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Mindestlohn, Euro, Konjunktur Das bringt das Wirtschaftsjahr 2015

Die Märkte zittern vor der Griechenland-Wahl. Der Mindestlohn kommt. Bei den Energiepreisen winkt eine Entlastung. Die Tarifkonflikte bei bei Lokführern warten auf eine Lösung. Was sich 2015 in der Wirtschaft tun wird.
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Kräne im Hamburger Hafen: Der Konflikt mit Russland hängt wie ein „Damoklesschwert“ über der europäischen Wirtschaft. Quelle: dpa

Kräne im Hamburger Hafen: Der Konflikt mit Russland hängt wie ein „Damoklesschwert“ über der europäischen Wirtschaft.

(Foto: dpa)

Berlin Die Eurozone wird größer – doch die Probleme nicht kleiner. Gleich zu Jahresbeginn wählen die Griechen. In Umfragen liegt die linksradikale Syrizia-Partei knapp vorne. Sollte sie gewinnen, könnte das zu einem Wiederaufflammen der Euro-Krise führen. Doch dies ist nicht das einzige Risiko für die Wirtschaftsentwicklung im kommenden Jahr.

Freuen können sich dagegen die Arbeitnehmer. Dank der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns winkt vielen von ihnen eine kräftige Lohnerhöhung. Neuerungen sind auch noch an anderer Stelle zu erwarten. Fest steht hingegen, dass der Berliner Flughafen 2015 noch nicht fertig wird.

Ein Überblick über die wichtigsten Themen:

MINDESTLOHN: vom 1. Januar an gilt in Deutschland ein allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, mit einer Übergangszeit bis 2017. Fest steht: manches wird teurer - Taxifahren zum Beispiel, oder der Gang zum Friseur.

TARIFRUNDEN: Wieviel Geld viele Arbeitnehmer im Portemonnaie haben, werden auch die Tarifverhandlungen 2015 zeigen. Allen voran für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld, die Verhandlungen beginnen Mitte Januar. Bereits 2014 hatte es für Beschäftigte in vielen Branchen ein Plus auf dem Gehaltszettel gegeben.

EURO-RAUM: Am 1.1.2015 bekommt die Euro-Familie Nachwuchs: Litauen führt die Gemeinschaftswährung ein - der baltische Staat wird damit das 19. Euro-Mitgliedsland. In der Euro-Schuldenkrise hat es zuletzt wieder mehr Sorgen über Griechenland gegeben.

KONJUNKTUR: Die Risiken für die Wirtschaftsentwicklung bleiben bestehen. Vor allem der Konflikt mit Russland hänge wie ein „Damoklesschwert“ über der europäischen Wirtschaft, sagt EY-Experte Thomas Harms. DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht sogar „enorme Risiken“ für die Konjunktur. Hauptgrund: die Euro-Schuldenkrise. Nachdem Wirtschaftsexperten ihre Wachstumsprognosen eingedampft hatten, verbreiteten sie zuletzt aber wieder mehr Optimismus. Das hängt vor allem mit dem fallenden Ölpreis zusammen. Das entlastet private Haushalte und kurbelt den Konsum an.

ZINSEN: Die Zinsen in der Eurozone dürften weiterhin extrem niedrig bleiben - die Anlageprobleme für Banken und Versicherungen, aber auch für Sparer und die private Altersvorsorge damit nicht kleiner werden. Immerhin: In den USA deutet sich im kommenden Jahr eine Zinswende an. Es wäre die erste Erhöhung seit 2006.

TTIP: Es könnte ein Kürzel des Jahres werden: „TTIP“. Mit dem geplanten Handelsabkommen zwischen Europa und den USA sollen durch gemeinsame Standards und den Wegfall von Zöllen viele neue Jobs entstehen - so die Befürworter. Kritiker dagegen befürchten, europäische Standards könnten fallen und etwa Hormonfleisch nach Europa gelangen. Heftig umstritten ist auch der Investorenschutz: Schiedsgerichte, vor denen Konzerne Schadenersatz von Staaten einklagen könnten. Die Verhandlungen sollen bis Ende 2015 abgeschlossen werden.

Tarifkonflikte bei Bahn und Lufthansa – Boom bei Fernbussen

Neues Jahr, neue Steuern
Kirchensteuer
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Kirchensteuer

Künftig führen Banken, Sparkassen, Versicherer und Wohnungsbaugenossenschaften auch die auf Kapitalerträge entfallende Kirchensteuer direkt ab. Die Kapitalertragsteuer wird schon seit 2009 direkt an der Quelle von Banken automatisch erhoben und an den Fiskus abgeführt. Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer wurde bisher nur nach Mitteilung des Steuerzahlers weitergeleitet.

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Steuer-Selbstanzeige
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Für reuige Steuersünder wird’s teurer

Wer Geld am Finanzamt vorbei bewegt hat und eine Selbstanzeige stellen will, muss ab 1. Januar 2015 mit höheren Hürden rechnen: Nicht nur die Bedingungen für eine Selbstanzeige, die vor Strafe bewahrt, werden verschärft. Auch das Risiko, vom Fiskus entdeckt zu werden, steigt durch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den deutschen Behörden und den ehemaligen Steueroasen. Eine Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung ist nur noch dann völlig straffrei, wenn der hinterzogene Betrag unter 25.000 Euro liegt (bisher: 50.000 Euro).

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Immobilien zu verkaufen
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Höhere Steuern beim Hauskauf

Die Verbraucherzentrale NRW weist auf eine Änderung für Eigenheimbesitzer hin: Wer ein Grundstück, Haus oder eine Wohnung kauft, muss in zwei Bundesländern ab dem 1. Januar mehr Grunderwerbsteuer zahlen: Der Steuersatz klettert in Nordrhein-Westfalen um 1,5 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent (bisher fünf Prozent). Im Saarland liegt er dann ebenfalls bei 6,5 Prozent (bisher: 5,5 Prozent). Wer in Nordrhein-Westfalen ein Grundstück mit Haus für 250.000 Euro kauft, muss dafür jetzt 12.500 Euro an den Staat abführen. Ab Januar 2015 sind es 16.250 Euro. Schon andere Bundesländer hatten ihre Grunderwerbsteuer in den vergangenen Jahren auf 6,5 Prozent erhöht.

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Mindestlohn
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Mindestlohn

Ab dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde. Der Mindestlohn betrifft auch Minijobs. Er gilt – mit wenigen Ausnahmen – für alle Branchen und auch in Privathaushalten. Steuerzahler, die im Betrieb oder im Privathaushalt einen Minijobber beschäftigen, sollten unbedingt nachrechnen, ob durch die neue Regelung die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro pro Monat überschritten wird. Soll der Minijobstatus erhalten bleiben, muss die Arbeitszeit ab dem 1. Januar 2015 abgesenkt werden. Zudem sind künftig Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Dauer der Tätigkeit aufzuzeichnen.

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Minijob im Einzelhandel
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Handlungsbedarf bei „alten“ Midijobs

Zum 1. Januar 2013 hatte der Gesetzgeber die Verdienstgrenze für Minijobs von 400 Euro auf 450 Euro angehoben. Das hatte auch Auswirkungen auf die anschließende Gleitzone – die sogenannten „Midijobs“. Statt bei 400,01 Euro gelten die Regeln für die Midijobs nun erst bei einem Verdienst zwischen 450,01 Euro und 850 Euro. Übergangsweise konnten Mitarbeiter, die schon vor dem 1. Januar 2013 zwischen 400,01 Euro und 450 Euro verdient haben, weiterhin die alte Gleitzonenregel nutzen. Das heißt, sie blieben in allen Sozialversicherungszweigen versichert. Diese Übergangsfrist endet am 31. Dezember 2014…

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Jahreschronik Sachsen-Anhalt 2014
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… „Damit ändert sich ab dem 1. Januar 2015 auch der versicherungsrechtliche Status dieser Mitarbeiter“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt). Sie werden zu Minijobbern. Zu diesem Zeitpunkt entfällt die Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung. Bei Kranken- und Arbeitslosenversicherung tritt Versicherungsfreiheit ein. Von der Rentenversicherung kann sich der Minijobber befreien lassen. Der Chef muss den Mitarbeiter bei der Krankenkasse abmelden und bei der Minijob-Zentrale anmelden. Möchten Chef und Mitarbeiter den Minijobstatus nicht, besteht Handlungsbedarf. Die regelmäßige monatliche Vergütung muss auf mehr als 450 Euro aufgestockt werden. Dann gelten weiterhin die Gleitzonenregeln und die Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung bleibt erhalten.

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Pflegefachkräfte aus Fernost
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Neue Beitragsbemessungsgrenzen  Kranken- und Pflegeversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung steigt von monatlich 4050 Euro (2014) auf 4125 Euro (alte und neue Bundesländer).

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ENERGIEPREISE: Eine gute Nachricht bekamen Millionen Kunden schon vor Weihnachten: nach Jahren steigender Stromrechnungen senken viele deutsche Stromversorger Anfang 2015 erstmals wieder die Preise. Vor dem Beginn der Heizperiode konnten sich die Verbraucher außerdem über stabile oder sinkende Preise für Gas und Heizöl freuen. Und das voraussichtlich weiterhin billige Öl freut die Verbraucher: Tanken und Heizen werden wohl auf absehbare Zeit günstig bleiben.

MOBILITÄT: Im Straßenverkehr vollzieht sich ein grundlegender Wandel, der auch 2015 weitergeht. Viele Menschen machen beim Car-Sharing mit. Die Autos werden immer vernetzter, die Digitalisierung geht weiter. Anbieter wie Uber greifen in traditionellen Branchen an, wie geht es für die Taxifahrer weiter?

LKW-MAUT/PKW-MAUT: Zum 1. Juli 2015 wird die Lkw-Maut auf weiteren 1100 Kilometer Bundesstraße erhoben, zum 1. Oktober 2015 sind schon leichtere Lkws ab 7,5 Tonnen einbezogen. Ein waches Auge dürften Autofahrer auf die geplante Pkw-Maut haben, die 2016 eingeführt werden soll - aber keine Mehrbelastung für Pkw-Fahrer bringen soll.

BAHN und LUFTHANSA: Die Tarifkonflikte bei der Bahn und der Lufthansa sind immer noch ungelöst. Kommen im nächsten Jahr neue Streiks auf Bahnkunden und Lufthansa-Passagiere zu? Konfliktträchtig ist auch das Gesetz zur Tarifeinheit, das den Einfluss der Spartengewerkschaften eindämmen soll.

FERNBUS: Die Buslinien auf der langen Strecke könnten von den Konflikten bei der Bahn erneut profitieren, die Zahl der Anbieter wird laut Branchenprognosen weiter steigen - auch wenn der harte Preiskampf die ersten Firmen bereits in die Knie gezwungen hat.

DIGITALE WIRTSCHAFT: „Disruptive“ Geschäftsmodelle dürften 2015 eine große Rolle spielen. Uber ist so ein disruptives Beispiel: Einer bestehenden Branche, hier die Taxiunternehmen, wird mit einem ähnlichen Angebot - eine Art „Mitfahrgelegenheit“ im privaten Auto gegen Gebühr - heftig Konkurrenz gemacht. Ähnliche Ansätze gibt es in der Finanzwirtschaft oder im Hotelgewerbe.

INTERNET DER DINGE: Das „Internet der Dinge“ hält Einzug in die privaten Haushalte, Stichwort: Den Kühlschrank mit der App steuern. In der Industrie werden Maschinen - bis hin zum Fahrstuhl - vernetzt. Die Waschmaschine schaltet sich selbst ein, wenn der Strom gerade günstig ist.

HAUPTSTADTFLUGHAFEN: Eins steht fest: der neue Hauptstadtflughafen wird nach vielen Pannen auch im nächsten Jahr noch nicht eröffnen. Die Frage lautet: 2016 oder 2017 - oder vielleicht sogar erst 2018?

  • dpa
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