April-Daten Britische Produktion bricht vor wichtiger Brexit-Debatte ein

Großbritanniens Wirtschaft hat im April einen unerwartetes Tief verzeichnet. Einen solchen Einbruch gab es zuletzt im Oktober 2012.
Update: 11.06.2018 - 14:21 Uhr Kommentieren
Großbritanniens Wirtschaft ist im April unerwartet eingebrochen. Seit dem Brexit-Votum befindet sich auch das britische Pfund auf Talfahrt. Quelle: dpa
Brexit lähmt die Wirtschaft

Großbritanniens Wirtschaft ist im April unerwartet eingebrochen. Seit dem Brexit-Votum befindet sich auch das britische Pfund auf Talfahrt.

(Foto: dpa)

LondonDie britische Industrie bekommt die Folgen des Brexit-Votums immer härter zu spüren. Ihre Produktion schrumpfte im April um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit so deutlich wie seit Oktober 2012 nicht mehr.

Das teilte das nationale Statistikamt ONS am Montag mit. Von Reuters befragte Experten hatten hingegen ein Plus von 0,3 Prozent erwartet, nachdem die Firmen die Fertigung im März um 0,1 Prozent zurückgefahren hatten.

„Die Nachfrage aus dem Ausland hat sich weiter abgeschwächt und im Inland bleibt sie gedämpft“, sagte ONS-Experte Rob Kent-Smith zu den April-Daten.

Die Wirtschaft auf der Insel lahmt. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass das britische Pfund nach dem Brexit-Votum vom Sommer 2016 auf Talfahrt gegangen ist, wodurch sich Importgüter verteuern. Dies zehrt an der Kaufkraft der Briten. Zudem investieren viele Firmen weniger, auch wegen der Unsicherheit über die Handelsbeziehungen nach dem geplanten EU-Ausstieg Ende März 2019.

Die Notenbank hat signalisiert, dass sie die Zinsen solange nicht anheben wird, bis sich die Konjunktur nachhaltig gebessert hat. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März nur noch um 0,1 Prozent zu.

Für Dienstag und Mittwoch wird im britischen Unterhaus ein Showdown erwartet, weil dann erneut das EU-Austrittsgesetz beraten wird. Die Lords im Oberhaus haben dem Gesetzentwurf gegen den Willen der Regierung 15 Änderungsanträge angefügt.

Unter anderem wollen sie, dass Großbritannien in einer Zollunion mit der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum bleibt, also im Binnenmarkt. Damit würde sich nach dem Brexit für Großbritannien wenig ändern.

Dass alle Anträge durchgehen, gilt als unwahrscheinlich. Dass Premierministerin Theresa May alle abwehren kann, aber ebenfalls. Entscheidend wird sein, inwieweit Brexit-Kritiker der Konservativen mit der Labour-Opposition stimmen und welche Positionen der Lords sie mittragen.

  • rtr
  • dpa
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