Nach EZB-Maßnahmen Bundesbankpräsident fordert Zurückhaltung

Nach der Zinssitzung kündigte EZB-Chef Mario Draghi weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Deflation an. Als nächster Schritt wird ein Wertpapierankaufprogramm erwogen. Der Bundesbankpräsident fordert Zurückhaltung.
5 Kommentare
Bundesbankpräsident Jens Weidmann spricht sich gegen eine „schnelle nächste Runde“ im Kampf gegen die Deflation aus. Quelle: Reuters

Bundesbankpräsident Jens Weidmann spricht sich gegen eine „schnelle nächste Runde“ im Kampf gegen die Deflation aus.

(Foto: Reuters)

BerlinNach dem umfangreichen Maßnahmenpaket der EZB im Kampf gegen eine Deflation fordert Bundesbankpräsident Jens Weidmann Zurückhaltung vor weiteren Schritten. „Der EZB-Rat hat mit sehr umfassenden Maßnahmen gehandelt. Jetzt müssen wir erst mal abwarten, wie das Beschlossene wirkt“, sagte das deutsche EZB-Ratsmitglied der „Bild“-Zeitung laut Vorabbericht vom Freitag. „Es ist doch abwegig, jetzt gleich die nächste Runde einzuläuten“, fügte er hinzu. Die EZB dürfe nicht zur Bad Bank des Euroraums werden. „Und meine Position zu Staatsanleihekäufen hat sich nicht geändert“, sagte der Bundesbankchef.

EZB-Chef Mario Draghi hatte nach der EZB-Zinssitzung am Donnerstag betont, die EZB sei mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket „noch nicht am Ende“. Als weitert Maßnahme zur Abwehr einer Deflation wird in der EZB ein Wertpapierankaufprogramm erwogen.

Es wird aber nach den Worten von EZB-Vizechef Vitor Constancio wohl nur dann eingesetzt, wenn die Euro-Zone wirtschaftlich ins Trudeln zu geraten drohe.

  • rtr
Startseite

5 Kommentare zu "Nach EZB-Maßnahmen: Bundesbankpräsident fordert Zurückhaltung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ein Kauf von Staatsanleihen durch die EZB würde jedoch verheerende Folgen haben für ganz Europa. Dies darf auf keinen Fall passieren.

    Das wird schon lange gemacht.
    Frage: Warum soll der Staat für sen eigenes Geld Zins bezahlen?

  • Die Reaktion der Märkte zu dem was die EZB gestern beschlossen hat finde ich leicht übertrieben. Eine große Nachfrage nach Krediten besteht auch bei den Unternehmen in den Krisenländern nicht. Kaum ein Unternehmer macht gerne Schulden, wenn er weiß, daß die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen es nicht erlauben aus dem aufgenommene Geld entsprechende Werte zu generieren. Die Regierungen sind gefordert! Ein Kauf von Staatsanleihen durch die EZB würde jedoch verheerende Folgen haben für ganz Europa. Dies darf auf keinen Fall passieren.

  • Nur die Wahl von alternativen Parteien kann den Spuk beenden. Diesen Parteien wird täglich der Boden bereitet. Die EU rückt massiv nach rechts.

  • Tschüss Herr Weidmann - Ihre Kommentare können Sie sich doch komplett sparen. Sie haben gegenüber "Super-Mario" eh nichts mehr zu melden und der wird den Euro verteidigen, wie Paulus einst Stalingrad - bis zur letzten Kugel und ohne Rücksicht auf Verluste.

  • Jetzt kann sich Weidmann seine Kommentare auch sparen, nachdem man Draghi längst eine General-Vollmacht erteilt hat, die Schulden von Italien, Griechenland & Friends auf die anderen Länder und ihre Sparer + Steuerzahler abzuwälzen. Wird jetzt auch nicht lange dauern, dass sich die Staaten direkt aus der Deckung wagen mit neuen "kreativen" Ideen für mehr "Solidarität in Europa". Griechenland hat sowieso nie im entferntesten daran gedacht, jemals auch nur 10% seiner Kredite zurückzuzahlen. Und die anderen Weichwährungsländer denken nun nicht im entferntesten mehr daran, schmerzhafte Reformen zu planen geschweige denn umzusetzen. Wieso auch, wenn jetzt garantiert ist, dass man sich für die nächsten 10 Jahre wieder für lau weiter verschulden kann (dank der Haftungsübernahme durch die noch halbwegs solventen Staaten). Und wenn das nicht reicht, werden halt noch ein paar Umverteilungs-Mechanismen unter dem Namen "Union" eingeführt, also neben der "Banken-Union" auch noch die bereits geforderte "Arbeitslosenversicherungs-Union" und demnächst wird der Ruf nach einer gemeinsamen "Rentenversicherungs-Union" auch noch kommen so sicher wie das Amen in der Kirche...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%