden Lohnstückkosten betroffen zu sein. Auch Russland und die Türkei.
    Welche Vorteile das bietet, davon sollte berichtet werden.

    Auch fehlen die Vorteile, die den Finanzministern der EU gegeben sind, wenn im Zuge dieser Entwicklung die Staatseinnahmen steigen - es sei denn, der Finanzstaat senkt die Steuern.

    Isgesamt ein wichtiger Beitrag aber die Details fehlen. Zwei Sterne von mir.

  • Die Preise richten sich Angebot und Nachfrage, global:

    Die Rohstoffe und Energiereserven werden immer knapper und damit immer teurer. Reziprok dazu vermehrt sich die Ressource Mensch immer mehr (besonders die Minderqualifizierten), und der Wert der Arbeit sinkt entsprechend.

    Also, aufhören zu jammern. Wenn sich immer Menschen immer weniger Ressourcen teilen müssen, dann wird es eben eng. Ist das so schwer zu verstehen? Für die klugen Köpfe unter Ihnen doch wohl nicht.

  • Ich meinte natürlich: Unser Arbeitgeber zahlt keine guten Löhne.

  • Komische Rechnung.

    Im Übrigen dürfte Ihr Gehalt überhöht sein, wenn Sie als Dipl.-Ing. mehr als EUR 6.000 brutto monatlich haben.

  • Unser Arbeitgeber zahlt keine Löhne. Außerdem können wir froh sein, wenn wir alle drei Jahre eine Gehaltserhöhung von 2 % bekommen. Wenn wir so schlecht bezahlt werden, dann gönne ich den anderen auch keine gute Bezahlung.

  • Hohe Löhne ist ein gutes Zeichen. In jeder Hinsicht. Wenn sich ein Land wie Deutschland keine hohen Löhne leisten kann, wer dann. Dann gibt es künftig nur noch Arbeitssklaven, welche sich nur noch das Existenzminimum leisten können. Wollen wir auf den Stand von Indien kommen, oder von China? Ich bin stolz darauf, meinen Mitarbeitern für gute Arbeit einen guten Lohn zahlen zu können. Das ist ein gutes Gefühl und macht eine gute Stimmung im Unternehmen. Meine Mitarbeiter wissen, sie werden geschätzt. Und das ist mir wichtig.

  • Das wissen wir spätestens seit Brecht:"Erst kommt das Fressen,dann kommt die Moral!"
    "Mob" schreibt sich übrigens so.

  • es geht um die Erzeugung von Leistung und diese verbraucht Resourcen. Es geht um die allg Rechtfertigung von überhöhten Gehältern. Es geht um kapitallose Aktivisten die in den Vorständen der Unternehmen sitzen und ohne jegliche nennenswerte Haftung handeln. Ich weiss wieso ich soviel Geld verdiene und aus meiner Sicht ist ein Studium von 4 Jahren in keinem Fall ein Argument für eine Gehaltsdifferenz wie sie aktuell existiert. Und überdurchschnittliche Verantwortung übrnimmt kein einziger Akademiker der für mich arbeitet, also wieso sollte man ihn besser bezahlen. Wir werden schon noch die Zustände wie in den USA bekommen.

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