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Britischer Einzelhandel Umsatzplus verstärkt Zinsfantasien

Das Brexit-Votum sorgte für die Verteuerung der Importgüter und die Inflation des Pfunds. Nun verzeichnet der britische Einzelhandel ein unerwartet starkes Umsatzplus. Befürworter einer Zinserhöhung sehen sich bestätigt.
20.09.2017 - 15:09 Uhr Kommentieren
Die steigenden Preise setzen die britische Notenbank unter Zugzwang. Quelle: dpa
Britisches Pfund

Die steigenden Preise setzen die britische Notenbank unter Zugzwang.

(Foto: dpa)

London Die britischen Einzelhändler haben im August mehr Umsatz gemacht und damit Befürwortern einer Zinserhöhung neue Argumente geliefert. Die Erlöse stiegen überraschend stark um 1,0 Prozent zum Vormonat, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg von 0,2 Prozent erwartet, nach plus 0,6 Prozent im Juli. „Die Verbraucher trotzen erstaunlicherweise einer Situation, in der ihre Reallöhne abnehmen“, sagte Ökonomin Ruth Gregory vom Analysehaus Capital Economics.

Nach dem Brexit-Votum vom Juni 2016 ist das Pfund unter Druck geraten, wodurch sich Importgüter verteuern und so die Inflation nach oben treiben. Der Kurs der britischen Währung zog nach Veröffentlichung der Einzelhandelsdaten zum Dollar um mehr als einen halben Cent an, da Anleger verstärkt auf eine Zinserhöhung spekulierten.

Die steigenden Preise setzen die britische Notenbank (BoE) unter Zugzwang: BoE-Chef Mark Carney bekräftigte jüngst die Einschätzung der Mehrheit im geldpolitischen Ausschuss, wonach eine Zinserhöhung binnen weniger Monate wahrscheinlich angebracht sei. Derzeit liegt der Schlüsselsatz auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,25 Prozent. Die Jahresteuerung war im August mit 2,9 Prozent weit vom Ziel der BoE von zwei Prozent entfernt. Da der Lohnzuwachs mit der Inflation nicht Schritt hält, schwindet die Kaufkraft der Verbraucher.

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