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BIP Handelsstreit mit China bremst das US-Wirtschaftswachstum

Experten sehen den Zenit des BIP-Aufschwungs überschritten. Die Amerikaner geben zwar mehr Geld aus, doch Trumps Strafzölle belasten die Wirtschaft.
Update: 26.10.2018 - 18:17 Uhr Kommentieren
Das US-Wachstum geht wieder leicht zurück. Quelle: Reuters
Containerschiff in New York

Das US-Wachstum geht wieder leicht zurück.

(Foto: Reuters)

Washington US-Präsident Donald Trump hat durch den Handelskonflikt mit China der brummenden Wirtschaft seines Landes im Sommer einen Dämpfer verpasst. Zwischen Juli und September stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,5 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Im Frühjahr war noch ein Plus von 4,2 Prozent herausgesprungen.

Die Amerikaner zeigten sich ausgabefreudig: Der Konsum legte mit einem Plus von 4,0 Prozent so stark zu wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Allerdings wurde das Wachstum durch schwächere Sojabohnen-Exporte gebremst, die inmitten des von Trump ausgelösten Zollkonflikts mit China sanken.

Das Wachstum habe vorerst seinen Zenit überschritten, meint Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank: „Dies haben sich die USA selbst zuzuschreiben, denn die vom Weißen Haus ausgelösten Handelsstreitigkeiten hemmen die globale Investitionsbereitschaft und lasten auf der Exportentwicklung.“

Die in diesem Sommer in Kraft getretenen Strafzölle gegen China auf Güter im Umfang von 50 Milliarden Dollar hätten nicht den von Trump gewünschten Effekt, meint Volkswirtin Christiane von Berg von der BayernLB. Die Importe legten um 9,1 Prozent zu, während die Exporte um 3,5 Prozent nachgaben.

Neben den Soja- fielen beispielsweise auch die Öl-Ausfuhren im Sommer geringer aus. Das Handelsbilanzdefizit kostete die USA insgesamt rund 1,8 Prozentpunkte Wachstum: Einen derart negativen Effekt hat es seit 1985 nicht mehr gegeben. „Die Handelspolitik der Regierung ist nach hinten losgegangen“, so das Fazit der Expertin.

Ein weiterer Bremsfaktor war im diesem Sommer der Bau. Für eine Abschwächung dürfte auch der Hurrikan „Florence“ gesorgt haben, der im Süden der USA Überschwemmungen zur Folge hatte. Dort ließen im September die Bauaktivitäten so kräftig nach wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Aber auch steigende Zinsen und höhere Preise dämpften die Nachfrage.

Präsident Trump hat der rund laufenden Konjunktur mit seinem Steuersenkungspaket im Volumen von 1,5 Billionen Dollar allerdings einen zusätzlichen Schub verliehen. „Der private Konsum wird von der Steuerreform angetrieben. Dieser Effekt sollte allerdings im kommenden Jahr auslaufen“, prognostiziert USA-Expertin von Berg.

Zugleich versucht die Notenbank Fed mit höheren Zinsen, einer Überhitzung der Wirtschaft vorzubeugen. Dass diese nun in einen kleineren Gang schaltete, hat nach Ansicht von VP-Ökonom Gitzel durchaus auch positive Aspekte: „Ein gemäßigteres Wachstum vermeidet eine Überhitzung. Die Fed wird also nicht gezwungen sein, von ihrem Kurs der lediglich moderaten Zinsanhebungen abzuweichen.“

  • rtr
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