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Nach EU-Gipfel Top-Ökonomen streiten über direkte Bankenhilfen

Für seine Behauptung, die Euro-Beschlüsse gefährdeten Deutschlands finanzielle Stabilität, erntet Ifo-Chef Sinn harsche Kritik anderer Ökonomen. Dabei steht er mit seiner Kritik an der Rettungspolitik nicht alleine.
02.07.2012 - 17:00 Uhr 63 Kommentare
Hans-Werner Sinn. Quelle: Reuters

Hans-Werner Sinn.

(Foto: Reuters)

Berlin Hans-Werner Sinn ist für klare Worte bekannt. Insbesondere in der Euro-Krise nimmt der Präsident des Münchner Ifo-Instituts kein Blatt vor den Mund und zerpflückt regelmäßig das Krisenmanagement der Politiker in aller Welt. Was ihn antreibt ist die Sorge, Deutschland könnte samt der Spareinlagen seiner Bürger in den Sog der Krise gerissen werden. So sind auch seine jüngsten Einlassungen im Interview mit dem Handelsblatt zu verstehen. Seine Ausführungen kommen in der Ökonomenzunft allerdings nicht gut an. Im Gegenteil. Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, reagierte ziemlich ungehalten.

Auf seiner Facebook-Pinnwand machte Horn seinem Ärger Luft: „Ich wünschte, Hans Werner Sinn würde in Urlaub fahren und schweigen“, schreibt er. Es sei „pure Demagogie“ zu behaupten, deutsches Sparkapital würde zwangsweise irgendwo angelegt. Durch die Beschlüsse von Brüssel übernehme der deutsche Steuerzahler lediglich Bürgschaften. Geld fließe zunächst überhaupt nicht. Aber private Anleger aus aller Herren Länder würden nunmehr völlig freiwillig bereit sein, eher in Anleihen spanischer und italienischer Banken und denen der jeweiligen Staaten investieren und damit die Überwindung der Krise erleichtern. „Alles andere ist nationalistisch angehauchte Demagogie“, giftet Horn gegen den Ifo-Chef. „Sinn will anscheinend deren Rettung nicht. Er will offenbar den Euro zerstören.“

Dabei macht Sinn im Grunde nichts Neues. Er analysiert die Euro-Beschlüsse der vergangenen Woche und kommt einmal mehr zu der bitteren Erkenntnis, dass dadurch die Euro-Rettung nicht vorangekommen sei. Der deutsche Staat werde vielmehr „immer tiefer in die südeuropäische Krise hineingezogen, und die Investoren aus aller Welt, die sich verspekuliert haben, können sich noch in letzter Minute aus dem Strudel befreien“, sagt der Ökonom. Die Finanzmärkte seien nun beruhigt, ja geradezu euphorisch, weil ein Weg gefunden wurde, das deutsche Vermögen zu verbrauchen. „Die finanzielle Stabilität Deutschlands ist indes gefährdet.“

Sinn ist sich denn auch sicher, dass auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Ausland mehr Druck ausgeübt worden sei, als je zuvor ein deutscher Kanzler nach dem Krieg habe aushalten müssen. „Es wurde ein Kesseltreiben veranstaltet. Um an unser Geld zu kommen, hat man Deutschland imperiale Gelüste vorgeworfen und uns den Hass der Völker prophezeit“, sagt der Ifo-Chef. Dem Druck habe Angela Merkel nicht mehr widerstehen können und sei eingenickt. „Jetzt können die Bürger, an deren Vermögen man will, nur noch auf das Verfassungsgericht hoffen.“

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    Der Fehler sei schon im Mai 2010 mit dem EFSF gemacht worden. „Deutschlands Empfänglichkeit für äußeren Druck war die Einladung, mit immer mehr Druck immer mehr Geld zu erpressen“, sagte der Wissenschaftler. Dass Kredite, die der ESM vergibt, künftig nicht vorrangig, sondern gleichrangig bedient werden sollen, trägt laut Sinn zur Gefährdung bei.

    Nach dem Beschluss des EU-Gipfels vom Freitag soll der dauerhafte Krisenfonds ESM Banken künftig direkt unterstützen dürfen. Bislang war das laut ESM-Vertrag nicht möglich, das Geld sollte an die Regierung des jeweiligen Landes überwiesen werden. Voraussetzung für die Neuregelung ist aber, dass vorher eine einheitliche Bankenaufsicht in der Eurozone geschaffen wird.

    IW-Chef: "Es ist nicht die Zeit für billige Parolen"
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    63 Kommentare zu "Nach EU-Gipfel: Top-Ökonomen streiten über direkte Bankenhilfen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hoffentlich bleibt uns dieser Weg, ich meine die Revolution von unten erspart, weil es gar nicht erst
      dazu kommt dass der ESM in Kraft tritt, jedenfalls
      nicht in der heute vorliegenden Form.

      Ich gehe davon aus, dass Finnland durch sein Veto eine weitere Nachverhandlung auslösen wird. Ein weiterer Punkt ist das Bundesverfassungsgericht. Dieses Gericht
      steht nicht nur vor der Entscheidung der sorgfältigen Abwägung, ob oder ob nicht das Grundgesetz verletzt wird, es steht auch im Fall, das es die Konformität
      mit der deutschen Verfassung bejaht, weitgehend vor
      der eigenen Abschaffung.
      Da ich überzeugt bin, das der ESM verfassungswidrig ist,
      warte ich erstmal die Prüfung ab, bevor ich mich weiter
      aufrege.
      Wie es dann weiter geht wird sich zeigen. Falls eine Änderung des Grundgesetzes, ohne Beteiligung des Volkes durchgesetzt wird, etwa mit 2/3 Mehrheit, ist es dann an der Zeit für eine angemessene, unmissverständliche Antwort des deutschen Volkes.
      Sicher ist in meinen Augen, dass alle amtierenden Politiker sich ein anderes Volk suchen müssen. Diese deutsche Volk ist nicht dumm genug um weiter auf diese
      Regelbrecher hereinzufallen.

    • "Mit Sorge sieht Krämer denn auch, dass Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi schon wieder daran arbeite, erneut Premierminister zu werden."

      Das sehe ich nicht mit Sorge.

      Unter Berlusconi hat es wesentlich mehr an zählbaren Reformen gegeben als unter Monti.

    • Deutschland sagt NEIN!!! Petition 25090 Ablehnung des ESM-Vertrags

      Wir können uns gegen den Irrsinn wehren! Die Petition 25090 bietet hierfür die Möglichkeit! Das Bundesverfassungsgericht und der Bundespräsident werden sich noch mit dem ESM auseinandersetzen und es wahrscheinlich zurück in den Bundestag geben.

      https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=25090

    • Zigarettenwährung!

      http://www.cigoutlet.net/images/us-cigarettes/barclay.jpg

    • Ja, Vereinbarungen haben wir genug.
      Aber was seit den Anfängen des Euros fehlt und immer wieder bemängelt wurde, ist, dass es keinerlei wirksame Mittel gibt, um diejenigen zu sanktionieren, die sich nicht an die Vereinbarungen halten, und das wird von den Südländern konsequent ausgenutzt.

    • sorry verus, aber was Sie schreiben ist falsch.
      Die tollen ausländer - ich auch - haben ein prutz-land, sonst werden wir nicht nach D-Land kommen. Darum geht es aber jetzt nicht. Es geht darum, dass die Grichen - die allen nur philosophen sind - und italäner, - die nur Fussbal Stars sind - geben mehr Geld aus sie verdienen.
      DAS GEHT NICHT!
      PASTA

    • Sinn's Auslassungen sind voreilig und unserös, da die Einzelheiten hinsichtlich Haftung und Kontrolle ja überhaupt noch nicht ausgehandelt sind.

      Etwa ebenso blödsinnig sind die Äußerungen des Sozialisten Horn, es sei „pure Demagogie“ zu behaupten, deutsches Sparkapital würde zwangsweise irgendwo angelegt. Durch die Beschlüsse von Brüssel übernehme der deutsche Steuerzahler lediglich Bürgschaften.

      Dieser Träumer tut so, als ob die Übernahme von Bürgschaften keine Vermögenseffekte bewirkte.

      Schließlich jammert Sinn, "dass dadurch die Euro-Rettung nicht vorangekommen sei."

      Daß der Euro keinerlei Rettung bedarf, sondern gewisse Staaten bei denen die Schuldentragfähigkeit in Frage steht, ist ihm anscheind gänzlich unbekannt.

      Hier streiten Blinde über Farben.

      Oder, wie der Volksmund sagt, wer nichts wird, wird (Volks-)Wirt.

      Fehlt nur noch Krugman mit seiner Mehr-Heroin-gegen-Cold-Turkey Verschreibung.

    • @Gottfried: was Sie hier Herrn Sinn unterstellen ist bewusster Betrug am Bürger.
      Wenn es jedoch Herrn Sinn am Gewinn liegen würde, dann bräuchte er eigentlich nur sein Geld abziehen und könnte sich den Shitstorm sparen, den er sich einhandelt durch Stellung zu beziehen. Seine Einschätzung der Lage hat wenig Einfluss auf das Resultat, da er ja nicht gehört wird. Das Resultat kommt von alleine. Somit ist der Nutzen, den er aus der Stellungnahme hat verwahrlosbar.

    • ÖkoGnomen
      Teil3 Die deutschen machten A. Merkel (Kind des Kommunismus) zum
      Bundeskanzler, als wäre Adolf Hitler und Nazi-Deutschland nicht genug
      gewesen, kam auch noch Stasi-Deutschland hinzu. So viel „Deutschland“
      ist Kontra-Illusionär für die deutsche Demokratie Bestrebung. Gulag hat
      seinen Mantel über Deutschland gehüllt, auch für Frankreich war dieser
      vorgesehen. Aber ein Land das noch über einen gesunden Menschen-
      Verstand und Freiheitswille verfügt, begehrt das Volk auf, und das mit Recht,
      und der französischen Revolution im Rücken. Renten-Eintrittsanhebung wurde
      wieder Rückgängig gemacht, die deutschen sind zu träge, oder zu feige, sie
      lassen alles mit sich machen und bedanken sich noch. Sie haben noch nicht
      begriffen das man ihnen die demographische Lüge vorgaukelt.Grundgesetz,
      das ich nicht lache, überall: Näheres regelt ein Gesetz, da kannst du auch
      gleich Radio Eriwan fragen! Erst ist der Artikel 8 Reformierungsnotwendig,
      und das Verbot zum Generalstreik (seit 1955) ist aufzuheben.
      (GENERALSTREIK VERBOTEN IN DEUTSCHLAND SEIT 1955 von
      Leuten die das FÜHRERPRINZIP und die JUDENVERFOLGUNG verteidigten
      Was für ein Witz: A. Merkel „Nicht, solange ich am Leben bin" - die Titanic
      war auch „UNSINKBAR“

    • Von Ökonomen und ÖkoGnomen 2
      Teil2 Aber das die deutschen gut an den Griechen verdienen wird
      auch verschwiegen:„Der deutsche Steuerzahler profitiert doch von der
      guten Geldanlage der deutschen Regierung. Deutschland hat in
      den vergangenen zwei Jahren bereits rund 400 Millionen Euro an
      uns verdient.“Evangelos Venizelos, ehemaliger griechischer
      Finanzminister, gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“
      Griechische Staatsanleihen Hedgefonds erzielen hohe Renditen
      15.05.2012 . Griechenland wird Besitzern einer fälligen Staatsanleihe
      435 MillionenEuro auszahlen. Zugute kommt dies hauptsächlich
      Hedgefonds. Sieht so Hilfe aus???
      Teil 2 Einen Marshall-Plan für D wir es dann aber nicht mehr geben,
      und D würde ebenso auf Ramsch-Niveau herabgestuft werden.
      (Willkommen im Club) Was wäre aus D geworden, hätte es nach
      dem verlorenen zweiten Weltkrieg den sich D „geleistet“ hat, die
      Ratings schon gegeben? Deutschland in Schutt und Asche, die
      Reparationszahlungenvom ersten Weltkrieg noch nicht getilgt,
      aufgeteilt in Siegermächte, Entschädigungszahlungen an das
      jüdische Volk , - und so weiter…Auf welches Niveau hätte man D
      herabgestuft, - und welchen Zinssatz
      hätte D berappen müssen? All das „unterschlagen“ diese
      „Star-Ökonomen“. Die Siegermächte haben nichts der Gleichen
      praktiziert, im Gegenteil, sie haben bis zur Gegenwart die
      Reparationszahlungen außer „Vollzug“ gesetzt (Londoner –
      Schuldenabkommen) selbst bei den Entschädigungszahlungen
      an die NS-Zwangsarbeiter hat man sich so
      lange Zeit genommen bis der größte Teil dieser Menschen verstorben war!

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