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Ankauf von Staatsanleihen EZB-Vize gegen exakte Obergrenze für Banken

Vor dem Hintergrund der Griechenland-Krise diskutiert die EZB eine Höchstgrenze, bis zu der Banken Staatspapiere halten dürfen. Vizepräsident Vitor Constancio ist gegen eine fixe Grenze – und weist auf Probleme hin.
29.10.2015 - 19:53 Uhr
Vitor Constancio fürchtet zu hohe Belastungen für Banken, sollte die EZB ihnen eine Obergrenze für Staatspapiere auferlegen. Quelle: Reuters
Sorgenvoller Vize

Vitor Constancio fürchtet zu hohe Belastungen für Banken, sollte die EZB ihnen eine Obergrenze für Staatspapiere auferlegen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt EZB-Vizepräsident Vitor Constancio hat sich gegen pauschale Obergrenzen für das Engagement von Banken in Anleihen eines einzelnen Landes ausgesprochen. „Meiner persönlichen Ansicht nach leidet diese Ausrichtung unter erheblichen Defekten“, sagte Constancio am Donnerstag auf einer Veranstaltung in London. Banken würden Anleihen aus den verschiedensten Gründen halten – darunter falle ihr Einsatz als Sicherheiten. Aber auch Kredit- und Liquiditätsüberlegungen spielten eine Rolle. EZB-Bankenaufseherin Daniele Nouy hatte vor einigen Monaten den Vorschlag gemacht, für Geldhäuser das Engagement der pro Staat vergebenen Schulden auf 25 Prozent des Eigenkapitals zu beschränken.

Staatsanleihen werden bislang als risikofrei bewertet. Banken müssen daher für solche Schuldtitel kein Kapital hinterlegen. Auch gibt es bislang keine Obergrenzen wie viel Kredit ein Geldhaus einem Land gewähren darf. Wegen der Euro-Schuldenkrise gibt es aber zunehmend Kritik daran, da beispielsweise Länder wie Griechenland von ihren EU-Partnern nur mit Milliarden vor dem finanziellen Kollaps gerettet wurden. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte sich bei Engagements in Anleihen eines einzelnen Landes für eine Begrenzung ausgesprochen.

Constancio zufolge hätte der Vorschlag einer Deckelung bei 25 Prozent allerdings erhebliche Folgen: So käme auf EU-Banken ein Kapitalbedarf (Tier 1) von mehr als sechs Billionen Euro zu. Oder sie müssten sich von Wertpapieren im Volumen von mehr als 1,6 Billionen Euro trennen. Das zeige das mögliche Ausmaß der Verwerfungen an den Märkten bei Einführung einer solchen Regel. Als Alternative brachte der EZB-Vize eine Regulierung ins Spiel, die auf einer Gewichtung des Risikos der jeweiligen Anleihen basiert. Dies würde laut Constancio zu weniger Verwerfungen auf den Bond-Märkten führen.

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